Villingen-Schwenningen – Das Regierungspräsidium Freiburg hat am Donnerstagabend in der Neckarhalle in Villingen-Schwenningen die Trasse des Lückenschlusses der B 523 vorgestellt. Die Planung geht damit in die Entwurfsphase. Die Verkehrsministerien von Bund und Land hatten die Vorzugsvariante nach Angaben des RP bereits Anfang September bestätigt.
Die Informationsveranstaltung in der Neckarhalle war laut Ankündigung des RP für 19 Uhr angesetzt. Dabei erläuterte das Planungsteam des Regierungspräsidiums (RP) vor gut besetzten Reihen, wo die Trasse künftig verlaufen soll und wie es zur Variantenentscheidung kam. Karl Kleemann, Leiter der Mobilitätsabteilung des RP, begrüßte die Gäste. Die Planer Max Gerling und Benedict Buchberger zeigten, wie der Variantenvergleich ablief und wie der Trassenverlauf weiter geplant wird. Moderiert wurde der Abend von der Agentur „Dialog Basis“.
Im zweiten Teil konnten Bürgerinnen und Bürger direkt mit den Projektverantwortlichen sprechen. Dafür waren Infostände zu Straßenplanung und Umwelt sowie eine große Übersichtskarte der künftigen Trasse aufgebaut. Bereits am Dienstag hatte das RP die politischen Akteure der Region über den Meilenstein und die nächsten Schritte informiert.
Der Trassenverlauf: Die B 523 wird vom bisherigen Ausbauende an der bestehenden Bundesstraße fortgeführt, südlich an der „Alten Ziegelei“ vorbei bis zur B 33 südwestlich des Mönchsees. Dort werden die beiden Bundesstraßen verknüpft. Der Anschluss der B 523 an die Kreisstraße nach Weilersbach wird in den Bereich des aktuellen Ausbauendes verlegt und mit der Querspange zusammengefasst. Der bestehende Anschluss der Kreisstraße an die B 523 kann dann zurückgebaut werden.
Als Nächstes steht die Entwurfsplanung an, also die detaillierte Ausarbeitung der Vorzugsvariante. Dabei entstehen weitere Planungen und Gutachten, etwa zu Boden- und Baugrundverhältnissen und zur Lufthygiene. Hinzu kommt eine Lärmuntersuchung. Auch die Wirtschaftswege und Wegeverbindungen werden genauer betrachtet. Danach folgen Genehmigungen, das Rechtsverfahren und die Ausführungsplanung für den späteren Bau.
Regierungspräsident Carsten Gabbert sagt in der Mitteilung, das RP sei überzeugt, dass es den Lückenschluss brauche, um das Bundesnetz zwischen B 33 und A 81 zu schließen und die Menschen in Villingen-Schwenningen und den umliegenden Gemeinden vom Verkehr zu entlasten. „Dass es bei so großen Infrastrukturprojekten Für- und Widerspruch gibt, ist normal.“ Man habe das Projekt früh mit Öffentlichkeitsbeteiligung und Dialogangeboten begleitet und werde diesen Weg fortsetzen.
Landrat Sven Hinterseh begrüßt, dass das RP „nach vielen Jahren zähen Ringens“ eine Trassenführung gefunden habe, die „die meisten entscheidenden Belange in der Abwägung der Varianten“ berücksichtige. Der Landkreis wolle die Entwurfsplanung unterstützen und mit Organisationen sowie Bürgern weiter nach Verbesserungspotenzial suchen, „ohne das Gesamtprojekt zu gefährden“.
Oberbürgermeister Jürgen Roth erklärt: „Für uns als Stadt ist klar: Diese Verbindung muss kommen.“ Sie sei ein wichtiger Baustein für eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur und diene letztlich als Verbindung der A 5 zur A 81. Ihm sei bewusst, dass die Trasse nicht bei allen auf Zustimmung stoßen werde und die Kritik am Flächenverbrauch nachvollziehbar sei. Die unterschiedlichen Interessen müssten im weiteren Planungsprozess ernst genommen werden, zugleich dürfe das übergeordnete Ziel nicht aus dem Blick geraten: Der Lückenschluss sei ein bedeutender Fortschritt für die Region.
Der rund sieben Kilometer lange Lückenschluss ist laut RP der zweite Bauabschnitt der Ortsumfahrung nördlich von Villingen. Durch die Anbindung der B 523 an die B 33 entstehe eine durchgängige Ost-West-Achse über den Schwarzwald, die den überregionalen Verkehr bündeln und das regionale Straßennetz entlasten solle. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist die Maßnahme im Vordringlichen Bedarf eingestuft. Auf dieser Grundlage nahm das RP Anfang 2020 die Planung auf.
In der nun abgeschlossenen Vorplanung gab es mehrere Veranstaltungen zur frühen Öffentlichkeitsbeteiligung. Auf eine große Dialogveranstaltung in der Neuen Tonhalle im November 2022 folgte eine Onlinebeteiligung. Der Dialog wurde mit Bürgerinitiativen, Interessenverbänden und Behörden in drei Runden Tischen zu unterschiedlichen Themen fortgeführt. 2024 erläuterte das RP in einem Stakeholderdialog die Bewertungskriterien vor dem fachübergreifenden Variantenvergleich. Die Dokumentationen und Projektunterlagen zur vorgeschlagenen Variante stehen auf der Projektseite des Regierungspräsidiums im Internet.