Gleich zwei Käse-Rückrufe wegen Listerien prägen die Einkaufswoche: Rewe nimmt zwei Sorten Brie-Torte von der Bedientheke, die Dorfkäserei Geifertshofen aus Baden-Württemberg ruft sechs Käsesorten zurück, die auch im Südwesten verkauft wurden. Bei Edeka geht es um mögliche Salmonellen in einem abgepackten Eisbergsalat – dieser Rückruf gilt allerdings nicht für Baden-Württemberg. Einen eigenen Bezug zum Landkreis Rottweil gibt es in dieser Woche nicht.
Rückrufe: Listerien in Käse aus Baden-Württemberg
Der für den Südwesten wichtigste Rückruf betrifft die Dorfkäserei Geifertshofen im Landkreis Schwäbisch Hall. Das Unternehmen ruft sechs Käsesorten zurück: Weinbauernkäse und Weinbauernkäse mittelalt (Bioland), Wengert und Alter Wengert (Demeter), Geifertshofener Classico (Bioland) sowie Schwäbischer Trollingerkäse (Bioland). Betroffen sind sämtliche Chargen mit Mindesthaltbarkeitsdaten bis einschließlich 30. Oktober 2026, erkennbar am Identitätskennzeichen DE BW 445 EG. Nachgewiesen wurden Listeria monocytogenes in einer Charge Weinbauernkäse; vorsorglich zurückgerufen werden alle Sorten aus demselben Reifelager.
Verkauft wurde die Ware sowohl abgepackt in der Selbstbedienung als auch lose über die Theke – über Supermärkte, Naturkostläden, Fachgeschäfte, Metzgereien, Hofläden, Gastronomie und den eigenen Verkaufsraum der Käserei in mehreren Bundesländern. Verbraucher können die Produkte auch ohne Kassenbon im Handel zurückgeben. Listerien können bei Schwangeren, älteren Menschen, Kleinkindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem schwere Infektionen auslösen; zwischen Aufnahme und Erkrankung können mehrere Wochen liegen. Die vollständige Sortenliste führt das Verbraucherportal produktwarnung.eu, die amtliche Meldung steht auf lebensmittelwarnung.de.
Ebenfalls wegen Listerien ruft die Eberle Spezialitäten AG zwei Produkte zurück, die bei Rewe über die Bedientheke verkauft wurden: Brie Torte mit Trüffelfüllung mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 14. und 21. September 2026 sowie Brie Torte mit Walnussfüllung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 14. September 2026. Der Verkaufszeitraum lag zwischen dem 24. August und dem 4. September. Vom Verzehr wird abgeraten, die Rückgabe im Markt ist ohne Kassenbon möglich. Über den Fall berichtete unter anderem nordbayern.de.
Der dritte größere Rückruf der Woche gilt für Baden-Württemberg ausdrücklich nicht: Bei „EDEKA Herzstücke Eisbergsalat Salat Pur geschnitten“ in der 200-Gramm-Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 5. September 2026 lassen sich nach Angaben des Inverkehrbringers Florette Deutschland Salmonellen in einzelnen Packungen nicht ausschließen. Verkauft wurde der Salat bei Edeka und Marktkauf in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg sowie in Teilen von Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz. Die Details hat produktwarnung.eu zusammengetragen.
Weitere Rückrufe der Woche haben keinen Bezug zum Südwesten: Die Fleischwaren-Wulff GmbH nahm Schinken- und Streichmettwurst wegen Listerien vom Markt (Niedersachsen), ein Importeur rief eine Za’atar-Gewürzmischung wegen Salmonellen zurück (Nordrhein-Westfalen), und ein Rewe-Markt im thüringischen Eisenberg rief Knackwurst zurück, in der Staphylokokken nachgewiesen wurden. Aldi Nord ruft zudem einen Mini-Ventilator der Eigenmarke Ambiano des Herstellers Globaltronics zurück, weil es bei einer Charge zu Überhitzungen kommen kann – der Artikel wurde am 13. Juni verkauft, und zwar ausschließlich im Verkaufsgebiet von Aldi Nord. In Baden-Württemberg, wo Aldi Süd die Filialen betreibt, ist er nicht erhältlich gewesen.

Aldi
Die Stiftung Warentest hat in ihrer Ausgabe 09/2026 achtzehn Nuss-Nougat-Cremes geprüft. Die Aldi-Eigenmarke Nusskati erhielt das Gesamturteil „gut“ und schnitt damit besser ab als Nutella, das mit der Note 2,2 bewertet wurde. Ausschlaggebend für die Abwertung des Marktführers war ein Zuckeranteil von 57 Prozent bei einem Nussanteil von 13 Prozent. Die beste Geschmacksnote 1,0 vergaben die Tester an „Kräm Herr Eichhorn Pur“ der Thüringer Manufaktur Goldhelm, die mit 5,94 Euro je 100 Gramm allerdings ein Vielfaches kostet. Nusskati liegt bei 0,50 Euro je 100 Gramm, Nutella bei 0,84 Euro. Zwei Cremes im Testfeld kamen über ein „ausreichend“ nicht hinaus, unter anderem wegen zu viel Zucker und Fett sowie fehlerhafter Verpackungsangaben. Die Ergebnisse hat news.de aufbereitet.
