Ein Treffen im Rathaus hat Bewegung in die Zukunft des historischen Lichtspielhauses gebracht: Das Gebäude ist nach abgeschlossenen Reinigungsarbeiten und positiver Schadstoffmessung wieder zugänglich. Für das laufende Filmprojekt kommt das keinen Moment zu früh.
Auf Einladung von Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr kamen Vertreter der Stadtverwaltung, der Gemeinderatsfraktionen und des Fördervereins Lichtspielhaus Schramberg im Rathaus zusammen. Anlass war ein klärender Austausch über die aktuelle Lage des Kulturdenkmals und seine möglichen Perspektiven.
Gleich zu Beginn gab es eine konkrete Erfolgsmeldung: Die vom Ausschuss für Umwelt und Technik bewilligten Reinigungsarbeiten im Lichtspielhaus sind abgeschlossen. Die anschließende Schadstoff-Freimessung verlief positiv, der Kostenrahmen wurde eingehalten. Das Gebäude ist damit – unter Vorbehalt der einschlägigen Vorschriften – wieder betretbar.
Für das Filmprojekt „Spiel des Lichts“, eine Koproduktion mit dem Film Theater Forum Freudenstadt e.V., kommt die Freigabe zum richtigen Zeitpunkt. Da zentrale Szenen im Originalgebäude gedreht werden müssen, hatte die zwischenzeitliche Sperrung die Fertigstellung gefährdet. Nun kann der Förderverein die Arbeiten fortsetzen; angepeilt wird eine Premiere im Herbst. Produzent und Regisseur Volker Armbruster zeigte den Anwesenden erste Ausschnitte, die die kulturelle und historische Bedeutung des Hauses eindrücklich in Szene setzen.
Auch Unsicherheiten über die Gebäudezukunft wurden beim Treffen ausgeräumt. Klargestellt wurde, dass das historische Lichtspielhaus nicht zum baldigen Verkauf vorgesehen ist. Es steht zwar auf einer Liste von Liegenschaften, deren Zukunft der Gemeinderat zu beraten hat – das schafft jedoch den nötigen Raum, weitere Konzepte zu prüfen. Dabei rückt auch das 100-jährige Jubiläum des Hauses im Jahr 2028 in den Blick.
Der Förderverein nutzte das Treffen, um seine Zukunftsvision vorzustellen. Er betonte erneut den besonderen Rang des Lichtspielhauses als selten erhaltenes Kinogebäude der Moderne – entstanden unter dem Einfluss des Schramberger Kinopioniers und Hollywood-Mitbegründers Carl Laemmle.
Die Finanzlage der Stadt erlaubt derzeit keine größeren baulichen Investitionen. Daher steht eine Idee für eine schrittweise Zwischennutzung im Raum: Mithilfe mobiler, zertifizierter Eventmodule könnte das Gebäude ohne dauerhafte bauliche Eingriffe wieder für Veranstaltungen geöffnet werden. Diese Möglichkeit soll nun auf ihre grundsätzliche Machbarkeit geprüft werden – mit Blick auf Veranstaltungssicherheit, technische und rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Versorgung mit Strom und Wasser. Ferner vereinbarten Stadt und Verein, gemeinsam nach Fördermitteln zu suchen, um das ehrenamtliche Engagement gezielt zu unterstützen.
Der Dialog zwischen Stadtverwaltung und Förderverein soll fortgesetzt werden – mit dem gemeinsamen Ziel, das bauliche und kulturelle Erbe des Lichtspielhauses langfristig zu sichern.
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