Rottweil. Der denkmalgeschützte Musikpavillon im Stadtgraben wird saniert – als Maßnahme der Landesgartenschau 2028. Derzeit läuft die Betonsanierung an dem Bau aus den Jahren 1953/54. Welchen Farbton das Gebäude bekommt, ist noch offen: Die ursprüngliche Farbgebung wurde freigelegt, entschieden wird erst gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Für die Sanierung und ein geplantes Nebengebäude sind im städtischen Haushalt 800.000 Euro veranschlagt. Das teilte die Landesgartenschau Rottweil 2028 gGmbH mit.
Betonstützen werden auf Korrosion geprüft
Die Stützen, die ins Erdreich ragen und das Dach tragen, werden nach Angaben der Gartenschau-Gesellschaft auf Korrosion untersucht, bei Bedarf entrostet und neu imprägniert. Dafür muss das Podest der Treppe abgenommen werden. „Kein Problem, das ist nur aufgelegt“, wird Christof Birkel von der städtischen Abteilung Hochbau in der Mitteilung zitiert. Die Gesamtmaßnahme liege im Zeitplan.
Parallel laufen Putzarbeiten an Wänden und Decke. Der bisher abgestufte Bodenbelag soll auf eine Höhe angeglichen werden. Die Umrandung der Bühne wird den Angaben zufolge so gestaltet, dass sich nach vorne mobile Bühnenelemente ansetzen lassen – damit soll sich der Platz für Musikerinnen und Musiker bei Bedarf vergrößern lassen. Zum Abschluss ist die Ausstattung mit Beleuchtungs- und Medientechnik vorgesehen.
Neue Dachhaut aus Flüssigkunststoff
Das muschelförmige Betondach wurde bereits 2024 saniert. Ende 2024 wurde die Dachdeckung aus Bitumen abgetragen und entsorgt, anschließend der Zustand des Betons erfasst. Weil Fachleute bei dem gewölbten Dach mit Überzügen von einer erneuten Bitumenabdichtung abgeraten hätten, entschied sich die Stadt in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege für Flüssigkunststoff als neue Dachhaut.
Toiletten und Kiosk in Modulbauweise
Für die künftige Nutzung ist ein Nebengebäude in Modulbauweise geplant. Leitungen und Kabel sind verlegt, die Fundamente stehen bereits. Vorgesehen sind ein WC für Menschen mit Behinderung sowie je eine Toilette für Damen und Herren. Eine davon soll nach der Planung dauerhaft geöffnet sein. Ein Kiosk mit Wasser- und Stromanschluss soll die Bewirtung bei Veranstaltungen ermöglichen. „Der Kiosk wird aber nicht dauerhaft betrieben“, sagt Birkel laut Mitteilung.
Vom Abbruchkandidaten zum Veranstaltungsort
Der Pavillon stand jahrelang ungenutzt, zwischenzeitlich gab es Abbruchpläne. Der Gemeinderat entschied sich dann für eine Sanierung. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
Nach der Erweiterung des Sanierungsgebiets Stadtmitte fällt der Musikpavillon zudem unter die Städtebauförderung. Die Stadt erwartet nach Angaben der Gartenschau-Gesellschaft einen Zuschuss in Höhe von 51 Prozent der Baukosten. Über die Fördermittel für die Rottweiler Stadtmitte hat die NRWZ bereits berichtet. Genutzt werden soll der Pavillon nicht nur während der Landesgartenschau, sondern auch darüber hinaus als Veranstaltungsort.
26.000 Mark Baukosten im Jahr 1953
Die Baukosten lagen 1953 bei rund 26.000 Mark – das entsprach den Angaben zufolge in etwa dem Kaufpreis von fünf VW-Käfern. Einen eigens beauftragten Architekten gab es demnach nicht. Die Planung stamme wohl von einem damals bei der Stadt angestellten Architekten oder Bausachverständigen, habe eine Recherche in alten Unterlagen ergeben.
Flächen bleiben bis zur Gartenschau gesperrt
Der Platz vor dem Pavillon ist eben und mit einem wassergebundenen Belag versehen, dort lassen sich Stuhlreihen aufstellen. Die Flächen rund um den Pavillon sind bereits fertiggestellt. Sie bleiben aber aus finanzierungstechnischen Gründen bis zur Landesgartenschau abgesperrt.
Alle Berichte zum Großprojekt bündelt unser Dossier zur Landesgartenschau Rottweil 2028.







