Käuferinnen und Käufer müssen für eine Eigentumswohnung im Schnitt wieder einen kleineren Teil ihres Einkommens aufwenden: Laut dem neuen Postbank Wohnatlas 2026 sind es 17,2 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens, nach 18,4 Prozent im Vorjahr. Vor allem abseits der Großstädte und Ferienregionen nähern sich Kauf und Miete an – teils fällt der Kauf sogar günstiger aus. Für einen ländlich geprägten Landkreis wie Rottweil ist dieses Stadt-Land-Gefälle die zentrale Einordnung.
Die Kaufpreise für Wohnimmobilien sind 2025 erstmals seit Jahren wieder leicht gestiegen – um 0,6 Prozent. Gleichzeitig legten die Haushaltseinkommen bundesweit deutlich zu, seit 2024 nominal um 9,4 Prozent. Weil die Einkommen schneller wuchsen als die Preise, sank die Einkommensbelastung durch den Wohnungskauf. Das geht aus der Studie „Postbank Wohnatlas 2026“ hervor, die das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) im Auftrag der Postbank erstellt hat.
Zur Einordnung: Wer 2025 eine 70 Quadratmeter große Bestandswohnung finanzierte, musste im Bundesschnitt 17,2 Prozent des Einkommens für den laufenden Kredit aufbringen. Mieterinnen und Mieter zahlten für eine vergleichbare Wohnung 13,5 Prozent ihres Einkommens für die Nettokaltmiete, nach 14,1 Prozent im Vorjahr. Die Kaufbelastung sank also stärker als die Mietbelastung – der Abstand zwischen beiden Wohnformen wird kleiner.
Der Berechnung liegt ein Annuitätendarlehen über 80 Prozent des Kaufpreises inklusive Grunderwerbsteuer und zwei Prozent Notargebühren zugrunde, mit einem Zinssatz von 3,75 Prozent und einer anfänglichen Tilgung von 2,42 Prozent. Maklerkosten und ein möglicher Sanierungsbedarf sind darin nicht enthalten – ein Punkt, der bei älteren Bestandswohnungen erheblich ins Gewicht fallen kann.
Hohe Belastung in Metropolen und Ferienregionen
Teuer bleibt der Kauf vor allem in den sieben größten Städten und in beliebten Urlaubsregionen. Spitzenreiter ist der Kreis Nordfriesland mit den Nordseeinseln Sylt, Föhr und Amrum: Dort fließen 45,7 Prozent des Einkommens in die Finanzierung. Es folgen München mit 41 Prozent, Berlin mit 39,5 Prozent und Hamburg mit 37,8 Prozent. In diesen Lagen belastet der Kauf das Einkommen deutlich stärker als die Miete – in Hamburg etwa um 16,9 Prozentpunkte.
Auf dem Land nähern sich Kauf und Miete an
Anders sieht es in ländlich geprägten Regionen aus. In 59 der 400 untersuchten Kreise und kreisfreien Städte bindet der Kauf sogar einen geringeren Anteil des Einkommens als die Miete. Besonders häufig ist das in Ostdeutschland der Fall; den größten Vorteil verzeichnet der thüringische Saale-Orla-Kreis. Insgesamt liegt bei mehr als der Hälfte der Regionen die Kaufbelastung weniger als vier Prozentpunkte über der Mietbelastung.
Der Wohnatlas betrachtet alle 400 deutschen Kreise und kreisfreien Städte – darunter auch den Landkreis Rottweil. Eine eigene Kennziffer für den Kreis nennt die Postbank in ihrer Medieninformation zwar nicht. Für eine ländlich geprägte Region ohne Metropol- oder Tourismusdruck deutet das ausgewiesene Stadt-Land-Gefälle aber darauf hin, dass Kauf und Miete hier eher nah beieinander liegen als in Stuttgart oder dessen unmittelbarem Umland, das im Ranking der begehrten Kauflagen prominent vertreten ist.
Als Orientierung nennt die Studie die Faustregel, dass Haushalte nicht mehr als rund ein Viertel bis maximal 30 Prozent ihres verfügbaren Einkommens fürs Wohnen einsetzen sollten – Nebenkosten eingerechnet. Für die Entscheidung zwischen Kauf und Miete zählen laut Postbank aber auch individuelle Faktoren wie Lebensplanung, Eigenkapital und der bauliche Zustand der jeweiligen Immobilie.
📰 Mehr aus Rottweil
NEU
„HEISS AUF LESEN 2026“ steht in den Startlöchern
vor 13 Stunden
NEU
Fliegenfischerclub Rottweil lädt zum Sommerfest am Bohrhaus ein
vor 14 Stunden
NEU
Mit Wohnwagen oder Caravan auf die Waage
vor 14 Stunden 🔥 Meistgelesen aus Rottweil
👁 14,7k
31-Jährige stirbt bei schwerem Verkehrsunfall auf der B 462 bei Sulgen
08. Juli 2026
👁 6,9k
Scheunenbrand bei Rottweil: 150.000 Euro Schaden – Polizei ermittelt zur Ursache
11. Juli 2026
👁 6,6k
Drei Schramberger Unternehmen stellen Insolvenzantrag – Amtsgericht ordnet vorläufige Insolvenzverwaltung an
06. Juli 2026
