Der Schramberger Waldbrand prägte die Reden bei der Einweihung des erweiterten Feuerwehrstandorts in Sulgen. Rund 100 Gäste erlebten die Segnung des Anbaus und zweier Fahrzeuge. Der Standort wird zum Logistikzentrum für den Katastrophenschutz im Landkreis.
Schramberg-Sulgen. Der große Waldbrand bei Schramberg liegt noch keine zwei Wochen zurück. Entsprechend aktuell war die Botschaft, die Landrat Christoph Keckeisen am Freitag bei der Einweihung des Anbaus am Feuerwehrgerätehaus Sulgen formulierte: „Wir müssen vorbereitet sein, wenn etwas passiert.“
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Rund 100 Gäste waren zur Feier in die neue Halle gekommen, hinzu kamen die Musikerinnen und Musiker des Musikvereins Sulgen, die den Festakt begleiteten. Kommandanten und Einsatzkräfte aus Feuerwehren des gesamten Landkreises waren in ihren Ausgehuniformen vertreten. Gemeinsam vermittelten sie ein eindrucksvolles Bild von der Schlagkraft der Feuerwehren im Kreis. Auch Vertreter des Technischen Hilfswerks, Mitglieder des Schramberger Gemeinderats und weitere Gäste nahmen teil.
Unter ihnen war auch Keckeisens Vorgänger: Der kürzlich auf eigenen Wunsch aus dem Amt geschiedene frühere Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel verfolgte die Einweihung sichtlich gut gelaunt.
Konsequenz aus großen Einsatzlagen
Keckeisen ging in seiner Rede unmittelbar auf den jüngsten Waldbrand bei Schramberg ein. Ereignisse wie dieses zeigten, wie wichtig es sei, auf größere Schadenslagen vorbereitet zu sein. Mit der Erweiterung des Standorts und den beiden neuen Fahrzeugen setzten der Landkreis und die Feuerwehr gemeinsam ein Zeichen für einen besseren Katastrophenschutz. Davon werde die Feuerwehr im gesamten Landkreis profitieren.
Die Fahrzeuge seien eine Investition in die Feuerwehrleute, sagte Keckeisen. Diese wiederum investierten ihre Freizeit, ihre Zeit bei Tag und Nacht und ihre ständige Einsatzbereitschaft in die Sicherheit der Bevölkerung. Dafür sprach ihnen der Landrat seinen größten Respekt und herzlichen Dank aus.
Eisenlohr dankt Helfern des Waldbrands
Auch Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr stellte den Waldbrand an den Anfang ihrer Rede. Sie wandte sich zunächst an die anwesenden Feuerwehrleute, von denen einige die Schramberger Wehr bei dem Großeinsatz unterstützt hatten.
„Unser Brand“, wie Eisenlohr das Feuer bezeichnete, gelte inzwischen als der größte Waldbrand in Baden-Württemberg. Sie dankte den Einsatzkräften ebenso wie den beteiligten Landwirten, die mit Wasserfässern und Fahrzeugen beim Löscheinsatz geholfen hatten. Allen Beteiligten sprach sie ihren Dank für ihren Mut, ihre Professionalität und ihre Einsatzbereitschaft aus.
Auch wenn die Feuerwehr durch den Waldbrand gerade besonders im Blickpunkt stehe, sei sie an 365 Tagen im Jahr für die Menschen da, betonte die Oberbürgermeisterin. Oft seien es kleinere, weniger sichtbare Einsätze – die Feuerwehr sei aber jederzeit hilfs- und einsatzbereit.
1,78 Millionen Euro für den Anbau
Der Anbau verbessere die Arbeitsbedingungen am Standort Sulgen erheblich, sagte Eisenlohr. Große Schwerlastregale böten nun Platz für Sonderausrüstung und Material. Zugleich dient die Erweiterung als Logistikzentrum für den Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises.
Möglich geworden sei das Gemeinschaftsprojekt durch die entsprechenden Beschlüsse des Schramberger Gemeinderats und des Rottweiler Kreistags. Die Baukosten betragen rund 1,78 Millionen Euro. Zwei Drittel übernimmt der Landkreis Rottweil, ein Drittel die Stadt Schramberg.
Nach der Erweiterung stehen am Standort insgesamt sechs Boxen zur Verfügung. Untergebracht werden dort Fahrzeuge, Material und Spezialausrüstung für unterschiedliche Einsatzlagen – von Wald- und Flächenbränden über Hochwasser bis hin zu großflächigen Stromausfällen. Gleichzeitig wurde mehr Platz sowohl für die Feuerwehr Schramberg als auch für die Zentrale Feuerwehrwerkstatt des Landkreises geschaffen.
HLF kostet so viel wie ein Einfamilienhaus
Neben dem Anbau stand das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 der Abteilung Sulgen im Mittelpunkt. Es trägt den Funkrufnamen „Florian Schramberg 2/46“ und wird künftig bei Brandeinsätzen als erstes Fahrzeug ausrücken, erklärte Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle.
Das HLF ersetzt ein Fahrzeug aus dem Jahr 1997, das damit fast 30 Jahre im Einsatz war. Das neue Fahrzeug ist für die Brandbekämpfung ebenso ausgerüstet wie für technische Hilfeleistungen, etwa nach Verkehrsunfällen. Zur Ausstattung gehören unter anderem Atemschutzgeräte, Wärmebildkamera, Gasmessgerät, Löschwasser, hydraulische Rettungsgeräte und ein Sprungpolster.
Rund 650.000 Euro koste das neue HLF, sagte Eisenlohr – damit ungefähr so viel wie ein Einfamilienhaus. Und es habe auch etwa so viel „drin“. Die drei Vergabelose für Fahrgestell, Aufbau und Beladung summieren sich auf knapp 644.000 Euro.
Spezialwissen für den CBRN-Erkunder
Das zweite neue Fahrzeug ist ein vom Bund beschaffter und finanzierter CBRN-Erkundungswagen. Er kommt bei chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Gefahren zum Einsatz. Seine Aufgaben lassen sich mit drei Worten zusammenfassen: spüren, messen und melden.
Für den Einsatz des Spezialfahrzeugs sei umfangreiches Fachwissen erforderlich, betonte Wöhrle. Die Schramberger Einsatzkräfte seien bereit, sich dieses Wissen anzueignen. Das sei einen besonderen Applaus wert.
„Heute ist ein guter Tag für die Sicherheit in unserem Landkreis“, fasste Kreisbrandmeister Philipp Glunz die Bedeutung des Festakts zusammen. Auch die schönsten Fahrzeuge blieben letztlich reine Symbolik, wenn keine Menschen hinter ihnen stünden. Erst die Feuerwehrfamilie fülle den Standort und das Feuerwehrwesen mit Leben. Ihr gelte sein besonderer Dank.
Im Anschluss an die Reden segneten Pfarrer Markus Krimmer für die Evangelische Kirche und Gemeindereferentin Viola Schreiber für die Katholische Kirche den Anbau und die beiden neuen Fahrzeuge.



































































































