Der Waldbrand zwischen Schramberg und Lauterbach hat am Sonntagabend eine Fläche von schätzungsweise acht bis zehn Hektar erreicht. Die Lage ist noch nicht unter Kontrolle (Stand 21.45 Uhr). Feuerwehren aus mehreren Landkreisen sind im Einsatz. Für die Bevölkerung besteht nach Angaben der Einsatzleitung derzeit keine unmittelbare Gefahr.
SCHRAMBERG – Ein größerer Waldbrand hält am Sonntagabend zahlreiche Einsatzkräfte bei Schramberg in Atem. Das Feuer ist im Bereich der Verbindungsstraße zwischen Lauterbach und Schramberg ausgebrochen. Nach Angaben von Schrambergs Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle wurde die Feuerwehr um 17.37 Uhr mit dem Stichwort „Brand 1“ alarmiert.
Schon bei der Anfahrt sei eine starke Rauchentwicklung erkennbar gewesen. Beim Eintreffen habe sich das Feuer bereits auf einer Länge von etwa zehn bis 15 Metern und 20 bis 30 Meter hangaufwärts in den Wald ausgebreitet. Daraufhin wurde die Alarmstufe auf „Wald 2“ erhöht. Damit wurden weitere Kräfte angefordert.
Acht bis zehn Hektar betroffen
Am Abend schätzte die Einsatzleitung die betroffene Fläche auf rund acht bis zehn Hektar. Dabei handele es sich ausdrücklich um eine grobe Schätzung. Die Lage sei weiterhin dynamisch und könne noch nicht als stabil bezeichnet werden.
Die Brandbekämpfung ist in mehrere Einsatzabschnitte gegliedert. Einsatzkräfte gehen sowohl vom unteren Bereich an der Straße als auch von der Mitte und von der Bergseite gegen die Flammen vor. Während die rechte Flanke in Richtung Lauterbach vergleichsweise stabil sei, bereitet insbesondere die andere Seite des Brandgebiets weiter Probleme.
Teilweise müssen die Einsatzkräfte von einem direkten Löschangriff zu einer Verteidigungsstrategie übergehen. Dabei sollen insbesondere vorhandene Schneisen und geschotterte Forstwege genutzt werden, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.



Löschwasser wird im Pendelverkehr gebracht
Eine besondere Herausforderung ist die Wasserversorgung. Neben dem Hydrantennetz wird Löschwasser mit Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr an die Einsatzstelle gebracht. Unterstützung kommt auch vom Bauhof und von Landwirten. Diese transportieren unter anderem mit Güllefässern große Mengen Wasser in das Einsatzgebiet.
Nach Angaben Wöhrles waren am Abend rund 35 Feuerwehrfahrzeuge und etwa 200 Einsatzkräfte vor Ort. Hinzu kommen rund 50 Kräfte von THW, DRK und Polizei. Auch der Forst unterstützt die Einsatzleitung.
Ein Polizeihubschrauber liefert regelmäßig Bilder aus der Luft, um die Entwicklung des Feuers beurteilen zu können. Zusätzlich ist eine Drohneneinheit im Einsatz. Weitere spezialisierte Waldbrandfahrzeuge wurden angefordert. Auch Kräfte aus benachbarten Landkreisen unterstützen den Großeinsatz.


Eisenlohr: „Die Lage ist angespannt“
Schrambergs Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr machte am Abend deutlich, dass noch keine Entwarnung gegeben werden könne. „Die Lage ist angespannt“, sagte sie. Die Fläche habe sich im Laufe der vergangenen Stunden weiter ausgebreitet.
Eisenlohr dankte den zahlreichen Helfern aus Schramberg, dem Landkreis Rottweil und den benachbarten Landkreisen. Unterstützung sei sogar aus Reutlingen unterwegs. Ihr Dank gelte der gesamten „Blaulichtfamilie“, darunter Feuerwehr, Polizei, THW und DRK.
Auch Netze BW waren demnach bereits gefordert. Eine Stromleitung in der Nähe des Brandes wurde vorsorglich abgeschaltet beziehungsweise vom Netz genommen.
Besonders hob Eisenlohr die Hilfe der Landwirte hervor, die ihren Sonntagabend opferten und mit wassergefüllten Güllefässern zur Einsatzstelle kämen. Diese Unterstützung sei in der aktuellen Situation wichtig.
Bevölkerung soll Fenster und Türen geschlossen halten
Über die Warn-App NINA wurde die Bevölkerung über den Waldbrand informiert. Nach Angaben der Einsatzleitung besteht derzeit keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Die Situation und insbesondere die Rauchentwicklung würden jedoch laufend beobachtet.
Eisenlohr rief die Menschen dazu auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich möglichst in Innenräumen aufzuhalten. Gleichzeitig appellierte sie eindringlich an Schaulustige, das Einsatzgebiet zu meiden. Gaffer würden die Bundesstraße blockieren und damit die Arbeit der Einsatzkräfte erschweren.
Über NINA sollen bei einer Veränderung der Lage weitere Informationen und Warnungen verbreitet werden.
Wie lange der Einsatz dauern wird, war am Sonntagabend noch nicht absehbar. Die Einsatzleitung bereitet sich bereits darauf vor, die Brandbekämpfung auch während der Dunkelheit fortzusetzen. Das THW richtet dazu unter anderem eine mobile Tankstelle im Bereich des Busbahnhofs ein. Für die Versorgung der zahlreichen Einsatzkräfte ist das DRK vor Ort.
Das Ziel für die kommenden Stunden ist klar: Die weitere Ausbreitung des Waldbrandes soll gestoppt und das Feuer spätestens an den vorhandenen Forstwegen und natürlichen Schneisen eingegrenzt werden.
