Ein wesentliches Merkmal der Waldorfpädagogik ist das ganzheitliche Lernen. Kinder sollen die Welt nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern sie ganzheitlich und lebendig erleben. Deshalb steht in der dritten Klasse das Handwerk im Mittelpunkt des Unterrichts. Statt verschiedene Berufe nur aus Büchern kennenzulernen, erleben die Schülerinnen und Schüler handwerkliche Tätigkeiten unmittelbar und werden selbst praktisch aktiv.
Rottweil – Ein Ausflug führte die dritte Klasse der Waldorfschule Rottweil in die Holzmanufaktur Rottweil, wo die Kinder einen Einblick in das Schreinerhandwerk erhielten. Nach einer Führung durch die Werkstatt durften sie selbst sägen, schleifen und ihren eigenen Bilderrahmen aus Holz herstellen.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch im Café Bäckerei Baier in Schömberg. Dort erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie aus wenigen Zutaten ein Teig entsteht und daraus schließlich duftende Backwaren werden. Mit großer Freude formten sie selbst Brezeln und weitere Backwaren und konnten den Weg vom Teig bis zum fertigen Gebäck hautnah miterleben.
Ergänzt wurde die Handwerksepoche durch weitere Begegnungen mit verschiedenen Handwerken. So besuchte die Klasse ein Klavierhaus sowie einen Geigenbauer. Außerdem waren ein Friseur und ein Schornsteinfeger zu Gast im Klassenzimmer und berichteten anschaulich aus ihrem Berufsalltag.
Solche außerschulischen Lernorte und Begegnungen machen Unterricht lebendig und greifbar. Die Kinder erfahren, wie viel Geschick, Sorgfalt und Freude in handwerklicher Arbeit steckt, und gewinnen einen unmittelbaren Einblick in traditionelle Berufe.
