Die Neugestaltung des Heiligkreuzorts in der historischen Rottweiler Innenstadt geht in die letzte Runde. Nach Bruderschaftsgasse, Schulgasse, Pfarrgasse und Münsterplatz konzentrieren sich die Arbeiten nun auf die Oberamteigasse und die angrenzenden Gassen. Rund 1,17 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Fertig sein soll der letzte Abschnitt bis Ende 2027.
Oberbürgermeister Christian Ruf und der Rottweiler Landtagsabgeordnete Stefan Teufel (CDU) haben sich bei einem gemeinsamen Rundgang über den Stand der Arbeiten informiert. Der Umbau des Quartiers läuft seit mehreren Jahren in Etappen. Parallel zur Oberflächengestaltung werden alte Ver- und Entsorgungsleitungen ersetzt und das Nahwärmenetz erweitert. Nach Angaben der Stadt sollen darüber perspektivisch alle Anlieger in den historischen Gassen mit Wärme versorgt werden können.
Was bereits fertig ist
Den Anfang machte die Bruderschaftsgasse. Sie wurde im vergangenen Jahr wieder freigegeben. Dort wurden Leitungen und Hausanschlüsse erneuert, dazu kamen neue Pflasterflächen, zusätzliche Bäume und Grünbereiche, Sitzmöglichkeiten und Fahrradabstellplätze.
Schulgasse und Pfarrgasse folgten zwischen März und Oktober 2025 und sind weitgehend abgeschlossen. Ebenfalls weit fortgeschritten ist die Neugestaltung des Münsterplatzes: Die neue Freitreppe schafft einen breiteren Zugang zum Platz und verbindet ihn stärker mit dem Alten Rathaus und der Oberen Hauptstraße. Auch die Gasse am Münsterplatz ist nahezu fertig.
Der Münsterplatz und seine angrenzenden Bereiche bilden den zweiten Bauabschnitt. Er kostet nach Angaben der Stadt rund 2,7 Millionen Euro. 888.000 Euro davon stammen aus der Städtebauförderung.
Dritter Bauabschnitt: Oberamteigasse und Boltengäßle
Nun rücken die Oberamteigasse und ihre Anschlussbereiche in den Blick. Dazu zählen die Hintere Höllgasse, das Boltengäßle und die Schlachthausstraße. Vorgesehen sind Natursteinpflaster und Asphaltflächen, zusätzliche Grünflächen mit mehrstämmigen Gehölzen, Sitzmöglichkeiten, Flächen für Außengastronomie und neue Fahrradabstellplätze.
Im Boltengäßle bleibt es nicht bei der Oberfläche: Dort wird auch das historische Brückenbauwerk saniert. An der Gewölbe- beziehungsweise Bogenbrücke waren im Vorfeld Schäden untersucht worden.
Die aktuelle Kostenberechnung für den dritten Bauabschnitt liegt bei rund 1,17 Millionen Euro für Bau- und Baunebenkosten. Rund 350.000 Euro davon sind Fördermittel aus dem Sanierungsgebiet, rund 820.000 Euro trägt die Stadt selbst.
Zeitplan zielt auf die Landesgartenschau
Der Bauablauf ist darauf ausgelegt, dass die Arbeiten an der Oberamteigasse und den Anschlussbereichen bis Ende 2027 abgeschlossen sind. Damit bliebe der Stadt ein knappes halbes Jahr Puffer bis zum Start der Landesgartenschau 2028, für die der gesamte Heiligkreuzort in neuer Gestaltung zur Verfügung stehen soll.
Geld aus dem Sanierungsgebiet „Stadtmitte“
Finanziert wird die Neugestaltung wesentlich über die Städtebauförderung von Bund und Land. Das Sanierungsgebiet „Stadtmitte“ besteht seit 2016 und wurde inzwischen verlängert. Für das Jahr 2026 hat Rottweil eine Finanzhilfe von 3,5 Millionen Euro erhalten, 2025 waren 2,8 Millionen Euro bewilligt worden. Von den Fördermitteln tragen Bund und Land 60 Prozent, die Stadt bringt die restlichen 40 Prozent auf.
„Die Städtebauförderung ist für Rottweil ein enorm wichtiger Hebel“, sagt Ruf. Sie ermögliche Projekte, die die historische Innenstadt dauerhaft stärkten und zugleich private Investitionen anstießen. Dass die Stadt 2026 erneut 3,5 Millionen Euro erhalten habe, sei „alles andere als selbstverständlich“, das Programm sei stark nachgefragt.
Beim Rundgang dankte Ruf dem Landtagsabgeordneten Teufel für dessen Einsatz im Land. Teufel sagte, Rottweil nutze die Möglichkeiten der Städtebauförderung konsequent. Was im Heiligkreuzort entstehe, sei eine nachhaltige Aufwertung der historischen Innenstadt – für die Bürgerinnen und Bürger, für Handel und Gastronomie und für Gäste, die die Stadt im Umfeld der Landesgartenschau 2028 und darüber hinaus besuchten.
