Eine Woche lang Handy, Tablet und Konsole bewusst zur Seite legen: Dieser Herausforderung stellten sich im Landkreis Rottweil 504 Schülerinnen und Schüler aus 22 Klassen der Stufe 6 bei der Projektwoche „(R)Auszeit – Freizeit statt Bildschirmzeit“. Das Ergebnis: neue Freiräume, überraschende Erkenntnisse und die Erfahrung, dass Freizeit auch ohne Bildschirm funktioniert.
Kreis Rottweil – Initiiert wurde die Aktion vom Arbeitskreis „Medienkompetenz von Kindern stärken“, getragen vom Gesundheitsamt, dem Kreismedienzentrum und der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Ziel war es, junge Menschen zu einem bewussteren Umgang mit digitalen Medien zu ermutigen. Mit medienpädagogischen Impulsen reflektierten die Kinder ihr Nutzungsverhalten und setzten sich mit den Auswirkungen auf Gesundheit, Schlaf und soziale Beziehungen auseinander. Ergänzend vermittelte das Polizeipräsidium Konstanz Wissen zum sicheren Verhalten im Netz.
Für viele wurde die Woche zum Perspektivwechsel. „Man war nicht die ganze Zeit am Handy und hatte mehr Zeit für andere Dinge“, sagte der elfjährige Samuel. Emma (12) zog das Fazit: „Man konnte die Zeit endlich sinnvoll nutzen und mehr Zeit für sich haben.“ Auch Lisa und Emily erlebten, dass Freizeit ohne digitale Medien bereichernd sein kann. Eine Lehrkraft ergänzt: „Die Rückmeldungen der Kinder waren beeindruckend. Viele waren stolz darauf, ihre persönlichen Ziele erreicht zu haben.“
Begleitet wurde die Woche von Freizeitaktionen und Challenges, organisiert von den Kinder- und Jugendreferaten aus Rottweil, Schramberg und Oberndorf. Unterstützung kam auch von den örtlichen Freibädern, die Freikarten zur Verfügung gestellt hatten. Ein Höhepunkt war für die Schramberger Schülerinnen und Schüler der gemeinsame Abschluss im badschnass Freibad Tennenbronn mit Spiel und Spaß an Land und im Wasser. Kreativität zeigte sich zudem beim Klassenfoto-Wettbewerb, den die Klasse 6c der Erhard-Junghans-Schule Schramberg gewann.
Besonders bemerkenswert: Viele Teilnehmende möchten ihren Medienkonsum auch nach der Projektwoche bewusst reduzieren. Marcels Fazit bringt es auf den Punkt: „Einfach mal das Gerät ausmachen!!!“
