Vormittags Unterricht, abends Verständigung mit der Gastfamilie – auf Spanisch, weil es anders kaum ging: 28 Schülerinnen und Schüler der Erich-Hauser-Gewerbeschule Rottweil haben im Oktober eine Woche in Málaga verbracht. Auf dem Programm standen auch die Alhambra in Granada und die Tropfsteinhöhle von Nerja. Ein Unwetter brachte den Plan zwischenzeitlich durcheinander.

Geleitet hat die Fahrt Spanischlehrerin Anja Winz, die sie nach Angaben der Schule auch geplant und organisiert hat. Am 15. Oktober flog die Gruppe von Basel an die Costa del Sol, am 22. Oktober ging es zurück.
Neben ihren Austauschprogrammen mit China und Chile bietet die Gewerbeschule solche Sprachreisen für Gruppen an, die eine Fremdsprache dort erleben wollen, wo sie gesprochen wird.
Gastfamilien sprechen kein Deutsch
Vor Ort übernahm eine Sprachschule die Organisation, vom Transfer am Flughafen bis zur Unterbringung. Die Jugendlichen wohnten in kleinen Gruppen bei spanischen Gastfamilien. Diese sprechen nach Angaben der Schule weder Deutsch noch nennenswert Englisch.
Wer im Alltag mitreden wollte, musste sich also auf Spanisch verständigen – „mit Händen und Füßen und von Tag zu Tag sicherer“, wie es im Bericht der Schule heißt.
Unterrichtet wurde in drei Lerngruppen, an den Werktagen jeweils von 9 bis 12 Uhr. Zum Auftakt hatten die Begleitlehrer ein gemeinsames Frühstück vorbereitet.
Am ersten Nachmittag erkundeten die Schüler in Gruppen die Stadt: das römische Theater unterhalb der maurischen Festung Alcazaba, die Kathedrale, die großen Plätze und den Hafen. Fotos und kurze Videos von den Stationen landeten auf dem Instagram-Kanal der Schule.
Alhambra und Albaicín in Granada
Am Samstag fuhr die Gruppe nach Granada. Ein örtlicher Guide führte sie durch die Alhambra. Die Festungs- und Palastanlage wurde vor allem im 13. und 14. Jahrhundert unter den Nasriden ausgebaut, der letzten muslimischen Herrscherdynastie auf der Iberischen Halbinsel.
Mit der Übergabe Granadas an die Katholischen Könige Isabella und Ferdinand endete 1492 die fast 800-jährige maurische Herrschaft in Spanien. Seit 1984 gehört die Alhambra zum Unesco-Welterbe. Besucht werden kann sie nur in festen Zeitfenstern.
Anschließend ging es ins Albaicín, das alte maurische Viertel mit seinen engen Gassen, und zur Kathedrale. Sie wurde nach der christlichen Rückeroberung auf dem Gelände der früheren Hauptmoschee errichtet.
Unwetter durchkreuzt den Plan
In der Nacht auf Sonntag zog nach Schilderung der Schule ein schweres Unwetter mit Sturzflut über die Region. Wegen der ausgegebenen Warnung wurde der für Sonntag geplante Ausflug nach Nerja abgesagt. Als sich das Wetter im Lauf des Tages beruhigte, stellten die Begleitlehrer ein Ersatzprogramm in Málaga zusammen.
Der Montagnachmittag war frei. Einige nutzten ihn für Souvenirs, andere für den Weg in die Apotheke – die Mücken hatten zugeschlagen.
Tropfsteinhöhle und weißes Dorf
Winz organisierte einen neuen Termin, sodass der Ausflug nach Nerja am Dienstag nachgeholt werden konnte. Die Cueva de Nerja wurde 1959 zufällig von fünf Jugendlichen aus dem Ort entdeckt.
Das Höhlensystem erstreckt sich über mehrere Kilometer, ein Teil davon ist für Besucher zugänglich. Eine der Tropfsteinsäulen ist rund 32 Meter hoch und zählt zu den höchsten bekannten weltweit. Forscher fanden in der Höhle zudem prähistorische Felsmalereien und Spuren von Menschen, die dort vor Zehntausenden von Jahren lebten.
Danach ging es ins nahe Bergdorf Frigiliana mit seinen weiß getünchten Häusern und steilen Gassen. Von dort reicht der Blick bis hinunter aufs Mittelmeer.
Paella, Strand und Zertifikate
Am vorletzten Tag kochte die Gruppe nach dem Unterricht gemeinsam Paella in einer großen Pfanne. Danach wurde am Strand Beachvolleyball gespielt. Eine geplante Rugby-Partie fiel aus: Der Ball war unterwegs abhandengekommen.
Zum Abschluss überreichten die Lehrkräfte der Sprachschule in allen drei Lerngruppen Teilnahmezertifikate. Am Donnerstag flog die Gruppe zurück nach Basel.
Die Schule zieht eine positive Bilanz: Die Schüler hätten ihre Spanischkenntnisse im Unterricht und bei den Gastfamilien erweitert, Andalusien kennengelernt und als Gruppe zusammengefunden – trotz Unwetter und spontaner Programmänderungen.