Mit einem ungewöhnlichen Schwerpunkt endet das diesjährige Musikfestival Sommersprossen: Nach mehreren Konzerten für Streichensembles steht zum Abschluss das Fagott im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Fagottissimo“ präsentieren am Dienstag, 30. Juni, um 20 Uhr einige der renommiertesten Fagottistinnen und Fagottisten Deutschlands ein Konzert in der Werkstatthalle der Kunststiftung Erich Hauser.
Rottweil – Das Fagott gilt als das tiefste Instrument der Holzbläserfamilie. Sein Klang ist warm, weich und tragfähig, zugleich beherrscht es lyrische Melodien ebenso wie virtuose, spritzige Passagen. Aufgrund seiner Nähe zur menschlichen Stimme fasziniert es Komponistinnen und Komponisten seit Jahrhunderten.
Bei den Sommersprossen hat das Instrument Tradition. Seit Jahrzehnten gastieren namhafte Fagottisten beim Rottweiler Festival. Auch in diesem Jahr verspricht das Programm einen besonderen Höhepunkt: Ensemblemusik für vier bis sieben Fagotte, interpretiert von Dag Jensen, Theo Plath, Amy Harman, Malte Refarth, Daniel Mohrmann, Aljoscha Donderer sowie dem aus Rottweil stammenden Elias Schneider.
Den Auftakt bildet die Suite „Aus Holbergs Zeit“ op. 40 von Edvard Grieg. Die fünf Sätze orientieren sich an Tanz- und Liedformen des 18. Jahrhunderts, verbinden diese jedoch mit romantischer Klangsprache. Bereits das schwungvolle Präludium dürfte das Publikum mitreißen.
Es folgen zwei Werke, die eigens für Fagottensemble geschrieben wurden. Mit „Totem Secondo“ von Ennio Morricone erklingt ein Stück für fünf Fagotte und zwei Kontrafagotte. Anschließend steht die „Sonata for Four“ des österreichischen Komponisten und Fagottisten Jakob Fliedl auf dem Programm. Das Werk versteht sich weniger als klassische Sonate denn als klangliche Erkundung der vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten des Instruments.
Einen stilistischen Kontrast setzt danach das „Concerto à Cinque“ des Barockkomponisten Joseph Bodin de Boismortier. Mit barocker Eleganz und musikalischem Esprit schlägt das Werk eine Brücke zurück zur Musik des 18. Jahrhunderts, auf die bereits Griegs Holberg-Suite Bezug genommen hatte.
Den Abschluss des Abends bildet die „Pulcinella-Suite“ von Igor Strawinsky in einer Bearbeitung für Fagottquintett von Enrico Bassi. Strawinskys neoklassizistisches Werk basiert auf Melodien, die dem italienischen Barockkomponisten Giovanni Battista Pergolesi zugeschrieben werden. So spannt das Konzert einen musikalischen Bogen von der Barockzeit bis ins 20. Jahrhundert.
Das Festivalfinale wird zudem vom SWR Kultur mitgeschnitten. Die Aufzeichnung ist am 31. August und 1. September jeweils um 13.05 Uhr im „Mittagskonzert“ zu hören und anschließend online abrufbar.
Bereits vor Konzertbeginn gestaltet die Klarinettenklasse der Musikschule Rottweil unter der Leitung von Marion Schmidt das Präludium.
Info: Das Konzert beginnt am Dienstag, 30. Juni, um 20 Uhr in der Werkstatthalle der Kunststiftung Erich Hauser in Rottweil. Tickets kosten 29 Euro im Vorverkauf und 31 Euro an der Abendkasse. Der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist frei. Karten gibt es bei der Tourist-Information Rottweil sowie an den bekannten Vorverkaufsstellen. Weitere Informationen zum Festivalprogramm sind unter sommersprossen-rottweil.de erhältlich.
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