Rottweil – Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf hat bei einem Treffen mit dem Vorstand des SPD-Ortsvereins Rottweil angekündigt, dass die Verwaltung dem Gemeinderat noch in diesem Jahr einen Vorschlag für die Bebauung des städtischen Grundstücks an der Basler Straße vorlegt. Das teilt der SPD-Ortsverein mit. Das Gespräch in der Weinstube Grimm diente als Halbzeitbilanz der Amtszeit; weitere Themen waren Schulen, Kitas, Baustellen und die Finanzlage der Stadt.

Mit dem Vorschlag für die Basler Straße gehe es um zusätzlichen Wohnraum und insbesondere um sozialen Wohnungsbau. Damit werde auch dort ein weiterer konkreter Schritt eingeleitet, so Ruf.
Der SPD-Ortsverein hatte Rufs Kandidatur bei der Oberbürgermeisterwahl 2022 unterstützt. Knapp vier Jahre später wollte man deshalb gemeinsam eine erste Bilanz ziehen und den Blick auf die kommenden Jahre richten. Zu Beginn erläuterte Ruf sein Verständnis vom Amt des Oberbürgermeisters und gab einen Überblick über die vergangenen Jahre. Er beschrieb seine Arbeit als pragmatisch und ergebnisorientiert: Projekte sollten nicht nur angekündigt, sondern auch umgesetzt werden. Er verwies unter anderem auf die Investitionen in Bildung und Betreuung, auf die städtebauliche Entwicklung und auf wichtige Infrastrukturprojekte.
Einen Schwerpunkt bildeten die Investitionen in Schulen und Kindertageseinrichtungen. In den vergangenen Jahren wurden das Droste-Hülshoff-Gymnasium, die Johanniterschule und die Achert-Schule saniert. Bei den Kitas wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, darunter die Sanierung des Kindergartens in der Johanniterstraße (Eselsohr) und die Erweiterung der Kita Sonnenhaus. Als nächsten wichtigen Schritt nannte Ruf die bevorstehende Eröffnung des neuen Kindergartens am neuen REWE-Markt. Damit könne die Stadt weiterhin jedem Kind einen Kindergartenplatz anbieten und den Rechtsanspruch erfüllen. Das sei wichtig für die Entwicklung der Kinder und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Auch die vielen Baustellen im Stadtgebiet waren Thema. Ruf zeigte Verständnis dafür, dass die Vielzahl der Maßnahmen für die Bürgerinnen und Bürger Belastungen bedeute. Rottweil profitiere derzeit in besonderem Maße von Fördermitteln: Bis 2028, dem Jahr der Landesgartenschau, stünden für zahlreiche Maßnahmen bevorzugt Zuschüsse zur Verfügung, danach sei mit deutlich geringeren Möglichkeiten zu rechnen. Deshalb sei es richtig, notwendige Vorhaben jetzt gebündelt umzusetzen und nicht auf später zu verschieben. Eine Streckung sei wegen der Fördersituation nicht möglich.
Hinzu kämen Maßnahmen des Landes, etwa bei der Verkehrsinfrastruktur. Die Landesgartenschau trage dazu bei, dass derzeit erhebliche öffentliche Mittel nach Rottweil flössen und zahlreiche Projekte realisiert werden könnten. Eine vergleichbare Förderkulisse werde es danach nicht mehr geben.
Weitere Themen waren die finanzielle Situation der Stadt und die Herausforderungen der kommenden Jahre. Angesichts der angespannten Haushaltslage müsse die Stadt ihre Ausgaben weiterhin kritisch prüfen und Prioritäten setzen. Zugleich gehe es darum, die Handlungsfähigkeit zu erhalten und wichtige Zukunftsinvestitionen zu ermöglichen.
Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Sebastian Holzhauer sagte laut Mitteilung, gerade zur Mitte der Amtszeit sei es wichtig, gemeinsam auf das Erreichte zu schauen, aktuelle Herausforderungen offen anzusprechen und den Blick auf die nächsten Jahre zu richten.