Elf Feuerwehren aus dem Landkreis Rottweil haben Koffer mit Unterrichtsmaterial für die Brandschutzerziehung erhalten. Übergeben wurden sie am Montag in Seedorf. Das Konzept dahinter stammt aus dem Landkreis Tübingen und wurde vom Kreisfeuerwehrverband Rottweil übernommen. Kinder sollen damit früher und einheitlicher lernen, was im Brandfall zu tun ist.
Beteiligt sind die Feuerwehren aus Oberndorf am Neckar, Epfendorf, Wellendingen, Schiltach, Villingendorf, Sulz am Neckar, Deißlingen, Dietingen, Dunningen, Bösingen-Herrenzimmern und Rottweil. Der Landkreis hat 21 Städte und Gemeinden – gut die Hälfte ist damit bislang dabei.
Konzept aus dem Nachbarkreis übernommen
Der Fachbereich Brandschutzerziehung des Kreisfeuerwehrverbands Rottweil habe nach einem einheitlichen Konzept für den Landkreis gesucht und sei dabei auf das Kofferkonzept des Kreisfeuerwehrverbands Tübingen gestoßen, schildert der Verband die Vorgeschichte. Nach einem ersten Treffen habe man sich entschieden, es zu übernehmen und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Vorgestellt wurde das Projekt im Januar 2026 in Oberndorf. Im April folgte eine Multiplikatorenschulung in Seedorf, anschließend holten die Beteiligten die Koffersets in Tübingen ab. Die offizielle Übergabe war am 27. Juli in Seedorf.
Was genau in den Koffern steckt, hat der Verband nicht im Einzelnen mitgeteilt. Enthalten ist demnach Material, mit dem Kinder an das Verhalten im Brandfall und an vorbeugenden Brandschutz herangeführt werden sollen.
Ziel: Ansprechpartner in jeder Feuerwehr
Ida Schwarz vom Fachbereich Brandschutzerziehung bezeichnete die Übergabe als Zwischenschritt. Langfristig solle es in jeder Feuerwehr des Landkreises mindestens eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner für Brandschutzerziehung geben.
Im Fachbereich arbeiten derzeit sechs Personen mit: Ida Schwarz, Jürgen Eberhardt, Nicole Scheible, Sebastian Haag, Edi Widmann und Christian Müller.
Landrat sieht den Kreis in einer Vorreiterrolle
Landrat Christoph Keckeisen sagte bei der Übergabe, der Landkreis nehme mit den Koffern landesweit eine Vorreiterrolle ein. Keckeisen dankte den Entwicklerinnen und Entwicklern des Konzepts aus dem Landkreis Tübingen. Es sei seine erste Einladung gewesen, bei der so viele Feuerwehren gemeinsam an einem Projekt beteiligt seien.
Begrüßt hatte die Gäste zuvor der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Rottweil, Jürgen Eberhardt.
Vom Kindergarten bis ins hohe Alter
Vertreterinnen und Vertreter des Kreisfeuerwehrverbands Tübingen stellten vor, wie die Koffer dort eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehe, Notfallkompetenz und Selbsthilfefähigkeit zu fördern. Die Brandschutzerziehung beginne im Kindergarten und solle schrittweise auf Grundschulen, weiterführende Schulen und weitere Altersgruppen ausgeweitet werden.
Ein Thema war auch das Ehrenamt: Nach Angaben der Referenten gilt seit Dezember 2025 eine Neuregelung zu Lohnersatz und Freistellung für ehrenamtliche Brandschutzerzieherinnen und Brandschutzerzieher. Das erleichtere es, das Angebot auszubauen.
Einordnung
Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung gehören in Baden-Württemberg zu den Aufgaben, die die Feuerwehren auf Gemeindeebene wahrnehmen; rechtliche Grundlage ist Paragraf 2 Absatz 2 Nummer 2 des Feuerwehrgesetzes. Wie intensiv das geschieht, hängt bislang stark von einzelnen Ehrenamtlichen und der Ausstattung der jeweiligen Wehr ab. Ein kreisweit einheitliches Material soll diese Unterschiede verringern.
Ob und wann die übrigen zehn Städte und Gemeinden im Landkreis nachziehen, ist offen.
