Im Landkreis Rottweil waren im Jahr 2024 76 Versicherte der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg wegen Blutkrebs in ärztlicher Behandlung. Der Anteil der Betroffenen ist im Kreis zwischen 2020 und 2024 durchschnittlich um rund 5,5 Prozent pro Jahr gestiegen.
Kreis Rottweil – „Der Begriff ‚Blutkrebs‘ steht für eine Reihe von verschiedenen Krebserkrankungen, die aus den Zellen des sogenannten blutbildenden Systems hervorgehen. Je nachdem, welche Zellen sich wo im Körper unkontrolliert vermehren, unterscheidet man zum Beispiel Leukämien und Lymphome“, sagt Dr. Matthias Osswald, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg. Bei unter 18-jährigen machen Leukämien gemäß Krebsregisterdaten des Robert Koch-Instituts knapp 30 Prozent aller Krebserkrankungen aus.
Bei der Einteilung von Leukämien spielt es eine Rolle, welche Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen betroffen sind und ob es sich um einen akuten oder chronischen Krankheitsverlauf handelt. Chronische Leukämien verursachen häufig lange Zeit keine oder kaum Beschwerden, weshalb sie oft zufällig oder erst relativ spät entdeckt werden.
Die Symptome einer Leukämie treten unter anderem deshalb auf, weil gesunde Blutzellen durch unreife Krebszellen verdrängt werden. Zu wenig rote Blutkörperchen können zum Beispiel zu Blässe und Schwäche, zu wenige gesunde weiße Blutkörperchen zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen. Ein Mangel an Blutplättchen kann wiederum eine verstärkte Blutungsneigung zur Folge haben.
„In den vergangenen Jahren hat sich die Behandlung verschiedener Blutkrebserkrankungen unter anderem durch neue zielgerichtete Therapien und Immuntherapien deutlich verbessert“, erläutert Dr. Osswald. Auch die Stammzelltransplantation spielt weiterhin eine wichtige Rolle. Zunächst werden hier durch eine hoch dosierte Chemotherapie, gegebenenfalls in Kombination mit einer Strahlentherapie, möglichst alle Krebszellen im Körper zerstört, bevor neue zuvor isolierte Stammzellen transplantiert werden und die alten Stammzellen ersetzen.
In manchen Situationen ist eine passende Stammzellspende die Chance auf Heilung. „Da sich nur für circa 30 Prozent der Patientinnen und Patienten eine geeignete Spenderin oder ein geeigneter Spender aus der Familie findet, sind viele Betroffene auf Fremdspender angewiesen. Daher ist es wichtig, dass sich viele Menschen als Stammzellspender registrieren lassen“, so Dr. Osswald.
