Die Diskussion um das geplante Kombibad in Rottweil bekommt neue Fakten. Auf Antrag der CDU-Fraktion hat die Stadtverwaltung erstmals konkrete Kosten für zwei besonders umstrittene Punkte vorgelegt: den Erhalt eines 50-Meter-Schwimmbeckens und die weitere Nutzung der Rottweiler Sole. Die Zahlen zeigen, dass beide Wünsche grundsätzlich möglich wären – allerdings nur mit erheblichem finanziellem Aufwand. Die Debatte dürfte damit in eine neue Phase eintreten.
Die Frage nach dem „Mehr“ beim Kombibad
Der Gemeinderat hat sich bereits grundsätzlich für den Neubau eines Kombibads am Standort des Freibads entschieden. Die bisherige Planung sieht vor, das bestehende Aquasol durch einen Neubau zu ersetzen. Aus Kostengründen sind dabei jedoch weder ein Solebecken noch ein 50-Meter-Sportbecken vorgesehen.
Genau an diesem Punkt setzt ein Antrag der CDU-Fraktion an. Sie wollte von der Verwaltung wissen, welche Kosten entstehen würden, wenn diese Elemente doch erhalten oder neu geschaffen würden. Zudem sollte geklärt werden, ob bürgerschaftliches Engagement oder Spendenaktionen eine Finanzierung ermöglichen könnten.
Solebecken würde Millionen kosten
Besonders teuer wäre die Fortführung des Sole-Angebots. Nach Angaben der Verwaltung würde ein Sole-Außenbecken in der Größenordnung des bisherigen Aquasol-Beckens rund zwei Millionen Euro kosten. Als Hallenbecken wären sogar etwa 3,3 Millionen Euro erforderlich.
Selbst eine deutlich kleinere Variante mit etwa acht mal vier Metern würde noch knapp eine Million Euro verschlingen. Hinzu kämen laufende Betriebskosten zwischen 36.000 und 110.000 Euro pro Jahr. Außerdem verursacht bereits die Förderung der Rottweiler Sole laufende Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich. Die dafür notwendige bergrechtliche Genehmigung muss regelmäßig erneuert werden.
Die Zahlen verdeutlichen, weshalb die Sole in den bisherigen Planungen nicht berücksichtigt wurde. Gleichzeitig zeigen sie aber auch erstmals konkret, welche Größenordnung erforderlich wäre, um das Thema über Spenden oder Sponsoring erneut auf die Agenda zu bringen.
50-Meter-Becken kostet deutlich weniger
Anders sieht es beim Freibad aus. Dort ist derzeit ein Edelstahlbecken mit sechs 25-Meter-Bahnen vorgesehen. Der Erhalt eines 50-Meter-Beckens würde nach den aktuellen Berechnungen rund 700.000 Euro zusätzliche Baukosten verursachen. Die jährlichen Betriebskosten würden sich um etwa 40.000 Euro erhöhen. Verglichen mit den Kosten eines Solebeckens erscheint dieser Betrag deutlich überschaubarer. Für Vereine und Befürworter eines großen Sportbeckens dürfte diese Zahl deshalb von besonderem Interesse sein.

Bürgerengagement als politische Hoffnung
Die CDU-Fraktion begründet ihren Antrag damit, dass viele Bürger insbesondere die Sole und das 50-Meter-Becken vermissen würden. Wer sich für deren Erhalt einsetzen wolle, müsse zunächst wissen, über welche Summen überhaupt gesprochen werde.
Die Verwaltung verweist allerdings auf die wirtschaftlichen Realitäten. Bereits in der bisherigen Finanzierung des Kombibads seien rund 500.000 Euro an Spenden- und Sponsoringmitteln eingeplant. Ob darüber hinaus weitere Hunderttausende oder sogar Millionen Euro aus der Bürgerschaft mobilisiert werden könnten, werde derzeit eher skeptisch gesehen.
Noch keine Bürgerinformation geplant
Eine öffentliche Informationsveranstaltung, wie sie die CDU ebenfalls angeregt hat, soll nach Vorstellung der Verwaltung erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Zunächst sollen die Planer ausgewählt und wichtige Nutzergruppen wie Schulen und Vereine eingebunden werden. Auch die Frage möglicher Fördermittel soll geklärt sein, bevor die breite Öffentlichkeit informiert wird.
Entscheidung mit Signalwirkung
Die jetzt vorgelegten Zahlen verändern die Diskussion um das Kombibad erheblich. Erstmals liegt auf dem Tisch, was zusätzliche Wünsche tatsächlich kosten würden. Während ein Solebecken Investitionen im Millionenbereich erfordern würde, bewegt sich der Erhalt eines 50-Meter-Beckens in einer deutlich kleineren Größenordnung. Damit dürfte sich in den kommenden Monaten die zentrale Frage stellen, ob und in welchem Umfang Bürger, Unternehmen und Sponsoren bereit sind, sich finanziell an solchen Zusatzangeboten zu beteiligen.
Die Debatte um das Kombibad ist damit längst nicht beendet – sie wird nun konkreter.
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