Benachrichtigung

Sepsis im Landkreis Rottweil: AOK nennt Warnzeichen und Vorbeugung

Nach Angaben der AOK nahm die Zahl der Betroffenen seit 2020 im Schnitt um 6,1 Prozent pro Jahr zu. Warnzeichen werden oft zu spät erkannt.

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Bei einer Sepsis handelt es sich um eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Foto; AOK

Rottweil – In Deutschland stirbt nach Angaben der AOK alle sechs Minuten ein Mensch an einer Sepsis, umgangssprachlich oft „Blutvergiftung“ genannt. Im Landkreis Rottweil waren 2024 laut AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg 305 ihrer Versicherten deswegen in ärztlicher Behandlung. Ein Arzt der AOK Baden-Württemberg erklärt in einer Mitteilung vom 5. November, woran man die Erkrankung erkennt und wie man ihr vorbeugen kann.

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Bei einer Sepsis handelt es sich um eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Foto; AOK

Die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg weist in ihrer Mitteilung auf die Gefahren einer Sepsis hin. Demnach sterben in Deutschland jährlich mindestens 85.000 Menschen daran. Im Krankenhaus töte die Blutvergiftung damit mehr Menschen als Herzinfarkt und Schlaganfall zusammen, so die Krankenkasse.

Im Landkreis Rottweil waren 2024 nach Angaben der AOK 305 ihrer Versicherten wegen einer Sepsis in ärztlicher Behandlung. Der Anteil der Betroffenen ist zwischen 2020 und 2024 im Mittel um 6,1 Prozent pro Jahr gestiegen. Die Zahlen beziehen sich nur auf AOK-Versicherte.

Was bei einer Sepsis passiert

Eine Sepsis ist eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Das eigene Immunsystem gerät dabei außer Kontrolle und beginnt, die Organe zu zerstören. „Sepsis kann aus jeder Infektion entstehen, auch aus einer Erkältung, einem Harnwegsinfekt oder einer OP-Narbe. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Neugeborene, Menschen mit Diabetes oder geschwächtem Immunsystem“, erläutert Dr. med. Ralph Bier, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg, in der Mitteilung.

Schnelles Handeln und Warnzeichen

Entscheidend ist laut Bier die Zeit: „Für jede Stunde, die eine Behandlung später einsetzt, steigt das Sterberisiko um bis zu sieben Prozent. Wer innerhalb der ersten Stunde behandelt wird, hat eine Überlebenschance von 90 Prozent, wer fünf Stunden wartet, nur noch von 60 Prozent.“

Die Warnzeichen sind schnelle Atmung, Verwirrtheit, fleckige Haut und ein extremes Krankheitsgefühl. Sie würden jedoch oft zu spät erkannt, weil sie denen anderer Erkrankungen ähneln, heißt es in der Mitteilung.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsportals gesund.bund.de ist Sepsis ein Notfall, der im Krankenhaus behandelt werden muss. Bei Verdacht soll sofort der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 gerufen werden.

Spätfolgen für Überlebende

Drei von vier Menschen, die eine Sepsis überleben, tragen laut AOK bleibende Schäden davon. Dazu zählen Gedächtnisstörungen, Muskelschwäche, chronische Erschöpfung oder Depressionen. Man spricht vom Post-Sepsis-Syndrom, das nach Angaben der AOK erst 2012 als eigenständiges Krankheitsbild beschrieben wurde.

„Rund 55 Prozent der Sepsis-Überlebenden entwickeln bereits im ersten Jahr nach der Erkrankung eine erhöhte psychische Belastung. Mehr als 70 Prozent berichten über schwere Beeinträchtigungen durch das Post-Sepsis-Syndrom, oft, ohne zu wissen, dass ihre Beschwerden mit der damaligen Infektion zusammenhängen“, so Bier.

Hohe Kosten für das Gesundheitssystem

Allein in Deutschland verursacht Sepsis nach Angaben der AOK jährliche Behandlungskosten von 32,7 Milliarden Euro. In Europa koste eine einzige Sepsis-Episode das Gesundheitssystem im Schnitt rund 25.000 Euro.

So lässt sich vorbeugen

Viele Fälle sind laut Bier vermeidbar: „Konsequente Händehygiene, Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken sowie das frühe Behandeln von Infektionen können die Entstehung einer Sepsis verhindern. Die WHO schätzt, dass eine konsequente Umsetzung bekannter Maßnahmen die Sterblichkeit um bis zu 50 Prozent senken könnte.“

Das Wichtigste in Kürze

  • Sepsis kann aus jeder Infektion entstehen, auch aus einer Erkältung.
  • Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Neugeborene, Menschen mit Diabetes oder geschwächtem Immunsystem.
  • Warnzeichen: schnelle Atmung, Verwirrtheit, fleckige Haut, extremes Krankheitsgefühl.
  • Bei Verdacht auf Sepsis sofort den Rettungsdienst unter 112 rufen.
  • Vorbeugen helfen Händehygiene, Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken sowie das frühe Behandeln von Infektionen.
  • Im Landkreis Rottweil waren 2024 laut AOK 305 ihrer Versicherten betroffen.
Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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