In dreizehn Schramberger Straßen rücken in den kommenden Wochen die Montageteams der Deutschen Telekom an. Nach Angaben des Bonner Konzerns sollen dort 759 Haushalte und Unternehmen an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Wer bislang keinen entsprechenden Vertrag hat, kann laut Unternehmen weiterhin nachträglich einsteigen.
Der Glasfaserausbau in Schramberg geht in die Umsetzungsphase. Betroffen sind Häuser, Wohnungen und Gewerbebetriebe in folgenden Straßen: Am Bergstöffel, Berneckstraße, Bühlestraße, Eugen-Ritter-Straße, Falkensteinstraße, Josef-Andre-Straße, Kirnbachstraße, Parktorweg, Rausteinstraße, Schillerstraße, Schwabenstraße, Seilerwegle und Weihergasse.
„Wer einen Glasfasertarif abgeschlossen hat, bekommt jetzt die Glasfaser ins Haus, die Wohnung oder das Büro“, sagt Telekom-Sprecherin Lena Raschke. Technisch läuft das Verfahren über Druckluft: Ein Kompressor bläst das Kabel mit fünf bis 16 bar vom Netzverteiler bis zum Kunden. Nach Darstellung des Unternehmens bleibt die Leitung dabei auch über längere Strecken und in Kurven unbeschädigt.
Parallel zu den Montagetrupps sind Tiefbauunternehmen im Einsatz, die kurzfristig Hausanschlüsse herstellen können. In den meisten Fällen genügen dafür laut Telekom einige Meter Leerrohr zwischen Gehweg und Hauswand.

Glasfaser auch über einen anderen Anbieter: So geht’s
Das Prinzip. Wer in Schramberg ans Telekom-Netz angeschlossen wird, ist nicht zwingend auf einen Telekom-Vertrag festgelegt. Die Telekom betreibt ihr Glasfasernetz nach dem Prinzip „Open Access“: Sowohl beim Eigenausbau als auch bei Kooperationen gewährt sie nach eigenen Angaben diskriminierungsfreien Zugang – nationale Partner wie Vodafone, Telefónica und 1&1, dazu regionale Anbieter wie NetCologne und rund 30 weitere Carrier können das Netz unter eigener Marke vermarkten. Nach Konzernangaben kooperiert die Telekom beim Glasfaserausbau mit mehr als 50 Unternehmen. Der Wettbewerber verkauft dann Tarif, Rechnung und Kundenservice – das Kabel im Boden bleibt Telekom-Infrastruktur.
Schritt 1: Verfügbarkeit prüfen. Die Adressabfrage direkt beim Wunschanbieter (etwa 1&1, o2 Telefónica, Vodafone, congstar oder easybell) zeigt, ob dieser an der eigenen Anschrift auf dem Telekom-Glasfasernetz buchbar ist. Wichtig: Das Angebot ist nicht flächendeckend identisch. Nach Einschätzung aus einschlägigen Fachforen ist die Anbieterauswahl im Telekom-Glasfasernetz nicht vollumfänglich und nicht deckungsgleich mit der bei VDSL.
Schritt 2: Hausanschluss klären. Die in der Mitteilung genannte Kostenfreiheit des Hausanschlusses knüpft die Telekom an eine Tarifbuchung. Wer über einen Drittanbieter bucht, sollte sich schriftlich bestätigen lassen, wer den Anschluss baut und wer ihn bezahlt. Diese Frage ist im Zweifel bares Geld wert – Erschließungspreise im dreistelligen Bereich sind marktüblich.
Schritt 3: Technik. Das Glasfasermodem (ONT) muss beim Anbieterwechsel im Netz neu registriert werden. Die Modem-ID muss dem neuen Anbieter dafür mitgeteilt werden. In Nutzerberichten ist dokumentiert, dass Umschaltungen scheitern können, wenn ein Gerät im System des Altanbieters registriert bleibt.
Was Verbraucherschützer anmerken. Beim eigenwirtschaftlichen Ausbau – also ohne Fördermittel – besteht laut Verbraucherzentrale auch nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit kein automatischer Anspruch auf Open Access; die Netzbetreiber entscheiden frei über ihre Glasfaser. Wirbt ein Anbieter mit Open Access, heißt das nicht zwangsläufig, dass er das Netz nutzen darf – oft gilt dies nur für Anbieter mit bestehender Kooperation. Anders bei gefördertem Ausbau: Nach dem Telekommunikationsgesetz müssen Betreiber öffentlich geförderter Netze anderen Unternehmen offenen Netzzugang gewähren; kommt binnen zwei Monaten keine Einigung zustande, kann die Bundesnetzagentur als Streitbeilegungsstelle entscheiden.
Und der Preis? Ein Vergleich lohnt: Nach einem Anbietervergleich des Handelsblatts bietet 1&1 das attraktivste reguläre Preis-Leistungs-Verhältnis mit niedrigeren Regulärpreisen als Vodafone und Telekom, während Telekom und Vodafone mit größerer Verfügbarkeit punkten, preislich aber höher liegen.
Was Mieter und Eigentümer beachten müssen
Automatisch kommt der Anschluss nicht ins Gebäude. Mieterinnen und Mieter müssen zunächst einen Glasfasertarif buchen; die Abstimmung mit dem Eigentümer, dessen Zustimmung erforderlich ist, übernimmt nach Unternehmensangaben die Telekom.
Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern erhalten den Hausanschluss den Angaben zufolge kostenfrei, sofern sie einen Tarif buchen. Bei Mehrfamilienhäusern ab drei Wohneinheiten ist der Anschluss mit Zustimmung des Eigentümers grundsätzlich ebenfalls kostenlos – nutzen können ihn die einzelnen Parteien allerdings erst nach einer eigenen Tarifbuchung. Eigentümer, Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen sollen in den kommenden Wochen angeschrieben und über die erforderlichen Schritte informiert werden.
Bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde
Das Glasfasernetz ermöglicht Übertragungsraten von bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde. Das Unternehmen verweist auf den wachsenden Bedarf: Rechnerisch verfügt jeder Haushalt heute über mehr als zehn internetfähige Geräte – neben Smartphone, Tablet, Smart-TV und Computer etwa auch Spielekonsolen, Saugroboter, Wechselrichter von Solaranlagen oder Alarmanlagen. Auch Betriebe könnten mit einem Glasfaseranschluss flexibler auf steigende digitale Anforderungen reagieren.
Info
- Verfügbarkeit und Tarife: www.telekom.de/glasfaser
- Hotline (kostenfrei): 0800 22 66100
- Hotline für Eigentümer: 0800 3304 174
- Für Unternehmen: 0800 33 06709, www.telekom.de/vollglas
