Im Hochwasserrückhalteraum an der Breg bei Donaueschingen-Wolterdingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) grasen seit Kurzem zehn Wasserbüffel. Sie sollen verhindern, dass die landeseigene Fläche mit Gehölzen zuwächst. Im Winter müssen die Tiere die Weide wieder verlassen – dann muss der Rückhalteraum für höhere Abflüsse frei sein.
Die Herde gehört nach Angaben des Regierungspräsidiums Freiburg (RP) dem Landwirt Werner Kornhaas aus Marbach. Er übernimmt damit die Pflege einer Fläche, die das Land sonst anderweitig freihalten müsste.
„Durch die Beweidung der Büffel wird der Aufwuchs von Gehölzen unterbunden und das Gelände offengehalten“, sagt Stefan Müller, Flussmeister beim Landesbetrieb Gewässer des RP. Extensive Weiden könnten sich bei guter Vorbereitung zu „Hotspots der Biodiversität“ entwickeln und einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Belege für die Entwicklung an der Breg gibt es bislang nicht – die Beweidung hat gerade erst begonnen.
Sieben Hektar Weide, zwei neue Gumpen
Die eingezäunte Weidefläche ist laut RP sieben Hektar groß. In den Randbereichen spenden Büsche und Bäume Schatten. Zu den vorhandenen Wasserlöchern kamen zwei tiefere Gumpen dazu, in denen sich die Tiere suhlen können. Wasserbüffel brauchen solche Suhlen, weil sie kaum schwitzen und sich über Wasser und Schlamm kühlen.
Den Weidezaun haben in den vergangenen Wochen Wasserbauarbeiter der Kolonne Brigach und Breg des Landesbetriebs Gewässer errichtet. Strom für das Weidezaungerät und Frischwasser für die Tränke stellt Stefan Zwick zur Verfügung, der die Wasserkraftanlage vor Ort betreibt.
Im Winter muss die Fläche frei sein
Die Büffel sollen nur im Sommerhalbjahr auf der Fläche stehen. In den Wintermonaten, wenn die Breg mehr Wasser führt, muss der Rückhalteraum uneingeschränkt funktionieren.
Zur Einordnung: das Becken in Zahlen
Das Hochwasserrückhaltebecken Wolterdingen wurde zwischen 2006 und 2012 gebaut und im Juni 2012 in Betrieb genommen. Bauherr und Betreiber ist das Land Baden-Württemberg, die Baukosten lagen bei rund 23 Millionen Euro.
Das Becken kann bis zu 4,7 Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten und ist als Trockenbecken angelegt: Es wird nur im Hochwasserfall eingestaut, unter anderem im Januar 2018 und im Februar 2021. Es soll Hochwasserspitzen an Breg und Donau dämpfen und ist Teil des Integrierten Donauprogramms des Landes.
