Die Einweihung des Solarparks Trichtingen hat am 03. August stattgefunden. Von links: Mark Prielipp (Bürgermeister Gemeinde Epfendorf), Armin Komenda (EWS-Vorstandsmitglied), Dirk Reinwand (EWS Schönau Energie GmbH; Projektleiter), Thekla Walker (Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg), Artur Eichin (MdL Baden-Württemberg), Jörg Dürr-Pucher (Leiter Projektentwicklung solarcomplex AG). Foto: ews

Neuer Solarpark bei Epfendorf-Trichtingen: Fünf Megawatt für 1.800 Haushalte

Umweltministerin Thekla Walker kam zur Eröffnung nach Trichtingen – und mahnte beim Ausbau der Windkraft im Land mehr Tempo an.

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Bei Epfendorf-Trichtingen im Landkreis Rottweil ist ein neuer Solarpark ans Netz gegangen. Auf rund vier Hektar erzeugen gut 8.000 Module eine Leistung von etwa fünf Megawatt – rechnerisch genug für etwa 1.800 Haushalte. Betrieben wird die Anlage von der Energiegenossenschaft EWS Schönau. Zur Eröffnung am Montag kam Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) in die Gemeinde.

Epfendorf-Trichtingen – Geplant und gebaut haben den Solarpark die EWS Elektrizitätswerke Schönau eG, eine Energiegenossenschaft aus dem Südschwarzwald, gemeinsam mit der SolarComplex AG aus Singen. Nach Angaben der Beteiligten stehen auf der rund vier Hektar großen Fläche 8.046 sogenannte bifaziale Module. Diese Bauart nimmt Licht auf Vorder- und Rückseite auf und nutzt damit auch Strahlung, die vom Boden reflektiert wird.

Die installierte Leistung liegt bei rund fünf Megawatt. Die Betreiber gehen von einer Betriebsdauer von 25 bis 30 Jahren aus und beziffern die jährliche Einsparung auf etwa 2.310 Tonnen Kohlendioxid.

Einzuordnen ist: Sowohl die Zahl der versorgten Haushalte als auch der CO2-Wert sind Rechengrößen. Sie hängen davon ab, welcher Jahresverbrauch je Haushalt und welcher Vergleichs-Strommix angesetzt werden. Beide Angaben stammen von den Betreibern und sind redaktionell nicht überprüfbar.

Ministerin: Beim Wind geht es zu langsam

Umweltministerin Thekla Walker nutzte den Termin für eine energiepolitische Bilanz. Mit Blick auf Hitze, Trockenheit und die Waldbrände in Frankreich sagte sie, die Auswirkungen des Klimawandels seien inzwischen spürbar; ein weiteres Festhalten an fossilen Energien lasse sich damit nicht rechtfertigen.

Beim Ausbau der Photovoltaik komme Baden-Württemberg voran, sagte Walker. Bei der Windkraft gehe es dagegen nicht schnell genug. Sie wolle sich für eine Beschleunigung einsetzen.

Betreiber fordern schnellere Genehmigungen

Armin Komenda, Vorstandsmitglied der EWS Schönau, richtete bei der Eröffnung eine Forderung an die Politik: Wenn Klimaziele erreicht, die Versorgungssicherheit gestärkt und Energie bezahlbar gehalten werden solle, brauche es „jetzt Tempo, Verlässlichkeit und den Willen zur Umsetzung“. Auch Bene Müller, Vorstandsmitglied bei SolarComplex, sprach sich für einen schnelleren Zubau erneuerbarer Energien aus.

Begrüßt hatte die Gäste zuvor Epfendorfs Bürgermeister Mark Prielipp. Zum Abschluss führte EWS-Projektleiter Dirk Reinwand über das Gelände.

Für die EWS Schönau ist Trichtingen nicht der erste Solarpark: Die Genossenschaft betreibt bereits mehrere Freiflächenanlagen, unter anderem im Schwarzwald und in Döggingen. Wie viel in die Anlage in Trichtingen investiert wurde und ob sich Bürgerinnen und Bürger finanziell beteiligen können, teilten die Beteiligten bei der Eröffnung nicht mit.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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