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Moises-Kaz-Weg eingeweiht: Rottweil erinnert an jüdischen Kaufmann und Wohltäter

Neuer Erinnerungsort nahe der Synagoge: Mit dem Moises-Kaz-Weg würdigt Rottweil einen jüdischen Kaufmann, der der Stadt vor mehr als 200 Jahren geholfen haben soll.

Weihen gemeinsam den Moises-Kaz-Weg ein: OB Dr. Christian Ruf (Vierter von links), Fachbereichsleiter Marco Schaffert (Zehnter von links) mit Mitgliedern des Gemeinderats, der Israelitischen Kultusgemeinden und des Vereins ehemalige Synagoge (Foto: Stadt Rottweil / Probst).
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Mit der Einweihung des Moises-Kaz-Wegs hat die Stadt Rottweil einen weiteren Erinnerungsort zur Geschichte des jüdischen Lebens geschaffen. Der neue Weg befindet sich in unmittelbarer Nähe der neuen Synagoge und erinnert an den Kaufmann und Bankier Moises Kaz, der Ende des 18. Jahrhunderts eine wichtige Rolle für die Stadt gespielt haben soll.

Die Stadt Rottweil hat den neuen Moises-Kaz-Weg offiziell eingeweiht. Der Weg liegt nahe der neuen Synagoge und ergänzt die bereits bestehende Erinnerungsstätte im Nägelesgraben mit Stele und Baumfeld.

Die Benennung geht auf eine Initiative des Vereins Ehemalige Synagoge Rottweil zurück und wird von der israelitischen Gemeinde unterstützt. Der Gemeinderat hatte die Umbenennung im Februar 2026 beschlossen.

Moises Kaz wurde nach Angaben der Stadt um 1750 im heutigen Horber Stadtteil Mühringen geboren. Als reisender Händler kam er nach Rottweil, wo er sich als Kaufmann und Bankier niederließ. Historischen Überlieferungen zufolge unterstützte er die Stadt mehrfach finanziell und engagierte sich zugleich für die jüdische Gemeinde. In seinem Haus soll er unter anderem einen Gebetsraum eingerichtet haben.

Besonders hervorgehoben wird seine Rolle während der napoleonischen Kriege. Um das Jahr 1799 standen französische Truppen vor den Toren Rottweils. Nach den überlieferten Darstellungen stellte Kaz die finanziellen Mittel bereit, die erforderlich waren, um Forderungen der Besatzungsmacht zu erfüllen. Dadurch habe er mit dazu beigetragen, Schäden oder eine mögliche Zerstörung der Stadt abzuwenden.

Mit dem neuen Straßennamen erinnert Rottweil an einen Mann, dessen Wirken bis heute als Beispiel für bürgerschaftliches Engagement und die Bedeutung jüdischen Lebens in der Stadtgeschichte gilt.

Bei der Einweihung verwies Oberbürgermeister Christian Ruf auf die Bedeutung von Straßennamen als Form öffentlicher Erinnerungskultur. Sie könnten dazu beitragen, historische Persönlichkeiten und ihre Leistungen sichtbar zu machen sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte zu fördern.

Die Einweihung des Moises-Kaz-Wegs reiht sich in verschiedene Projekte ein. Mit diesen Projekten haben die Stadt und lokale Initiativen in den vergangenen Jahren die Geschichte der jüdischen Gemeinde Rottweils stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Die neue Synagoge, die Erinnerungsstätte im Nägelesgraben sowie zahlreiche Bildungs- und Gedenkveranstaltungen bilden inzwischen zentrale Orte dieser Erinnerungskultur.

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Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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