Aldi, Lidl und Norma haben zum 24. August gleichzeitig die Preise für Orangensaft, Nüsse und Papierwaren dauerhaft gesenkt – bei allen drei Ketten fällt der Liter Orangensaft von 1,99 auf 1,39 Euro. Parallel dazu mussten Lidl und Edeka in dieser Woche Produkte zurückrufen: Lidl warnt vor einer Grillwurst mit möglicher Kühlketten-Unterbrechung, bei Edeka geht es um Salmonellen in tiefgefrorenen Bio-Wildheidelbeeren. Einen aktuellen Bezug zum Landkreis Rottweil gibt es in dieser Woche nicht.
Rückrufe: Lidl warnt vor Grillwurst, Edeka vor Tiefkühlbeeren
Lidl Deutschland ruft die Produkte „Martínez Somalo Chorizo BBQ“ und „Martínez Somalo Chorizo BBQ Picante Spicy“ in der 375-Gramm-Packung zurück. Betroffen sind die Mindesthaltbarkeitsdaten 28. November, 5., 12., 19. und 26. Dezember 2026. Grund ist laut Mitteilung eine mögliche Unterbrechung der Kühlkette, wodurch die aufgedruckte Mindesthaltbarkeit nicht garantiert werden kann. Vom Verzehr wird ausdrücklich abgeraten, der Rückruf gilt in 16 Bundesländern und damit auch in Baden-Württemberg. Hersteller ist das spanische Unternehmen Hijo de José Martínez Somalo. Das amtliche Portal lebensmittelwarnung.de listet alle Mindesthaltbarkeitsdaten auf, weitere Details hat Der Westen zusammengefasst.
Bei Edeka und Marktkauf betrifft der Rückruf „EDEKA Bio Wildheidelbeeren tiefgefroren“ in der 300-Gramm-Packung. Hersteller Jütro Tiefkühlkost aus Jessen/Elster kann Salmonellen in einzelnen Packungen nicht ausschließen. Betroffen sind laut Verbraucherzentrale die Chargen L140626V3, L150626V3, L150626N3, L240626 14, L240626D4, L240626E4, L250626E4 und L250626 14 mit Mindesthaltbarkeitsdaten zwischen dem 13. und 24. Juni 2028. Die Ware wurde in 14 Bundesländern verkauft, auch in Baden-Württemberg, und kann laut Hersteller unabhängig vom Kassenbon in jeder Verkaufsstelle zurückgegeben werden. Die Verbraucherzentrale führt die Chargenliste, Chip.de beschreibt mögliche Symptome wie Durchfall und Erbrechen. Die Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass in den vergangenen Monaten bereits mehrere Tiefkühlbeeren-Chargen anderer Marken wegen Noroviren zurückgerufen wurden, und rät grundsätzlich, Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr zu erhitzen.

Aldi
Aldi Süd hat nach eigenen Angaben zum 24. August die Preise für Säfte, Nüsse und Haushaltspapier dauerhaft gesenkt – und zwar unabhängig von der Bonus-App. Der Rio-d’Oro-Orangensaft (1 Liter) kostet statt 1,99 nun 1,39 Euro, der Orangennektar (1,5 Liter) sinkt von 1,69 auf 1,39 Euro. Bei den Nüssen fällt die Senkung am größten aus: Paranusskerne (200 Gramm) werden von 4,29 auf 3,19 Euro günstiger, Walnusskerne von 2,99 auf 2,49 Euro, Macadamias von 3,49 auf 2,99 Euro. Bei Papierwaren wie Toilettenpapier oder Taschentüchern sinken die Preise jeweils um 10 Cent. Aldi Nord senkt laut Medienberichten im eigenen Verkaufsgebiet ebenfalls bis zu 30 Prozent, äußerte sich dazu aber nicht in einer eigenen Pressemitteilung. Die Preistabellen im Detail haben t-online und Ruhr24 zusammengetragen.
