Zwölf Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare des Landgerichts Rottweil haben gemeinsam mit dem Präsidenten des Landgerichts Rottweil Florian Diekmann und der Ausbildungsleiterin, Vorsitzende Richterin am Landgericht Hakenbeck-Rottner, Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf im Rottweiler Rathaus besucht.
Rottweil – Im Mittelpunkt des Austauschs stand auch die für die juristische Ausbildung am Standort Rottweil relevante kommunale Praxis: Wie werden Vorhaben vorbereitet, Mehrheiten im Gemeinderat gefunden und Entscheidungen für die Stadt umgesetzt? Der Besuch machte für die Referendarinnen und Referendare anschaulich, dass Recht nicht nur in Gerichtssälen angewendet wird, sondern auch Grundlage praktischer Gestaltung vor Ort ist — in Stadtentwicklung, Infrastruktur, Bildung, Sicherheit und öffentlichem Leben.
Oberbürgermeister Dr. Ruf gab den Nachwuchsjuristen einen anschaulichen Einblick in seine Arbeit an der Spitze der Stadt Rottweil. Als Oberbürgermeister leitet er die Stadtverwaltung, führt den Vorsitz im Gemeinderat und repräsentiert die Stadt nach außen. Gerade diese Verbindung aus fachlicher Vorbereitung, politischer Mehrheitsbildung und öffentlicher Verantwortung mache die kommunale Arbeit besonders anspruchsvoll, so Oberbürgermeister Dr. Ruf.
An konkreten Beispielen erläuterte er, wie kommunale Willensbildung funktioniert. Entscheidend sei, dass die demokratisch zuständigen Gremien klar entscheiden und Verantwortung übernehmen. Gerade darin zeige sich die praktische Bedeutung kommunaler Selbstverwaltung. Auch die aktuellen Großprojekte der Stadt machten deutlich, wie anspruchsvoll kommunale Planung und Steuerung sein können. Die Hängebrücke, die neue Justizvollzugsanstalt und die Vorbereitungen auf die Landesgartenschau 2028 verlangen zahlreiche Abstimmungen, langfristige Planung und den Ausgleich unterschiedlicher Interessen.
Präsident des Landgerichts Diekmann dankte dem Oberbürgermeister für den Einblick in die Arbeit kommunale Arbeit und hob auch das regelmäßig bestehende Angebot eines Referendarplatzes in der Rottweiler Verwaltung während der Verwaltungsstation hervor: „Die enge Zusammenarbeit mit der Stadt ist ein weiterer wichtiger Standortfaktor für die juristische Ausbildung in Rottweil. Durch das Referendariat lernen manche Nachwuchsjuristen die Region zum ersten Mal kennen und schon manche sind dann als junge Richterin oder junger Staatsanwalt dauerhaft geblieben.“
