Auf Einladung von Hotelier Martin Stockburger besuchten die CDU-Stadtratsfraktion sowie die Mitglieder des CDU-Stadtverbands Rottweil das Alte Spital. Bei einer ausführlichen Baustellenführung erhielten die Teilnehmer spannende Einblicke in die Geschichte des denkmalgeschützten Gebäudes, die Herausforderungen der Sanierung und die Planungen für das künftige Hotel.
Rottweil – Die Begrüßung erfolgte am ursprünglichen Haupteingang des Alten Spitals, der nach Abschluss der Arbeiten wieder seiner ursprünglichen Funktion zugeführt werden soll. CDU-Fraktionssprecherin Monika Hugger dankte Martin Stockburger für die Einladung und die Möglichkeit, den Fortschritt der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen aus nächster Nähe zu erleben.
Der Weg führte hinauf bis unter das Dach des historischen Gebäudes. Fünf Stockwerke über der Stadt angekommen, warteten Zeugnisse aus mehreren Jahrhunderten Baugeschichte. Abbundzeichen im Gebälk, wie im Bild erkennbar, wurden von den den Umbau begleitenden Bauforschern auf das 16. Jahrhundert datiert (1570/1571 abgezimmert). Die hochsommerlichen Temperaturen unter Ziegeln und Lattung sorgten dabei für manche scherzhafte Bemerkung. Der Vorschlag von Annette Wenzler, hier künftig eine Sauna einzurichten, wurde von Martin Stockburger mit einem Augenzwinkern aufgenommen.
Im Herrenkramerschen Haus konnte die Gruppe einen Blick in den historischen Erkerraum mit seinem weiten Blick ins Neckartal werfen. Dieser dient den „Rössle“ während der Fasnet seit vielen Jahren als private Stube. Inzwischen sind diese an anderer Stelle gelagert. Eine Rückkehr sei jedoch ausdrücklich möglich, so Martin Stockburger. Im Rahmen des Kaufvertrags habe er sich verpflichtet, den Raum den bisherigen Nutzern auch künftig für ihre Brauchtumspflege zur Verfügung zu stellen. Der Erkerraum zählt zweifellos zu den schönsten Räumlichkeiten im vierten Obergeschoss.

Im zweiten Obergeschoss sind die Konturen der künftigen Hotelzimmer erkennbar. Hier erläuterte Martin Stockburger auf Nachfrage von Stadtrat Hans-Peter Alf anschaulich den Fortschritt der Arbeiten, der sich von Stockwerk zu Stockwerk verfolgen ließe. Besondere Aufmerksamkeit galt den vielfach diskutierten Dachgauben. Vor Ort wurde deutlich, warum deren Realisierung möglich wurde: Hinter manchen Wänden kam morsches und nicht mehr tragfähiges Gebälk zum Vorschein, das ohnehin ersetzt werden musste und Gestaltungsmöglichkeiten eröffnete.
Ebenso interessant waren die Ausführungen zur Baugeschichte des Hauses. Das Alte Spital bestand ursprünglich aus zwei Gebäuden, die durch eine schmale Gasse getrennt waren. Erst später wurden sie unter einem gemeinsamen Dach zusammengeführt und im Inneren verbunden. Der heute großzügige Mittelgang, der die zukünftigen Hotelzimmer zur Hauptstraße von denen auf der rückwärtigen Gebäudeseite trennt, macht diese Entwicklung bis heute nachvollziehbar. Sichtbare Stahlträger verdeutlichen zudem, welche Lasten inzwischen abgefangen werden müssen.
Auch das Thema Denkmalschutz wurde intensiv diskutiert. Die CDU-Mitglieder konnten sich vor Ort von den Anforderungen überzeugen. Martin Stockburger schilderte die Herausforderungen und Anforderungen der Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen. Die anwesenden Stadträte berichteten ihrerseits von vergleichbaren Erfahrungen. Einigkeit bestand darin, dass insbesondere die Verlässlichkeit von Zusagen entscheiden sei.
Im ersten Obergeschoss waren Decken mehrfach abgehängt worden. Nach dem vorsichtigen Rückbau zeigte sich schließlich eine lichte Raumhöhe von rund vier Metern. „Jetzt kann ich hier atmen und komme mit einem positiven Gefühl ins Gebäude“, schilderte Stockburger. Alles, was drückend oder beengend wirkte, sei entfernt worden.
Schließlich erreichte die Gruppe die historische Kapelle. Künftig soll dieser Bereich wieder stärker belebt werden. Es besteht der Wunsch nach einer guten und konstruktiven Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde.
Der künftige Hotel- und Restaurantbereich im Erdgeschoss lässt die Planungen bereits erahnen. Stockburger berichtete, dass bereits Gespräche mit potenziellen Restaurantbetreibern laufen. Sein Ziel sei es, möglichst bald nach Hoteleröffnung auch das Restaurant mit Leben zu füllen. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass auch die öffentlichen Außenanlagen zwischen Spital und St. Anna und die Freiterrasse entlang der Stadtmauer rechtzeitig fertiggestellt werden. Nach Abschluss der landschaftspflegerischen Arbeiten soll auch dieser Bereich gastronomisch genutzt werden und den Gästen einen besonderen Aufenthaltsort mit Blick auf das Gelände der Landesgartenschau bieten.
Zum Abschluss der fast zweistündigen Führung überreichte Monika Hugger als Dankeschön ein kleines Präsent und stellte die Frage, die viele Teilnehmer besonders interessierte: Wann wird eröffnet? Die Antwort von Martin Stockburger fiel vorsichtig optimistisch aus. „Leider noch nicht zur Fasnet 2027“, erklärte er. Gegen Ende des ersten Quartals 2027 sollen jedoch die 45 Doppelzimmer und vier Einzelzimmer und im zweiten Quartal 2027 das Restaurant in Betrieb gehen.
Mit einem Blick über das Landesgartenschaugelände und der Vorstellung, künftig auf der Freiterrasse bei einem kühlen Getränk die Aussicht genießen zu können, verabschiedeten sich die Mitglieder der CDU-Stadtratsfraktion und des CDU-Stadtverbands Rottweil. Sie wünschten Martin Stockburger weiterhin viel Erfolg für den Fortgang dieses außergewöhnlichen Projekts, das historische Substanz bewahrt und gleichzeitig neue Perspektiven für das Alte Spital eröffnet.