Begleitet wird die Preisaktion von einem öffentlichen Schlagabtausch mit Lidl über Rabatt-Apps. Aldi hatte seit Ende Juli in einer Kampagne Rabatt-Apps anderer Ketten kritisiert, Lidl reagierte mit eigenen Kontern. Wie Horizont berichtet, bewerten Markenexperten den offenen Werbekonflikt unterschiedlich; das Supermarktblog wiederum wirft beiden Seiten in der Debatte Widersprüche vor.
Edeka
Neben dem Rückruf der Bio-Wildheidelbeeren, der oben ausführlich beschrieben ist, sorgte Edeka in dieser Woche mit einer ungewöhnlichen Maßnahme in Hannover für Aufsehen. Eine Filiale in Hannover-Linden schloss ihren Markt für einen Tag komplett für Jugendliche. Nach Angaben der Betreiber seien in den Schulpausen bis zu 70 Personen gleichzeitig in den Markt geströmt, dabei habe es ausgekippte Smoothies, verschüttetes Babyöl und wiederholte Diebstähle gegeben. Der Landesschülerrat kritisierte das Vorgehen als Kollektivstrafe und Altersdiskriminierung, die Polizei bestätigte laut Bericht wiederholte Straftaten und will nun mit Marktleitung und Schulen nach Lösungen suchen. Tagesschau/NDR berichtete ausführlich über den Fall.
Kaufland
Eine eigene Pressemitteilung hat Kaufland in dieser Woche nicht veröffentlicht, dennoch gab es zwei berichtenswerte Entwicklungen. Die Schwarz-Gruppe, zu der neben Lidl auch Kaufland gehört, plant im mecklenburg-vorpommerschen Dummerstorf bei Rostock eines der größten Rechenzentren Deutschlands. Zunächst sollen 240 Megawatt Kapazität entstehen, Baubeginn ist 2027, bis 2045 ist ein Ausbau auf bis zu ein Gigawatt vorgesehen. Das Bundesland fördert die Ansiedlung mit bis zu 120 Millionen Euro, die Abwärme soll ins Rostocker Wärmenetz fließen. Ziel ist der Ausbau des konzerneigenen Cloud-Anbieters Stackit, der auch von Lidl und Kaufland selbst genutzt wird. Warum das Projekt nicht in Baden-Württemberg entsteht, ordnet der SWR ein.
Zudem hat Kaufland bereits Ende August Spekulatius, Dominosteine und Lebkuchen in die Regale gebracht. Auf Kritik im Netz reagierte das Unternehmen mit dem Hinweis, der Verkaufsstart liege bewusst rund um den meteorologischen Herbstanfang am 1. September; weitere Weihnachtsartikel wie Schoko-Weihnachtsmänner und Marzipan sollen ab Ende September folgen. Details dazu hat echo24 zusammengetragen.
Lidl
Neben dem Chorizo-Rückruf hat Lidl zum 24. August ebenfalls die Preise für Orangensaft und Papierwaren dauerhaft gesenkt. Solevita Orangensaft (1 Liter) kostet nun 1,39 statt 1,99 Euro, auch die milde Variante und jene mit Fruchtfleisch sind betroffen, der Orangennektar (1,5 Liter) sinkt von 1,69 auf 1,39 Euro. Bei Alesto-Walnusskernen (200 Gramm) geht der Preis von 2,99 auf 2,49 Euro zurück, bei Floralys-Papierwaren wie Küchentüchern oder Toilettenpapier liegen die Senkungen bei rund 10 bis 15 Cent je Packung. Anders als bei Aldi Nord gelten die neuen Preise nach Angaben von Ruhr24 bundesweit einheitlich, und Lidl betont, die Senkungen kämen zusätzlich zu bestehenden App-Rabatten.
In der aktuellen Ausgabe 09/2026 von Öko-Test erhielt der Lidl-Eigenmarken-Badreiniger „W5 Kraft & Glanz Ozeanfrische“ das Gesamturteil „gut“ und damit laut Lidl das beste Ergebnis im gesamten Testfeld; der Liter kostet 0,85 Euro. Auch die „Nixe Zarten Heringsfilets in Tomatencreme“ gehörten zu den wenigen getesteten Produkten mit nur geringen Spuren von Bisphenol A. Am Rechenzentrumsprojekt der Schwarz-Gruppe bei Rostock, das im Abschnitt zu Kaufland beschrieben ist, ist Lidl als Schwestergesellschaft ebenfalls beteiligt.
