Dutzende Störche auf einer Wiese direkt neben Strommasten: Das Bild unserer Leserin zwischen Rottweil und Neufra warf die Frage auf, wie sicher die Leitungen in der Region für Großvögel sind. Die ENRW Energieversorgung Rottweil hat auf Nachfrage der NRWZ geantwortet.
Zunächst eine Zuordnung: Das Umspannwerk, bei dem die Störche gesichtet wurden, gehört nach Angaben der ENRW der EnBW. Eigene Freileitungen betreibt die ENRW in diesem Bereich nicht mehr.
Als Netzbetreiber hat das Rottweiler Unternehmen aber schon 2022 eine Vereinbarung zum Vogelschutz an Mittelspannungsfreileitungen unterzeichnet – gemeinsam getragen vom Umweltministerium Baden-Württemberg, vom NABU Baden-Württemberg und vom Verband für Energie- und Wasserwirtschaft Baden-Württemberg (VfEW). Ziel ist die Nachrüstung sämtlicher 20-kV-Freileitungen, um Störche, Uhus und andere Großvögel zu schützen.
Diese Nachrüstung will die ENRW nach eigenen Angaben voraussichtlich Ende dieses Jahres abschließen – und damit früher als ursprünglich vorgesehen. Zusätzlich seien in den vergangenen Jahren Freileitungen zurückgebaut und durch Erdkabel ersetzt worden. Wo kein Draht mehr in der Luft hängt, kann auch kein Vogel dagegenfliegen.
Die Störche blieben über Nacht in der Region: Fotos zeigen die Vögel am Abend und in der Morgendämmerung auf Dächern und auf einem Baukran in Neufra – teils zu mehreren nebeneinander auf dem Kranausleger, teils einzeln auf First und Ziegeln. Am Morgen ging es dann wieder hinunter auf die nahen Wiesen zur Nahrungssuche.
Hintergrund: Stromleitungen zählen bundesweit zu den häufigsten unnatürlichen Todesursachen für Weißstörche. Gefährlich sind vor allem Mittelspannungsmasten, auf denen die Tiere landen und dabei mit ausgebreiteten Flügeln zwei stromführende Teile berühren können.

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