Daneben läuft bei Aldi Süd seit dem 31. August und noch bis zum 19. September eine Spendenaktion: Für jedes verkaufte Bio-Obst und Bio-Gemüse fließt nach Unternehmensangaben ein festgelegter Betrag an die GemüseAckerdemie des Sozialunternehmens Acker, das Schulgärten und Ernährungsbildung an Schulen organisiert. Wie hoch der Betrag je Einkauf ausfällt, nennt das Unternehmen nicht.
Edeka
Bei Edeka bestimmte der Rückruf des abgepackten Eisbergsalats die Woche, der oben beschrieben ist und Baden-Württemberg nicht betrifft. Nachwirkungen hat außerdem der Rückruf tiefgefrorener Bio-Wildheidelbeeren, über den die Shopping-News der vergangenen Woche berichtet haben und der auch im Südwesten gilt.
Eine eigene Meldung hat Edeka Südwest, die für den Landkreis Rottweil zuständige Regionalgesellschaft mit Sitz in Offenburg, in dieser Woche nicht veröffentlicht. Die jüngste Mitteilung der Genossenschaft stammt vom 18. August.
Kaufland
Von Kaufland gab es in dieser Woche keine nennenswerte Meldung. Die jüngste Pressemitteilung des Unternehmens datiert vom 5. August. Der bundesweite Rückruf tiefgekühlter Erdbeeren der Eigenmarke K-Classic wegen des Verdachts auf Noroviren, über den die NRWZ Mitte August berichtet hat, ist weiterhin gültig.
Lidl
Lidl hat am Donnerstag in Raunheim bei Frankfurt seine weltweit 13.000. Filiale eröffnet. Der Markt in der Flörsheimer Straße beschäftigt nach Unternehmensangaben 25 Menschen bei einem Einstiegslohn von mindestens 15 Euro brutto je Stunde; die Eröffnung wurde über drei Tage begangen, verbunden mit einer Spende von 1.313 Euro an die Jugendarbeit der Turngemeinde Rüsselsheim. In Deutschland betreibt der Discounter damit mehr als 3.250 Filialen, international ist er in 32 Ländern vertreten. Bei der weiteren Standortentwicklung setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf mittelgroße Städte und Ballungsräume sowie auf Flächen in bestehenden Einkaufszentren. Über den Meilenstein berichtete auch das Fachmedium Lebensmittelpraxis.
Im Nuss-Nougat-Creme-Test der Stiftung Warentest erhielt nach Angaben von Lidl auch die eigene Creme das Gesamturteil „gut“. Der Test ist im Abschnitt zu Aldi ausführlicher beschrieben.
Netto
Netto Marken-Discount hat am 1. September in Bonn seine 4.444. Filiale eröffnet und damit nach eigener Darstellung das größte Discount-Filialnetz Deutschlands weiter ausgebaut. Der Markt entstand in modularer Holzbauweise, die sich nach Unternehmensangaben später erweitern lässt. Begleitend läuft im September die mehrwöchige Kampagne „Spar ganz nah“ mit bundesweiten Jubiläumsangeboten in Handzetteln, Außenwerbung, Printmedien und der Netto-plus-App. Die Kette beschäftigt nach eigenen Angaben rund 89.000 Menschen und führt etwa 5.000 Artikel.
Am 2. September startete Netto zudem eine neue Ausbildungskampagne, am 31. August wurde das Unternehmen offizieller Event Supplier des FIBA Women’s Basketball World Cup 2026. Für den Landkreis Rottweil bleibt die im Juli gemeldete Planung eines neuen Marktes in Dietingen der Stand der Dinge; Neues dazu gab es in dieser Woche nicht.
Norma
Norma hat in dieser Woche keine neue Mitteilung veröffentlicht. Die jüngste Meldung des fränkischen Discounters stammt vom 24. August und betraf dauerhafte Preissenkungen bei Orangensaft, Toilettenpapier und Taschentüchern von bis zu 30 Prozent. Diese Senkungen gelten weiter.
Penny
Bei Penny gab es in dieser Woche keine nennenswerte Nachricht für den deutschen Markt.
Rewe
Neben dem Rückruf der beiden Brie-Torten, der oben beschrieben ist, hat Rewe am 1. September die Eigenmarke „REWE PWR“ für proteinreiche Produkte gestartet. Zum Sortiment gehören zunächst acht Artikel: sechs Proteinriegel für 85 bis 95 Cent, ein Whey-Proteinpulver mit Vanillegeschmack für 12,85 Euro und ein Clear Whey mit Pfirsich-Eistee-Geschmack für 16,99 Euro. Das Sortiment soll nach Unternehmensangaben schrittweise erweitert werden. Rewe tritt damit gegen die Sportnahrungs-Eigenmarken von dm und Rossmann an. Ernährungsfachleute weisen darauf hin, dass sich der Proteinbedarf auch über Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Fleisch decken lässt, wie t-online einordnet.
Am 28. August startete Rewe außerdem die Ausbildungskampagne „Dein REWE Match“, mit der das Unternehmen Bewerberinnen und Bewerber passenden Ausbildungsberufen zuordnen will. Für den im April eröffneten Rewe-Markt an der Schramberger Straße in Rottweil und für weitere Standorte im Kreis gab es in dieser Woche keine neuen Meldungen.