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Auf den Spuren der fairen Schokolade durch Rottweil

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Stadtspaziergang in Rottweil zum Thema faire Schokolade. Foto: pm

Woher kommt eigentlich die Schokolade, die täglich in den Einkaufswagen landet? Und warum verdienen viele Kakaobauern trotz steigender Schokoladenpreise nur wenig an ihrem Produkt? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Stadtspaziergang in Rottweil, zu dem der Weltladen, die Katholische Erwachsenenbildung (keb) und die Evangelische Erwachsenenbildung eingeladen hatten.

Rottweil – Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich am 20. Juni bei der Veranstaltung „Walk & Talk – der fairen Schokolade auf der Spur“ auf den Weg durch die Innenstadt. Begleitet wurde die Gruppe von Bildungsreferent Marc Ehrmann vom Oikocredit-Förderkreis Baden-Württemberg.

An mehreren Stationen zwischen Schwarzem Tor und Kameralamtsgarten erläuterte Ehrmann die globale Lieferkette des Kakaos – von den Anbaugebieten in den Tropen bis ins Supermarktregal. Für viele Teilnehmer sei dabei überraschend gewesen, dass rund 70 Prozent der weltweiten Kakaoexporte aus Westafrika stammen.

Im Mittelpunkt standen die wirtschaftlichen Bedingungen im Kakaoanbau. Während auf den Plantagen im globalen Süden ein Großteil der Arbeit geleistet werde und die Produzenten zahlreiche Risiken trügen, verblieben die größten Gewinne häufig bei internationalen Handelsunternehmen und Schokoladenherstellern. Nach Angaben der Veranstalter entfielen von einer Tafel Schokolade mit 24 Stücken rechnerisch lediglich zwei Stücke auf die Kakaobäuerinnen und -bauern. Viele Familien lebten weiterhin unterhalb der internationalen Armutsgrenze.

Thematisiert wurden zudem Kinderarbeit auf Kakaoplantagen, die Folgen des Klimawandels sowie überalterte Anbauflächen. Diese Faktoren erschwerten vielerorts die Produktion und bedrohten die wirtschaftliche Existenz zahlreicher Familien.

Vorgestellt wurden auch Ansätze des fairen Handels. Unternehmen und Organisationen wie die GEPA, fairafric oder WeltPartner zahlten nach Angaben der Referenten höhere Mindestpreise und Prämien und unterstützten Produzenten durch Schulungen und langfristige Partnerschaften.

Auch die Arbeit der internationalen Genossenschaft Oikocredit wurde erläutert. Sie investiert Kapital aus Industrieländern in Projekte des globalen Südens, darunter auch Vorhaben im landwirtschaftlichen Bereich und im Kakaosektor. Zum Abschluss der Veranstaltung traf sich die Gruppe im Rottweiler Weltladen. Dort konnten die Teilnehmer verschiedene Schokoladenspezialitäten aus fairem Handel verkosten und die zuvor diskutierten Themen bei einem gemeinsamen Austausch vertiefen.

Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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