Netto
Netto Marken-Discount hat in dieser Woche keine eigene Pressemitteilung veröffentlicht. Nach Unternehmensangaben liefen im Berichtszeitraum mehrere weitere Tranchen dauerhafter Preissenkungen sowie eine Gewinnspielaktion: Wer ab 20 Euro einkauft, erhält ein Los, das garantiert einen Sachpreis oder Coupon in der Netto-plus-App gewinnt, Hauptgewinn ist nach Unternehmensangaben ein BMW X2. Eine eigenständige, über solche Aktionsdetails hinausgehende Nachricht gab es bei Netto in dieser Woche nicht.
Norma
Norma hat zum 24. August die Preise für 13 Artikel dauerhaft gesenkt, in der Spitze um bis zu 30 Prozent. Der TRIMM-Orangensaft (1 Liter) fällt von 1,99 auf 1,39 Euro, der Orangennektar (1,5 Liter) von 1,69 auf 1,39 Euro. Bei Nüssen sinken die Preise für Ardilla-Walnusskerne von 2,99 auf 2,49 Euro und für Pfiff-Macadamias von 3,49 auf 2,99 Euro, bei sieben Daunasoft-Papierartikeln jeweils um rund 10 Cent. Wie Heidelberg24 einordnet, war der Nektarpreis bereits im Juli von 1,79 auf 1,69 Euro gesenkt worden, sodass sich rechnerisch eine kumulierte Ersparnis von rund 22 Prozent ergibt; die Verbraucherzentrale empfiehlt grundsätzlich den Blick auf den Grundpreis statt auf die reine Prozentangabe.
Penny
Bei Penny gab es in dieser Woche keine nennenswerte Meldung für Deutschland. Nach Unternehmensangaben öffneten lediglich zwei bereits bestehende Filialen in Berlin und im bayerischen Traunreut nach Umbauarbeiten wieder.
Rewe
Rewe hat vor der geplanten Übernahme von 35 Feneberg-Standorten mehrere Feneberg-Filialen im Allgäu schließen lassen. Am 29. August machte der Markt im Rigi-Center in Peißenberg endgültig dicht, zuvor waren bereits die Filialen in Burgberg und Buchenberg geschlossen worden. Betroffene Beschäftigte sollen nach Berichten auf andere Standorte verteilt werden. Rewe und die LEH-Allgäu GmbH hatten die Übernahme Mitte Juli beim Bundeskartellamt angemeldet. Details zu den einzelnen Schließungen haben Kreisbote und die Allgäuer Zeitung zusammengetragen.
Beim Bezahldienst Rewe Pay fällt eine bisherige Hürde weg: Für die Aktivierung ist der Gang zur Kasse mit der Girocard nicht mehr nötig. Die Freischaltung läuft künftig direkt über die Rewe-App, technisch über den Dienstleister FinAPI, bei der das Girokonto per Online-Banking hinterlegt und ein Lastschriftmandat erteilt wird. Beim Bezahlen per Scan werden Bonusguthaben und Treuepunkte automatisch gutgeschrieben, der Kassenbon landet digital in der App. Ruhr24 beschreibt die Umstellung im Detail.
Im Lager bauen Rewe und der finnische Automatisierungsspezialist Cimcorp ihre Zusammenarbeit im größten Frische- und Kühllager des Unternehmens in Oranienburg weiter aus. Dort werden nach Unternehmensangaben täglich mehr als 650.000 Einheiten bewegt, belieferbar sind über 370 Supermärkte und 580 weitere Geschäfte. Zum erweiterten Servicepaket gehören halbjährliche Inspektionen, Vor-Ort-Service an sechs Tagen die Woche und eine Überwachung der IT-Infrastruktur, wie das Fachmedium Lebensmittelpraxis berichtete.