Zwischen Lauterbach und der Kreisgrenze rutscht die Böschung unter der K 5528 weg – seit mehr als zwei Jahren läuft der Verkehr dort nur einspurig über eine Ampel. Am kommenden Montag stellt das Straßenbauamt dem Ausschuss für Umwelt und Technik ein Instandsetzungskonzept vor. Es errechnet Kosten von rund 2,54 Millionen Euro, gebaut werden soll erst 2027.
Die K 5528 führt auf etwa 6,5 Kilometern von der Kreisgrenze beim Moosenmättle durch das Sulzbachtal nach Lauterbach. Auf einem rund 250 Meter langen Abschnitt sind Fahrbahn und Bankette talseitig seit längerem massiv beschädigt. Auf den ersten 100 Metern davon ist die Straße seit mehr als zwei Jahren halbseitig gesperrt, der Verkehr wird mit einer Ampel im Wechsel bergseitig vorbeigeführt. Ursache ist laut Kreistags-Vorlage eine Böschungsinstabilität.
Das Landratsamt hat den Baugrund erkunden lassen, Bewegungen im Straßenkörper und in der Böschung mit sogenannten Inklinometermessungen – Bohrungen – erfasst und auf dieser Grundlage ein Baugrundgutachten erstellen lassen. Das daraus entwickelte Konzept sieht einen etwa 250 Meter langen Randbalken aus Stahlbeton vor, der durch Druck- und Zugpfähle gesichert wird.
Ausbau bleibt aus – Fahrbahn bleibt schmal
Zugleich soll die Fahrbahn zwischen der Einmündung Talweg und dem Beginn des bereits ausgebauten Bereichs auf 632 Metern instand gesetzt werden. Ausdrücklich nicht vorgesehen ist ein Ausbau. Die Gemeinde Lauterbach wünscht sich genau diesen seit Jahren, zuletzt schriftlich im August 2021. Die Planung wurde ruhend gestellt: Für eine Verbreiterung müsste bergseits in den Hang eingegriffen werden, mit temporärer Sicherung und Stützkonstruktionen, argumentiert das Landratsamt. Grundstücke müssten teilweise durch Enteignung erworben werden, und ob ein Planfeststellungsbeschluss erreichbar wäre, lässt die Vorlage offen. Eine Landesförderung wie beim Abschnitt, der 2020 und 2021 auf 660 Metern ausgebaut wurde, erwartet der Kreis für diesen Bereich nicht. Dort ist die Straße heute fünf bis sechs Meter breit – im übrigen Verlauf misst sie nur etwa 4,50 Meter.
Wie gründlich die Fahrbahn saniert werden kann, ist noch offen. Bevorzugt wird eine Bodenverfestigung mit anschließender bituminöser Trag- und Deckschicht. Zulässig ist das aber nur, wenn die abschnittsweise festgestellte Teerbelastung unter den Grenzwerten bleibt. Die Untersuchungsergebnisse liegen noch nicht vor. Andernfalls bliebe es voraussichtlich beim Austausch der rund vier Zentimeter starken Deckschicht, heißt es.
Baubeginn im Mai 2027
Für den Randbalken rechnet der Kreis mit 1,775 Millionen Euro Baukosten, 221.000 Euro für Planung und Bauüberwachung sowie geschätzt 40.000 Euro Prüfgebühren. Die Fahrbahninstandsetzung ist mit grob geschätzten 500.000 Euro veranschlagt. Im Haushalt sind bislang 368.617,31 Euro finanziert, für 2027 sind 1,8 Millionen Euro und für 2028 weitere 370.000 Euro vorgesehen. Der Kreis meldet für das Projekt Mittel aus dem Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz an.
Der Zeitplan sieht die Planung bis Februar 2027 vor, die Ausschreibung im März und April. Als Vertragsfristen sollen der 3. Mai 2027 als Baubeginn und der 12. November 2027 als Bauende festgelegt werden. Ob eine Konventionalstrafe vereinbart wird, ist laut Vorlage noch zu überlegen. Wie der Verkehr während der Bauzeit geführt wird, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Der Ausschuss tagt am Montag, 21. September, öffentlich; die endgültige Entscheidung trifft der Kreistag.
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