Schulstart im Kreis Rottweil: Polizei kontrolliert verstärkt rund um Schulen

Autor / Quelle:
Lesezeit 6 Min.
Quelle: ADAC Südbayern

Am Montag, 14. September, beginnt in Baden-Württemberg das neue Schuljahr – auch an den Schulen in Rottweil, Schramberg, Oberndorf, Sulz und im übrigen Landkreis. Zum Schulstart kontrollieren Polizei und Kommunen landesweit verstärkt im Umfeld von Schulen. Hintergrund sind steigende Unfallzahlen: 2025 registrierte die Polizei in Baden-Württemberg 415 Unfälle auf dem Schulweg, fast zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Eine Schülerin kam dabei ums Leben.

Was hinter der Aktion „Sicherer Schulweg“ steckt

Die landesweite Aktion läuft nach Angaben des Innenministeriums auch in diesem Jahr wieder an. Sie kombiniert Verkehrsüberwachung mit Präventionsarbeit: Polizei und Kommunen setzen Schwerpunkte rund um Schulen und richten ihre Maßnahmen nach den örtlichen Gegebenheiten aus. Dazu kommen Straßenbanner, Plakate und Veranstaltungen zum Schuljahresbeginn.

Getragen wird die Aktion vom Innen-, vom Verkehrs- und vom Kultusministerium. Unterstützt wird sie von der Polizei, dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung, den Verkehrswachten, Städten und Gemeinden sowie den Partnern der Verkehrssicherheitsaktion „Gib acht im Verkehr“. Für den Landkreis Rottweil ist seit der Korrektur der Polizeireform Anfang 2020 das Polizeipräsidium Konstanz zuständig, mit Revieren in Rottweil, Schramberg und Oberndorf.

„Kinder nehmen den Straßenverkehr anders wahr als Erwachsene. Sie können Geschwindigkeiten aber auch Entfernungen noch nicht zuverlässig einschätzen und werden aufgrund ihrer Körpergröße leicht übersehen“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Manuel Hagel (CDU) am Sonntag zum Start der Aktion. Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit könne schwerwiegende Folgen haben.

Die Unfallzahlen: ein Anstieg, aber kein Höchststand

415 Schulwegunfälle zählte die Polizei im vergangenen Jahr landesweit, nach 378 im Jahr 2024. 382 Schülerinnen und Schüler wurden leicht verletzt, 43 schwer, eine Schülerin starb.

 Ø 2019–20212022202320242025
Schulwegunfälle gesamt319357423378415
Leichtverletzte286324391339382
Schwerverletzte4645483543
Getötete20111
Schulwegunfälle in Baden-Württemberg. Erfasst sind Verkehrsunfälle mit Schülerinnen und Schülern zwischen 6 und 17 Jahren, die als aktive Verkehrsteilnehmer auf dem Weg von oder zur Schule verletzt oder getötet wurden. Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg

Der Vergleich mit dem Vorjahr fällt deutlich aus, der längere Zeitraum relativiert ihn: 2023 lag die Zahl mit 423 Unfällen höher als 2025. Der niedrige Durchschnittswert der Jahre 2019 bis 2021 ist nur eingeschränkt vergleichbar – in diesen Zeitraum fallen die Monate mit Schulschließungen und Fernunterricht während der Corona-Pandemie.

Zahlen für den Landkreis Rottweil weist das Ministerium in seiner Statistik nicht aus.

Den Schulweg üben – am besten vor dem ersten Schultag

Für Erstklässler ist der Weg zur Schule neu, für viele Wechsler auf die weiterführende Schule ebenso. Polizei und Verkehrswachten raten, den Weg vorher gemeinsam abzugehen – und ihn danach noch einige Male zu wiederholen, bis er sitzt.

