Denkmal zieht. Ganz offensichtlich: Am Samstagabend, bei der „Nacht des offenen Denkmals“, war die Rottweiler Innenstadt belebt, zahlreiche Menschen zogen von Haus zu Haus und nutzten die Gelegenheit, auch mal Dinge zu sehen, die sonst verborgen bleiben.
Rottweil – Das begann schon bei der der Eröffnungsfeier in einem bestens restaurierten Denkmäler der Stadt, dem Kapuziner. Schon hier fanden sich zahlreiche Besucher ein.
„Geschichte begegnet Ihnen hier auf Schritt und Tritt“, sagte Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf. In seiner Ansprache „Wir leben nicht mit Denkmalen. Wir leben in ihnen!“, Rottweil habe seit der Römerzeit übers Mittelalter bis in die Neuzeit und Gegenwart viele Epochen durchgemacht, und aus allen gebe es Denkmale. Er bedankte sich bei allen, die zur Erhaltung und Pflege der Denkmale beigetragen hätten – viele Menschen, die Denkmale ausgebaut, restauriert, gepflegt haben, um dort zu wohnen. Die staatliche Denkmalpflege müsse ermöglichen, nicht verhindern. Er fand, jetzt könne man Rottweil als „Denkmal-Hauptstadt Baden-Württembergs“ bezeichnen. Aber er habe die Ortsschilder nicht gleich geändert, scherzte er.
Ministerin Schopper
Landes-Bauministerin Theresa Schopper hob auch die vielen Berufsfelder hervor, die am aktiven Denkmalschutz beteiligt seien. Einige habe sie in ihrer vier Tage dauernden Reise zu Denkmälern im Land kennengelernt. Sie bewundere die Menschen, die mit Sorgfalt und Geduld archäologische Befunde bearbeiten. „Für mich wär des nix!“, räumte sie ein. Und nahm einen Scherz auf, den OB Ruf bereits am Montag gemacht hatte: Dass im Rottweiler Gefängnis kein Tag der offenen Tür möglich sei, das sei ihr klar, als Kriminologin.
Der „Tag des offenen Denkmals“ sei die größte Kulturveranstaltung in Deutschland, sagte Professor Dr. Claus Wolf, der Präsident des Landesamts für Dankmalpflege mit Sitz in Esslingen. Der Denkmalschutz habe in Baden-Württemberg Verfassungsrang, betonte er. Die Denkmalpflege habe 25 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung, darunter 15 bis 17 Millionen vom Land. Die Verbundenheit mit Rottweil zeige auch die Tatsache, dass es hier eine Dienststelle seines Amts gebe.
Umrahmt wurde die Veranstaltung vom gepflegten Jazz von Magnus Mehls Trio, mit viel Beifall aufgenommen.

Im Anschluss fluteten interessierte Menschen förmlich die Innenstadt. Nicht nur Besuchergruppen mussten warten, bis sie an der Reihe waren, wie beim alten Spital. Auch die „Neckarline“ war gut besucht – musste man doch auf der Brücke sein, um das angekündigte Farbenspiel zu sehen.

















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