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In Rottweil lebt man sicher – auch an der Fasnet

Kriminalstatistik der Polizei für das Stadtgebiet

Nach der Vorstellung der Kriminalstatistik: Bürgermeisterin Ines Gaehn, Fachbereichsleiter Bernd Pfaff, Revierleiter Thorsten Weil und Oberbürgermeister Christian Ruf (von links). Foto: wede
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Lesezeit 4 Min.

Deutlich weniger Straftaten, eine hohe Aufklärungsquote, aber mehr Betrugsdelikte im Internet. In Rottweil, so hoben es Polizeirevierleiter Thorsten Weil und Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2025 hervor, kann man sicher leben.

Rottweil – 1212 Fälle hatte die Polizei im vorigen Jahr zu bearbeiten – wobei die Straftaten, die nur von Nichtdeutschen begangen werden können, nicht mitzählen. Verbotene Einreise nach Deutschland beispielsweise, das ist solch ein Delikt. Im Jahr zuvor waren es 1607 Fälle gewesen, also waren es 2025 24,6 Prozent oder 396 Taten weniger. Und noch eine statistische Zahl: Die „Kriminalitätsbelastung“, also die Anzahl der Straftaten auf 100.000 Einwohner bezogen, ist jetzt bei 4895 und somit um 22,9 Prozent geringer als 2024.

Eine hohe Aufklärungsquote, so führte Weil aus, „wirkt sich unmittelbar positiv auf das Sicherheitsgefühl der Menschen aus“. 60 Prozent gelten als gut, 61,9 Prozent der Taten wurden aufgeklärt. Das sind zwar deutlich weniger als 2024 (da waren es 71,7). Aber da hatte es auch einen Sonderfall gegeben, einen Serientäter.

Insgesamt gab es 634 Tatverdächtige, davon 125 weiblich. Die Mehrheit davon war 21 Jahre oder älter (491), 53 als Heranwachsende zwischen 18 und 20, und 64 waren jugendlich (14 bis 17). 26 Mal waren Kinder unter 13 verdächtig.

49 Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden registriert, nur einer weniger als 2024. Das meiste davon waren Verbreitungen pornografischer Inhalte, teilweise auf Schulhöfen. 93,9 Prozent der Taten wurden aufgeklärt.

Weniger Diebstähle angezeigt

Um 5,4 Prozent weniger Diebstahlsdelikte meldet die Polizei – 2025 waren es 368 Fälle. Den Rückgang an gemeldeten Ladendiebstählen erklärte Weil damit, dass viele Geschäfte die Diebstähle gar nicht mehr meldeten, sondern mit eigenem Personal (Ladendetektiven) die Sache erledigten. Gestiegen ist aber die Zahl der Einbruchsdiebstähle, von elf auf 17. Zehn davon blieben beim Versuch, „nicht zuletzt wegen sicherungstechnischer Maßnahmen“, wie Weil betonte. „Viele Einbrüche können also durch richtiges Verhalten, die richtige Sicherungstechnik und aufmerksame Nachbarn verhindert werden“, erklärte Weil.

Mehr Online-Kriminalität

Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten gab es 202, etwa so viele wie 2024. Diese Delikte finden zunehmend übers Internet statt. „Cyberkriminalität wie zum Beispiel Online-Betrug, Identitätsdiebstahl, Phishing verzeichnet eine deutliche Zunahme“, sagte Weil. Die Täter könnten leichter anonym bleiben und ihre Spuren verwischen.

Bei den „Rohheitsdelikten“ wie Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Nötigung und Stalking waren 2025 um 18,6 Prozent weniger Taten gemeldet worden als im Jahr zuvor. 92,8 Prozent dieser Taten wurden aufgeklärt.

Im Bereich Partnergewalt gab es etwas weniger als im Vorjahr, nämlich 34. Bei der Gewalt gegen Polizeibeamte gab es zwar keinen Anstieg wie im Vorjahr. Dennoch waren es noch 33 Fälle zu viel. „Nach wie vor werden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte bei der Wahrnehmung ihres täglichen Dienstes mit einem sehr hohen Gewalt- und Aggressionspotenzial konfrontiert“, berichtete Weil.

Einen Rückgang gab es nicht nur bei den Sachbeschädigungen, sondern auch bei der Rauschgiftkriminalität. Dies führte Weil darauf zurück, dass 2025 das erste Jahr war, an dem die Streichung von Cannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz ganz in Kraft war. Nach dem neuen Gesetz gab es noch 17 Straftaten.

An den närrischen Tagen wurden auch nicht viele Taten registriert. „Wir haben eine friedliche Fasnet“, stellte OB Ruf zufrieden fest.

Autor / Quelle:Wolf-Dieter Bojus
... war 2004 Mitbegründer der NRWZ und deren erster Redakteur. Mehr über ihn auf unserer Autoren-Seite.
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