  • Nicht der kürzeste Weg zählt, sondern der übersichtlichste. Ein Umweg über eine Ampel oder einen Fußgängerüberweg ist sicherer als eine Abkürzung über eine unübersichtliche Straße.
  • Kreuzungen, Einmündungen, Ampeln und Zebrastreifen gezielt üben – und zwar mehrfach, nicht nur einmal am ersten Tag.
  • Einmal in die Hocke gehen. Aus Kinderperspektive sieht die Straße anders aus: Zwischen parkenden Autos ist die Sicht oft vollständig verstellt.
  • Morgens genug Zeit einplanen. Wer hetzt, schaut weniger.
  • Gemeinsam gehen. In Gruppen sind Kinder besser sichtbar.

Gesehen werden – jetzt wird es wieder früher dunkel

Mit jeder Woche wird es morgens später hell. Helle Kleidung, reflektierende Flächen an Jacke und Ranzen und funktionierende Beleuchtung an Fahrrad oder Tretroller entscheiden mit darüber, ob ein Kind rechtzeitig wahrgenommen wird. Reflektoren an Schulranzen sind bei Markenmodellen meist vorhanden, lassen sich aber auch nachrüsten – ebenso wie Speichenreflektoren am Rad.

Elterntaxi: Wenn es sein muss, dann mit Abstand

Nach Möglichkeit sollten Kinder zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen, empfiehlt das Innenministerium. Wer sein Kind doch mit dem Auto bringt, soll ausgewiesene Hol- und Bringzonen nutzen und die letzten Meter zu Fuß zurücklegen lassen. Der Grund ist praktisch: Vor Schuleingängen entsteht durch wendende und haltende Fahrzeuge genau die Unübersichtlichkeit, die für die zu Fuß kommenden Kinder gefährlich wird.

Was sonst noch zum Schulstart zu klären ist

Neben dem Schulweg stehen zum Schuljahr 2026/27 weitere Punkte an – vom Ganztagsanspruch für die erste Klasse über die Schülerbeförderung bis zum Versicherungsschutz auf dem Schulweg. Die NRWZ hat das in einem eigenen Ratgeber zusammengestellt: Zwischen Vorfreude, Pausenbrot und Elterntaxi – so gelingt der Start ins neue Schuljahr.

Ein Hinweis daraus ist für den Schulweg besonders relevant: Die gesetzliche Unfallversicherung greift grundsätzlich nur auf dem direkten Weg zwischen Wohnung und Schule. Umwege und private Abstecher können den Schutz kosten.

Weitere Informationen

Tipps und Material zur Schulwegsicherheit stellen die Landesaktionen online bereit: gib-acht-im-verkehr.de und aktiv-zur-schule-bw.de. Fragen zum Schulwegplan der eigenen Schule beantworten in der Regel das Sekretariat oder die Elternvertretung, Fragen zur Schülerbeförderung das Landratsamt Rottweil.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
Unter dem Label NRWZ-Redaktion beziehungsweise NRWZ-Redaktion Schramberg veröffentlichen wir Beiträge aus der Feder eines der Redakteure der NRWZ. Sie sind von allgemeiner, nachrichtlicher Natur und keine Autorenbeiträge im eigentlichen Sinne.Die Redaktion erreichen Sie unter redaktion@NRWZ.de beziehungsweise schramberg@NRWZ.de
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertet

Danke, dass Sie die NRWZ lesen.

NRWZ.de ist kostenlos. Damit das so bleibt, brauchen wir Werbeeinnahmen — die funktionieren besser mit Ihrer Einwilligung. Nutzen Sie NRWZ kostenlos mit Werbung oder unterstützen Sie unsere Redaktion mit einer Steady-Mitgliedschaft und lesen dafür werbefrei.

Kostenlos mit Werbung

Der kostenlose Zugang wird durch Werbung finanziert. Dafür bitten wir um Ihre Einwilligung in die dafür notwendigen Cookies und Dienste.

Bereits Mitglied? Dann können Sie sich direkt einloggen:

Werbefrei mit Steady

Mit Steady unterstützen Sie unabhängigen Lokaljournalismus aus der Region und lesen NRWZ ohne Werbung*.

*Frei von Werbung über die externen Anbieter Google und Taboola. Lokale Werbung zeigen wir im Interesse unserer Direktkunden weiterhin an.

Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und im Impressum.