Die Frage, welches Tier das Schaf am Eckhof im Eschachtal unlängst tatsächlich gerissen hat, bleibt vorerst offen. Für Schäfer Matthias Meerwarth ist die Sache dennoch klar: Er hält einen Wolf weiterhin für den wahrscheinlichsten Verursacher.
Welches Tier das Schaf am Eckhof gerissen hat, dazu gibt es inzwischen drei forensische Untersuchungen mit unterschiedlichen Ergebnissen. Die Forstwirtschaftliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) des Landes stellt in ihrer Untersuchung klar, dass ein Wolf ausgeschlossen werden könne. Schäfer Matthias Meerwarth, dem das tote Schaf gehört, hat weitere Proben an zwei Institute geschickt. Auch dort unterscheiden sich die Ergebnisse.

Ein Labor in Kaiserslautern hat die ihm zugesandten Proben eindeutig einem Haushund zugeordnet. Ein weiteres Labor in Hamburg wiederum hat Genproben gefunden, die nach Einschätzung der Gutachter stark auf einen Wolf hindeuten. So schreibt das „Institut ForGen – Forensische Genetik und Rechtsmedizin Hamburg“:
„Weiterhin wurde das Merkmal ‚96‘ im Markersystem PEZ05 und ‚180‘ im Markersystem PEZ15 von uns bisher nur bei Wölfen und nicht bei anderen Canidae (n>21.000, >275 Hunderassen, Schakale, Dingos, Füchse, Marderhunde) nachgewiesen. (….) Damit kann zusammengefasst werden, dass an den übersandten Spurenträgern sicher DNA von mindestens zwei bis drei Vertretern aus der Familie der Canidae nachgewiesen werden konnte. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um mindestens ein männliches Individuum. Dabei weist die STR-Analytik auf einen Wolf hin, wobei aus forensischer Sicht auch ein Wolf-Hund-Mischling nicht ausgeschlossen werden kann.“
Dass die Ergebnisse der Untersuchungen unterschiedlich ausfallen, könnte daran liegen, dass sich nach dem Riss mehrere Tiere an dem toten Schaf zu schaffen machten – und so ihre genetischen Spuren hinterließen, die bei den Abstrichen an verschiedenen Stellen gefunden wurden.
Schäfer Meerwarth ist nach wie vor überzeugt davon, dass es ein Wolf war, der das Schaf gerissen hat. Nach seiner Einschätzung deuten die Fotos darauf hin, dass sich das Schaf gegen den Angreifer gewehrt hat. Rund um die Fundstelle sei das Gras niedergetrampelt.
Meerwarth vermutet zudem, dass die Hunde im benachbarten Tierheim auf das Raubtier aufmerksam wurden und es durch ihr Gebell vertrieben haben könnten. Deshalb sei das Schaf möglicherweise nicht vollständig gefressen worden. Anschließend könnten sich andere Tiere am Kadaver zu schaffen gemacht haben. Eins stellt der erfahrene Schäfer klar: Ein Fuchs könne nach seiner Einschätzung kein ausgewachsenes Schaf reißen.
Dass ein Wolf seinen Weg ins Eschachtal findet, ist keineswegs ausgeschlossen. Immerhin gibt es im Schwarzwald mehrere ausgewiesene Wolfsterritorien – unter anderem am Schluchsee, an der Hornisgrinde, auf der Ostbaar und im Nordschwarzwald. Laut Naturschutzbund NABU ist der Wolf ein hervorragender Langstreckenläufer, der bis zu 80 Kilometer täglich zurücklegen kann. Zudem wurden im Schwarzwald immer wieder durchziehende Wölfe aus Niedersachsen, Österreich oder Bayern nachgewiesen.
📰 Mehr aus Rottweil
NEU
Fagottissimo – das Fagott in seiner höchsten Form
vor 10 Stunden
NEU
Blasmusik-Serenaden gehen weiter
vor 10 Stunden
NEU
Leidenschaft für Bücher
vor 11 Stunden 🔥 Meistgelesen aus Rottweil
👁 5,9k
Betrunkener Skodafahrer rammt Traktor: Unfall bei Schiltach endet tödlich
05. Juni 2026
👁 4,9k
81-jähriger Radfahrer stirbt nach Unfall zwischen Neufra und Wellendingen im Krankenhaus
03. Juni 2026
👁 3,9k
Schadnagerkot und Hygienemängel: Speisenabgabe bei Rottweiler Imbiss vorübergehend untersagt – Eigentümer verweist auf Baustellen
13. Juni 2026
