SCHRAMBERG – Gut zweieinhalb Wochen nach dem Waldbrand am Tösberg gibt es erstmals einen konkreteren Zeitplan für die Wiedereröffnung der L 108 zwischen Schramberg und Lauterbach. Nach Angaben von Stadt Schramberg und Landkreis Rottweil sollen die Sicherungsarbeiten bis zum Ende der Sommerferien so weit abgeschlossen sein, dass die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden könnte. Voraussetzung ist allerdings, dass die abschließende Prüfung keine Sicherheitsbedenken ergibt.
Die Landesstraße ist seit dem Waldbrand vom 16. August gesperrt. Das Feuer hatte sich damals in dem steilen Waldhang oberhalb der Straße ausgebreitet. Zeitweise waren bis zu 400 Einsatzkräfte und Helfer mit der Brandbekämpfung beschäftigt.
Nach dem Feuer zeigte sich, dass die Gefahr mit dem Löschen nicht vorbei war: Durch Hitze, Löschwasser und die Arbeiten im Gelände hatten sich Fels und Geröll gelockert. Hinzu kamen brandgeschädigte Bäume, deren Standsicherheit teilweise nicht mehr gewährleistet werden konnte. Eine Begutachtung durch Fachleute des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau hatte deshalb ergeben, dass die Verkehrssicherheit auf der L 108 zunächst nicht mehr gewährleistet werden konnte.
Seitdem laufen die Arbeiten zur Sicherung des Hangs.
Gefährliche Bäume weitgehend beseitigt
Nach dem nun von Stadt und Landkreis mitgeteilten Stand hat die Firma Hochleitner die gefährdeten Bäume im Hang inzwischen weitgehend beseitigt. Ausstehend ist noch deren Abtransport mit einem Hubschrauber, der für die kommende Woche vorgesehen ist.
Parallel arbeitet die Firma Sachtleben daran, loses Gestein am Hang zu beseitigen beziehungsweise zu sichern. Bereits Ende August hatte die NRWZ berichtet, dass größere lose Felsblöcke entweder gesichert oder gezielt so abgelegt werden sollen, dass sie nicht mehr selbstständig in Richtung Straße abrutschen können.
„Unser aller Ziel ist es, die Straße so schnell wie möglich wieder für den Verkehr freizugeben“, erklärt Schrambergs Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr. Ob dies möglich ist, entscheiden letztlich die zuständigen Straßenbaulastträger. Landratsamt Rottweil und Regierungspräsidium Freiburg müssen nach Abschluss der Arbeiten feststellen, ob die Verkehrssicherheit wieder gegeben ist.
Betonmauer und Fangnetz kommen hinzu
Zusätzlich soll der gefährdete Straßenabschnitt durch eine Betonmauer mit Steinschlagfangnetz geschützt werden. Mit deren Bau ist die Firma Spengler aus Ellwangen beauftragt. Die dafür benötigte Fläche wird derzeit von der Firma Peter Groß Bau vorbereitet.
Nach dem aktuellen Zeitplan sollen die Betonteile am Montag und Dienstag, 7. und 8. September, angeliefert werden. Läuft alles nach Plan, könnten Betonmauer und Fangnetz am Mittwoch, 9. September, fertiggestellt sein.
Damit zeichnet sich erstmals seit dem Brand eine mögliche Wiedereröffnung der wichtigen Verbindung zum Ende der Sommerferien ab. Einen garantierten Freigabetermin gibt es allerdings noch nicht.
Landrat Christoph Keckeisen spricht von einer engen Abstimmung zwischen Stadt, Landkreis, Regierungspräsidium und den beteiligten Unternehmen. Besonders hebt er die Arbeiten der Firmen unter den schwierigen Bedingungen im Steilhang hervor.
Sperrung hat weitreichende Folgen
Die Vollsperrung betrifft seit mehr als zwei Wochen nicht nur Pendler zwischen Schramberg und Lauterbach. Die ausgeschilderte Umleitung führt über Hardt, Brogen, Langenschiltach und den Fohrenbühl. Auch der öffentliche Nahverkehr und der Rettungsdienst mussten auf die unterbrochene Verbindung reagieren.
Für Lauterbach wurde die rettungsdienstliche Versorgung während der Sperrung angepasst: Rettungswagen werden bei entsprechenden Einsätzen unter anderem aus Hornberg und Schiltach disponiert.
Mit Blick auf den Schulbeginn bereiten Stadt und Landkreis vorsorglich zudem Alternativen für den Schülerverkehr vor. Diese sollen greifen, falls die L 108 entgegen dem derzeitigen Zeitplan nicht rechtzeitig freigegeben werden kann.
Ob sie benötigt werden, hängt nun vor allem vom Fortgang der Arbeiten und der anschließenden Sicherheitsprüfung ab.
