Beim Richtfest war von gut 17 Millionen Euro die Rede, bei der Einweihung von rund 20 Millionen. Auf Anfrage der NRWZ schlüsselt die Stadt Rottweil die Kosten für das Droste-Hülshoff-Gymnasium auf. Nach ihren Angaben stammt der Unterschied aus den Außenanlagen, die 2023 noch nicht im Haushalt standen. Die Kosten für die eigentlichen Bauleistungen sind demnach praktisch gleich geblieben.
ROTTWEIL. Rund 20 Millionen Euro hat die Stadt nach Worten von Oberbürgermeister Christian Ruf in Sanierung und Erweiterung des Droste-Hülshoff-Gymnasiums (DHG) investiert. So sagte er es bei der Einweihung des Neubaus am 18. September. Beim Richtfest im November 2023 hatte die Stadt noch gut 17 Millionen Euro für die Gesamtmaßnahme genannt. In ihrer Pressemitteilung zur Einweihung heißt es, die Baukosten lägen im Rahmen. Die NRWZ hat nachgefragt, wie beide Beträge zusammenpassen.
Bauleistungen praktisch unverändert
Die Stadtverwaltung verweist auf die Haushaltspläne. Im Haushalt 2023 waren für das DHG Bruttoausgaben von 17,886 Millionen Euro eingeplant. Darin enthalten sind alle Bauabschnitte, die Container für die Bauzeit und der noch ausstehende Abbruch eines Altbaus. Nach Abzug der Zuschüsse blieb ein städtischer Anteil von 14,482 Millionen Euro.
Im Haushalt 2026 stehen für dieselben Bauleistungen 17,896 Millionen Euro, der städtische Anteil liegt bei 14,452 Millionen Euro. Die veranschlagten Kosten sind damit nach Angaben der Stadt gegenüber 2023 „praktisch unverändert“. Der Unterschied beträgt 10.000 Euro.
Neu hinzugekommen sind rund 1,6 Millionen Euro für die Freianlagen, also die Außenflächen rund um die Schule. Sie waren im Haushalt 2023 noch nicht enthalten. Einschließlich dieser Freianlagen kommt die Stadt auf rund 19,5 Millionen Euro. Das ist die Zahl hinter den „rund 20 Millionen“ bei der Einweihung.
Zwei Einschränkungen gehören zu dieser Rechnung. Es handelt sich um Haushaltsansätze, nicht um eine Schlussabrechnung. Der Abbruch des Altbaus steht noch aus. Das Gebäude soll zunächst dem benachbarten Albertus-Magnus-Gymnasium als Ausweichquartier während dessen Sanierung dienen. Außerdem ergibt sich aus den Zahlen der Stadt ein Zuschussvolumen von gut 3,4 Millionen Euro. Bei der Einweihung war vom Landeszuschuss über 1,68 Millionen Euro die Rede. Aus welchen weiteren Quellen die übrigen Zuschüsse stammen, geht aus der Antwort nicht hervor.
Sichtbeton als eines von mehreren Materialien
Anlass für die weiteren Fragen war eine Leserzuschrift. Ein Leser hatte sich beim Foto eines der neuen Klassenzimmer an seine eigene Schulzeit im Jahr 1971 erinnert gefühlt. Schulleiter Stefan Maier hatte daraufhin gegenüber der NRWZ erklärt, das eigentlich Neue liege außerhalb der Klassenräume, auf den sogenannten Marktplätzen.
In der Pressemitteilung beschreibt die Stadt die Klassenzimmer als „hell und freundlich mit viel Glas, Holz und Kautschukböden“. Auf dem veröffentlichten Foto sind vor allem Wände aus Sichtbeton zu sehen. Die Stadtverwaltung erklärt das mit dem Blickwinkel. Das Bild zeige eine Ecke mit zwei Sichtbetonwänden. Sichtbeton sei aber nur eines von mehreren Gestaltungselementen.
Auf dem Foto zu erkennen sind nach Angaben der Stadt der Kautschukboden und die weiße Akustikdecke aus gelochten Gipskartonplatten mit eingebauter Beleuchtung. Nicht im Bild seien die großen Fensterfronten mit Holz-Aluminium-Fenstern und die Einbaumöbel mit Holzfurnier. Schulleiter Maier hatte allerdings erklärt, dass die Einbauschränke zum Zeitpunkt der Aufnahme noch fehlten. Ob und wie sich die einzelnen Klassenräume in ihrer Ausstattung unterscheiden, ließ die Stadt offen.
Bewusst zurückhaltend gestaltet
Die schlichte Wirkung ist nach Angaben der Verwaltung gewollt. Die Unterrichtsräume seien bewusst zurückhaltend und robust gestaltet worden. Eine Schule entwickle erfahrungsgemäß durch die tägliche Nutzung, durch die Schülerinnen und Schüler und durch die pädagogische Arbeit von selbst ein lebendiges Erscheinungsbild. Die Architektur in den Klassenräumen solle sich deshalb zurücknehmen.
Anders gehalten ist der Bereich von Foyer und Aula. Dort setzt die Stadt nach eigener Darstellung mit anderen Bodenbelägen Akzente: Parkett und geschliffener Gussasphalt. Geplant und begleitet hatten den Bau die Projektarchitektinnen Birgit Herter und Olga Lamparter aus der Hochbauabteilung der Stadt. Welche Rolle sie bei der Entscheidung für die zurückhaltende Gestaltung spielten, beantwortete die Verwaltung nicht.
Die Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer sowie der Gäste bei der Einweihung seien sehr positiv gewesen, teilt die Stadt mit. Anerkennung habe es besonders für Gestaltung und Atmosphäre des Gebäudes gegeben.
📰 Mehr aus Rottweil
NEU
Römerschule unter neuer kommissarischer Schulleitung
vor 1 Stunden
NEU
Mädchenchor probt wieder – interessierte Sängerinnen willkommen
vor 3 Stunden
NEU
Krankensalbung in der Auferstehung Christi Kirche
vor 3 Stunden
