Das Land Baden-Württemberg hat sechs neue Tanklöschfahrzeuge für die Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden an Feuerwehren übergeben. Eines der Fahrzeuge geht nach Schönwald im Schwarzwald-Baar-Kreis, ein weiteres nach Pfalzgrafenweiler im Landkreis Freudenstadt. Im Landkreis Rottweil wird keines der Fahrzeuge stationiert. Die Kosten beziffert das Innenministerium auf mehr als vier Millionen Euro.
Sechs Standorte in vier Regierungsbezirken
Übergeben wurden die Fahrzeuge am Dienstag, 2. September, in Gärtringen im Kreis Böblingen durch Innenminister Manuel Hagel (CDU), der zugleich stellvertretender Ministerpräsident ist. Die sechs Tanklöschfahrzeuge Waldbrand – Kurzbezeichnung TLF-W – wurden nach Angaben des Ministeriums bewusst dezentral verteilt. Sie kommen bei den Feuerwehren in Bühlertal-Bühl, Freiburg, Gärtringen, Pfalzgrafenweiler, Reutlingen und Schönwald zum Einsatz.
Für die Region bedeutet das: Der nächstgelegene Standort ist Schönwald, wenige Kilometer hinter der Kreisgrenze bei Schramberg. Der zweite regional erreichbare Wagen steht im nördlich angrenzenden Landkreis Freudenstadt in Pfalzgrafenweiler. Beide Fahrzeuge sollen laut Ministerium auch im Alltag regional für die Waldbrandbekämpfung genutzt werden – überörtliche Anforderung durch benachbarte Kreise ist im Feuerwehrwesen üblich.
Teil eines europäischen Moduls
Die Fahrzeuge sind Kernbestandteil einer sogenannten GFFF-V-Einheit (Ground Forest Fire Fighting using Vehicles). Dabei handelt es sich um ein standardisiertes Modul, das im Rahmen des europäischen Katastrophenschutzverfahrens angefordert werden kann. Es soll bei großflächigen Wald- und Vegetationsbränden örtliche Einsatzkräfte unterstützen – innerhalb Deutschlands, grenzüberschreitend und bei Bedarf europaweit.
Hagel begründete die Beschaffung mit den veränderten klimatischen Bedingungen. „Die Sommer werden heißer, die Trockenperioden spürbar länger“, sagte der Minister bei der Übergabe. Die Fahrzeuge seien hochgeländegängig und bildeten „den operativen Kern für die Bekämpfung extremer Vegetationsbrände“. Mit Blick auf die Waldbrände in Südeuropa sagte Hagel, mit dem Modul schlage das Land „die Brücke zwischen lokalem Handeln und europäischer Solidarität“.
Einsatzbereit ist das Gesamtmodul allerdings noch nicht. Die Schulungen der Einheiten laufen derzeit; mit der vollständigen Einsatzbereitschaft rechnet das Ministerium im kommenden Jahr. Einzelne Fahrzeuge waren nach Ministeriumsangaben bereits bei Bränden im Einsatz.
Was die Fahrzeuge können
Basis der TLF-W ist ein Mercedes-Benz Unimog U 5023 mit 170 kW (231 PS) und einem zulässigen Gesamtgewicht von 15 Tonnen. Die Fahrzeuge durchfahren Wasser bis zu einer Tiefe von 1,20 Metern. An Bord sind ein Löschwassertank mit 3.000 Litern, ein Schaummitteltank mit 60 Litern sowie zwei Sicherheitstanks mit je 200 Litern.
Für den Einsatz im unwegsamen Gelände sind die Wagen so ausgestattet, dass aus dem Fahrzeug heraus gelöscht werden kann: über zwei Dachluken im hinteren Bereich, zwei handgeführte Strahlrohre auf dem Dach und einen manuell bedienbaren Dachwerfer. Bei Vegetationsbränden lässt sich damit während der Fahrt löschen, ohne dass Einsatzkräfte das Fahrzeug verlassen müssen.
Technische Daten im Überblick
- Fahrgestell: Mercedes-Benz Unimog U 5023
- Leistung: 170 kW (231 PS)
- Zulässige Gesamtmasse: 15.000 Kilogramm
- Wattiefe: bis 1.200 Millimeter
- Löschwassertank: 3.000 Liter
- Schaummitteltank: 60 Liter
- Sicherheitstanks: zwei mal 200 Liter
Quelle: Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Europa Baden-Württemberg
