Schramberg. Mehr als 100 Interessierte haben sich in der Szene 64 in Schramberg über den aktuellen Stand humanoider Robotik informiert. Bei einer Veranstaltung von KI-Impact und Make it in Schramberg diskutierten Experten aus Forschung und Wirtschaft über Chancen, Grenzen und praktische Einsatzmöglichkeiten von Robotern in Unternehmen.
Humanoide Robotik zwischen Vision und Alltag
Mit 107 Anmeldungen war die Veranstaltung „Humanoide Robotik im Schwarzwald“ nach Angaben der Veranstalter sehr gut besucht. Im Mittelpunkt standen drei Perspektiven: die weltweite Entwicklung humanoider Roboter, aktuelle technische Lösungen aus der Industrie sowie Erfahrungen aus der betrieblichen Praxis.
Den Auftakt machte der im Silicon Valley lebende Technologieforscher und Autor Mario Herger. Er zeichnete ein Bild der rasanten Entwicklung humanoider Robotik, verwies aber zugleich auf die Unterschiede zwischen spektakulären Vorführungen und dem tatsächlichen Einsatz in Unternehmen. Als Beispiel nannte er einen Roboter-Halbmarathon in Peking, bei dem sich die Leistungen der Maschinen innerhalb eines Jahres deutlich verbessert hätten.
Hersteller setzt auf pragmatischen Ansatz
Einblicke in die industrielle Entwicklung gab das Unternehmen fruitcore robotics. Vorgestellt wurde der sogenannte „PLEXA One“, ein industrieller Humanoid, der sich auf Rädern statt auf zwei Beinen bewegt. Das Unternehmen begründet diesen Ansatz mit den Anforderungen moderner Produktionsumgebungen, in denen Mobilität auf ebenen Fabrikböden wichtiger sei als menschenähnliches Gehen.
Fruitcore robotics entstand als Ausgründung der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung und produziert heute in Villingen-Schwenningen.
Aichhaldener Unternehmen sammelt erste Erfahrungen
Praxisbeispiele kamen von der Simon Group aus Aichhalden. Das Unternehmen präsentierte den offenen, 3D-gedruckten Humanoiden „pib“, mit dem seit etwa einem halben Jahr experimentiert wird. Während der Vorführung erkannte der Roboter einen Würfel und führte einfache Greifbewegungen aus.
Nach Angaben des Unternehmens gehe es derzeit weniger um den unmittelbaren Produktiveinsatz als darum, Erfahrungen mit der Technologie zu sammeln. Die Integration eines humanoiden Roboters sei vergleichbar mit der Einarbeitung neuer Mitarbeiter: Prozesse und Abläufe müssten schrittweise vermittelt werden.
Diskussion über Auswirkungen von KI
Durch den Abend führte Mark Finnern von KI-Impact. In mehreren Gesprächsrunden wurde auch die Frage diskutiert, welche Folgen Künstliche Intelligenz und Robotik für Arbeitsplätze haben könnten. Dabei stand weniger der Ersatz von Mitarbeitern im Mittelpunkt als die Frage, wie Unternehmen neue Technologien sinnvoll in ihre Abläufe integrieren können.
Die Veranstaltung zeigte, dass das Interesse an Künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Robotik in der Region groß ist. Nach Angaben der Veranstalter wird bereits über weitere Formate zu Zukunftstechnologien nachgedacht.
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