Rätselhafter Steinfund an der Predigerkirche: Ist das der „Rottweiler Hund“?

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Rottweil. Ein überraschender Fund auf einer Baustelle nahe der Predigerkirche sorgt seit Mittwoch für neugierige Blicke – und lebhafte Diskussionen. Bei Bauarbeiten kamen mehrere Bruchstücke einer aufwendig gestalteten Grabplatte aus rotem Sandstein zum Vorschein. Kaum lagen die Fragmente frei, entwickelte sich die Baustelle selbst zur kleinen Touristenattraktion.

Besonders das eingearbeitete Wappen auf einem der Fragmente gibt Anlass zu Spekulationen. Während Fachleute noch zurückhaltend sind, ist sich der Betreiber des benachbarten Rottweiler Shops sicher: Das dargestellte Tier sei der berühmte Rottweiler Hund. Der Züchter kam mit Passanten und Touristen ins Gespräch, die ihre Handys zückten, Fotos machten und über die mögliche Bedeutung des Fundes diskutierten.

Ob es sich tatsächlich um den historischen Vorläufer des heutigen Rottweilers handelt, ist bislang allerdings völlig offen.

Mittelalterliche Grabplatte?

Nach erster Einschätzung dürfte es sich um Teile einer historischen Grabplatte handeln. Die Bruchstücke zeigen eine umlaufende Inschrift in gotischer Schrift sowie heraldische Darstellungen. Der rote Sandstein und die Gestaltung sprechen dafür, dass die Platte mehrere Jahrhunderte alt sein könnte.

Der Fundort macht den Fund zusätzlich interessant. Die Predigerkirche zählt zu den ältesten Kirchen Rottweils. Über Jahrhunderte wurden in ihrem Umfeld bedeutende Persönlichkeiten bestattet. Historische Grabplatten sind dort deshalb grundsätzlich keine Überraschung.

Fachleute sollen den Fund untersuchen

Ob die Platte tatsächlich aus einem ehemaligen Grab stammt, wie alt sie genau ist und welches Wappen beziehungsweise welches Tier dargestellt wird, müssen nun Fachleute klären. Denkbar ist sowohl ein Hund als heraldisches Wappentier als auch eine andere Darstellung. Eine Zuordnung zu einer bestimmten Familie ist derzeit noch nicht möglich.

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Hier wurden die Platten offenbar gefunden: Graben an der Predigerkirche.
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Attraktion für Touristen: Baustelle am Friedrichsplatz. Alle Fotos: Peter Arnegger

Unabhängig davon zeigt sich bereits jetzt, wie groß das Interesse an der Stadtgeschichte ist: Immer wieder bleiben Passanten an der Baustelle stehen, fotografieren den Fund und tauschen Vermutungen aus. Für kurze Zeit ist die Baustelle mitten in der historischen Innenstadt selbst zu einer kleinen Sehenswürdigkeit geworden.

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