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Gartenschau 2031: Land finanziert Tuttlingens neue Donaubrücken

Der marode Sängersteg wird ersetzt, die Elta-Mündung um 150 Meter verlegt. Der Gemeinderat hat sich das künftige Schaugelände zu Fuß angesehen.

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Unterwegs in Sachen Gartenschau: Zum Auftakt der neuen Sitzungsperiode machten sich die Stadträte zu Fuß ein Bild vom künftigen Veranstaltungsgelände. Foto: pm

Tuttlingen richtet 2031 eine Gartenschau aus – und kommt dadurch bei Landeszuschüssen deutlich leichter zum Zug. Zwei Brücken über die Donau, die ohnehin ersetzt werden müssten, werden nach Angaben der Stadt weitgehend aus Fördergeldern bezahlt. Die geplante Verlegung der Elta-Mündung fördert das Land mit 80 Prozent. Der Gemeinderat hat sich bei einem Rundgang am Montag ein Bild vom künftigen Schaugelände gemacht.

Der Sängersteg ist marode und abgestützt

Noch führt der Sängersteg über die Donau. Die Holzbrücke zwischen Stadtgarten und Donaupark ist allerdings marode: Sie steht provisorisch abgestützt und hängt leicht schief. Im Zuge der Gartenschau soll sie durch einen filigranen Neubau ersetzt werden, der in der Gestaltung dem neuen Rathaussteg ähnelt – etwas kürzer und schmäler.

Bezahlt wird der Neubau nach Darstellung der Stadt fast vollständig aus Landeszuschüssen. Das gilt auch für die geplante Fußgänger- und Fahrradbrücke beim Koppenland. „Wir werden sowohl den neuen Sängersteg als auch die neue Fußgänger- und Fahrradbrücke beim Koppenland weitgehend aus Zuschüssen bezahlen können“, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung.

Der Zugang zu den Fördertöpfen sei durch die Gartenschau deutlich vereinfacht. Die Unterstützung für die Projekte sei schnell und ohne die sonst üblichen, aufwändigeren Antragsverfahren bewilligt worden – „das ist für uns auch eine erhebliche Arbeitserleichterung“. Konkrete Summen nennt die Stadt weder für die beiden Brücken noch für die Höhe der Zuschüsse.

Die Elta soll 150 Meter weiter östlich münden

Ähnlich läuft es bei einem zweiten zentralen Projekt: der Umgestaltung der Elta-Mündung. Die Mündung des Flusses in die Donau soll um rund 150 Meter nach Osten verlegt werden, davor sollen beide Flüsse ein Stück parallel verlaufen.

Hintergrund ist der abgesenkte Donaupegel. Bei Niedrigwasser – im Sommer oft über Wochen und Monate – besteht keine direkte Verbindung mehr zwischen Donau und Elta. Fische und andere im Wasser lebende Tiere können in dieser Zeit nicht mehr wandern. Für das Land ist das nach Angaben der Stadt der Grund, die Umgestaltung mit 80 Prozent zu fördern.

Die Stadt erwartet zugleich einen städtebaulichen Nebeneffekt: eine Flusslandschaft mitten in der Stadt, die nach Beschreibung der Verwaltung an ein kleines Delta erinnern soll.

Vom Bahnhof direkt auf das Schaugelände

Informiert wurde der Gemeinderat bei einem Rundgang zum Auftakt der neuen Sitzungsperiode. Anders als in den Vorjahren ging es diesmal zu Fuß statt per Rad durch die Stadt, mit Schwerpunkt auf dem künftigen Gartenschau-Gelände.

Start war beim „Golem“. Dort lässt sich bereits absehen, wie das Ufer künftig aussehen soll: Terrassen, unter anderem aus Kalkstein, sollen bis ans Wasser reichen. Das gegenüberliegende Gerberufer soll vor allem in der Vorbereitungsphase eine Rolle spielen – dort ist eine temporäre Aktionsfläche geplant, mit der auf die Großveranstaltung eingestimmt werden soll.

Schwerpunkte der Schau werden außerdem der Stadtgarten und der Bahnhof. Über die bereits fertiggestellte Unterführung soll man direkt zum Haupteingang der Gartenschau gelangen. Tuttlingen wäre damit nach eigener Einschätzung die erste Gartenschau-Stadt, deren Gelände man unmittelbar vom Bahnhof aus betritt.

Einordnung

Für die Region ist Tuttlingen die zweite Gartenschau-Kommune binnen weniger Jahre: Rottweil richtet 2028 die Landesgartenschau aus, Tuttlingen folgt 2031. Gartenschauen sind in Baden-Württemberg das kleinere Format neben den Landesgartenschauen, beide Reihen werden vom Land vergeben.

Dass Ausrichterstädte Bau- und Infrastrukturprojekte auf den Schautermin hin bündeln und dabei leichter an Landesmittel kommen, gehört zum Prinzip dieser Schauen. Wie hoch die Förderquote bei den Tuttlinger Brücken tatsächlich ausfällt und aus welchen Programmen die Mittel stammen, hat die Stadt bislang nicht mitgeteilt.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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