Weniger Einnahmen, mehr Ausgaben: Der Landkreis Rottweil wird das Jahr 2026 voraussichtlich um fast zwei Millionen schlechter abschließen als im Haushalt geplant. Dies berichtete Kreiskämmerer Michael Kah dem Kreistag in seinem Haushalts-Zwischenbericht.
Kreis Rottweil – In einigen Bereichen haben die Ausgaben eklatant zugenommen. Das Sozialdezernat benötigt nach der Hochrechnung auf Grundlage des ersten Halbjahres 2,9 Millionen Euro mehr, davon entfallen auf das Sozialamt 1,23, auf das Jugend- und Versorgungsamt 1,37 Millionen. Deutlich weniger Ausgaben werden beim Personal anfallen. Kah rechnet mit fast einer Million Euro, weil Stellen nicht oder erst später als eingeplant besetzt werden konnten. Prozentual macht das bei einem Ansatz von 54 Millionen nur einen kleinen Teil aus. Für Zinsen auf Kredite muss der Landkreis 650.000 Euro weniger ausgeben. Das liegt laut Bericht an den zusätzlichen Mitteln aus dem Sondervermögen des Bundes (LuKIFG), die der Kreis erhalten hat. Zusammen mit einigen Posten unter einer halben Million macht das um 1,1 Millionen höhere Aufwendungen.
Der größte Änderungs-Posten ist die Grunderwerbssteuer: Hatte der Landkreis mit einer Einnahme von 8,5 Millionen gerechnet, so werden davon laut Hochrechnung nur noch sechs Millionen verbleiben – 2,5 Millionen fehlen der Kasse. An Zinsen für angelegtes Geld kamen 400.000 Euro „aufgrund von höheren Zinssätzen und einer noch vorhandenen höheren Liquidität“, wie es in der Vorlage heißt, dem Kreishaushalt zusätzlich zugute. Rund eine halbe Million war noch „aus bis 2024 geleisteten Zahlungen vom Bund für ukrainebedingten Mehraufwand“ vorhanden, was jetzt in die Rechnung einfließt. Insgesamt erwartet Kah im Ergebnishaushalt 850.000 Euro weniger Einnahmen. Per Saldo also 1,95 Millionen mehr, die dem Landkreis fehlen werden. Insgesamt wird dann das Minus statt 4,8 nun 6,7 Millionen Euro betragen.