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Aus Südamerika ins deutsche Gesundheitssystem

Gesundheitsamt nutzt die Zeit bis zur Approbation für Hospitationen und Vernetzung

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Von links: Anabel Dobaj und Marco Sandmann, Bereich Gesundheitsplanung und Prävention im Gesundheitsamt Rottweil, Leiter des Gesundheitsamtes, H.-Joachim Adam, Lynda Prato-Navas, Cynthia Aixa Rivera-Lopez und Landrat Christoph Keckeisen.Foto: Gesundheitsamt Rottweil

Zwischen Sprachkurs, Anerkennung und staatlicher Berufszulassung liegt für internationale Ärztinnen und Ärzte häufig eine längere Übergangszeit. Der Landkreis Rottweil nutzt diese Zeit, um Medizinerinnen und Mediziner frühzeitig mit den medizinischen Strukturen vor Ort zu verknüpfen. Zwei Ärztinnen aus Venezuela und Mexiko sind deshalb derzeit für sechs Monate im Gesundheitsamt tätig.

Rottweil – Der Kontakt zu den beiden Ärztinnen entstand über die Zusammenarbeit des Gesundheitsamtes mit der Volkshochschule Rottweil. Dort wird ein spezieller C1-Sprachkurs für Gesundheitsberufe angeboten, ein wichtiges Angebot für internationale Ärztinnen und Ärzte auf ihrem Weg in das deutsche Gesundheitssystem.

Eine von ihnen ist Lynda Prato-Navas aus Caracas. In Venezuela hat sie als Ärztin in der Allgemeinmedizin, Pädiatrie und Gynäkologie gearbeitet. Seit Oktober 2025 ist sie in Deutschland und hat bis zuletzt als Pflegehelferin in einem Pflegeheim gearbeitet. Den C1 Sprachkurs an der VHS hat sie bereits absolviert und wartet auf die Anerkennung ihres medizinischen Abschlusses.

Auch Cynthia Aixa Rivera-Lopez aus Mexiko bringt bereits Berufserfahrung als Ärztin mit. In ihrer Heimat war sie unter anderem in der Allgemeinmedizin, auf einer Covid-Station und in der Kindernotaufnahme tätig. Auch sie besuchte den Sprachkurs in Rottweil und befindet sich ebenfalls im Anerkennungsverfahren.

Bis zur Approbation, also der staatlichen Zulassung zur eigenverantwortlichen Ausübung des Arztberufs, können internationale Ärztinnen und Ärzte in Deutschland noch nicht regulär als Ärztinnen und Ärzte arbeiten. Viele sind in dieser Übergangszeit deshalb fachfremd beschäftigt. Eine Verbindung zu den medizinischen Strukturen ihrer Region entsteht dadurch nicht automatisch. „Es ist schwierig, Kontakt zu Arztpraxen zu bekommen und sich mit den Strukturen hier zu vernetzen. Deshalb finde ich die Möglichkeit, über das Gesundheitsamt verschiedene Praxen kennenzulernen, sehr hilfreich“, sagt eine der beiden Ärztinnen.

Genau hier setzt das Gesundheitsamt an. Beide Ärztinnen arbeiten für sechs Monate in Teilzeit im Gesundheitsamt mit und lernen den Öffentlichen Gesundheitsdienst kennen. Weil das Gesundheitsamt im engen Austausch mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie den Kliniken steht, sind auch Hospitationen möglich. So erhalten die beiden Medizinerinnen Einblicke in Arztpraxen und Krankenhäuser im Landkreis, lernen unterschiedliche Bereiche der regionalen Gesundheitsversorgung kennen und können zugleich Kontakte für ihren weiteren beruflichen Weg knüpfen.

„Für die medizinische Versorgung im Landkreis sind gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte wichtig. Deshalb ist es eine tolle Sache, dass das Gesundheitsamt internationale Medizinerinnen und Mediziner schon während des Anerkennungsverfahrens mit den Strukturen vor Ort zusammenbringt“, sagt Landrat Christoph Keckeisen.

Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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