Sie leben auf Friedhöfen, in Schrebergärten oder verlassenen Gebäuden – und bleiben für viele Menschen unsichtbar. Straßenkatzen gehören zu den größten Tierschutzproblemen Deutschlands. Zum Weltkatzentag schlägt der Deutsche Tierschutzbund erneut Alarm. In Rottweil hat die Politik bereits reagiert: Der Gemeinderat beschloss 2024 eine Katzenschutzverordnung, die seit April 2025 gilt. Aus gutem Grund. Allein im Einzugsgebiet des Tierheims wurden vom 1. Januar 2022 bis Sommer 2024 insgesamt 549 herrenlose Katzen registriert – die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.
Rottweil. Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten. Doch für Millionen Artgenossen sieht die Realität ganz anders aus. Sie streifen herrenlos durch Gewerbegebiete, Friedhöfe oder Kleingärten, leiden unter Hunger, Krankheiten und Verletzungen. Zum Weltkatzentag am 8. August rückt der Deutsche Tierschutzbund dieses oft unsichtbare Tierleid erneut in den Fokus. Auch in Rottweil ist das Problem seit Jahren bekannt. Die Stadt hat bereits 2024 reagiert und eine Katzenschutzverordnung erlassen.
Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes leben bundesweit mehrere Millionen Straßenkatzen. Die Tiere stammen ursprünglich von ausgesetzten oder entlaufenen Hauskatzen ab und vermehren sich unkontrolliert. Die Folgen sind dramatisch: Viele Jungtiere sterben bereits in den ersten Lebensmonaten, ausgewachsene Katzen leiden häufig unter Parasiten, Infektionskrankheiten und Unterernährung.
Mit seinem neuen „Großen Katzenschutzreport“ fordert der Verband deshalb erneut eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen. Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder findet deutliche Worte. Dass weiterhin diskutiert und weggeschaut werde, statt zu handeln, sei „ein politisches Versagen auf dem Rücken unzähliger Tiere“. Während die Politik zögere, kämpften unzählige Katzen ums Überleben.
Die meisten Katzenhalter wären für eine Pflicht
Bemerkenswert sind die Zahlen einer im Auftrag des Tierschutzbundes durchgeführten Umfrage unter Katzenhaltern. Demnach ist etwa jede zehnte gehaltene Katze in Deutschland nicht kastriert. Gleichzeitig wäre die Akzeptanz einer entsprechenden Verpflichtung offenbar groß: 92 Prozent der Befragten erklärten, sie würden ihre Katze kastrieren lassen, wenn dadurch das Leid von Straßenkatzen verringert und Tierheime entlastet werden könnten.
Auch die Tierschutzvereine selbst versprechen sich viel davon. In einer Befragung unter angeschlossenen Vereinen gaben 95 Prozent an, dass eine bundesweite Kastrationspflicht ihre Arbeit entlasten würde. Bislang gibt es eine solche bundesweite Regelung allerdings nicht. Der Bund überlässt den konkreten Katzenschutz weitgehend Ländern und Kommunen. Genau daraus entsteht jener Flickenteppich, den Tierschutzorganisationen seit Jahren kritisieren.

Rottweil ist längst einen Schritt weiter
Während bundesweit weiter über eine einheitliche Regelung diskutiert wird, ist Rottweil auf kommunaler Ebene bereits weiter. Der Gemeinderat beschloss am 2. Oktober 2024 die Katzenschutzverordnung für die Stadt. 22 Mitglieder stimmten dafür, niemand dagegen, ein Ratsmitglied enthielt sich. Die Verordnung gilt für das gesamte Stadtgebiet einschließlich aller Ortsteile. Seit dem 1. April 2025 ist sie in Kraft.
Freigängerkatzen ab einem Alter von fünf Monaten müssen kastriert, dauerhaft gekennzeichnet und registriert sein. Als Kennzeichnung sind beispielsweise ein Mikrochip oder eine Tätowierung vorgesehen. Die Registrierung kann kostenlos bei Tasso oder beim Haustierregister Findefix des Deutschen Tierschutzbundes erfolgen. Die Stadt kann einen Nachweis über Kastration und Registrierung verlangen. Ausnahmen von der Kastrationspflicht sind auf Antrag möglich. Damit setzt Rottweil genau jene Maßnahme bereits um, die der Deutsche Tierschutzbund nun erneut bundesweit fordert.
549 herrenlose Katzen im Einzugsgebiet
Dass die Verordnung nicht aus einer theoretischen Debatte heraus entstand, zeigt ein Blick auf die Zahlen, die dem Gemeinderat 2024 vorgelegt wurden. Der Tierschutzverein Rottweil und Umgebung hatte seit Anfang 2022 bis dahin insgesamt 549 herrenlose Fundkatzen im Einzugsgebiet des Tierheims registriert. Für Rottweil selbst waren 140 Tiere aufgeführt. Der Verein ging schon damals davon aus, dass die tatsächliche Zahl um ein Vielfaches höher liegt.
Die Stadtverwaltung beschrieb das Problem in ihrer Beschlussvorlage deutlich: Verwilderte Hauskatzen kämen draußen häufig nicht zurecht. Sie litten unter Hunger, Kälte, Krankheiten, Parasiten und Verletzungen. Als Kernproblem identifizierte die Verwaltung die unkontrollierte Vermehrung. Genau deshalb setzte die Stadt auf eine Kastrationspflicht.
Der Tierschutzverein war Mitinitiator
Eine zentrale Rolle spielte dabei der Tierschutzverein Rottweil und Umgebung. Der Verein hatte die tatsächlichen Grundlagen für die Verordnung zusammengetragen und gegenüber der Stadt die Notwendigkeit einer solchen Regelung belegt. Der Verein war damit nicht lediglich Befürworter oder späterer Nutznießer der Katzenschutzverordnung, sondern maßgeblich an ihrer Vorbereitung beteiligt.
Auch mit dem Veterinäramt des Landkreises hatte sich die Stadt vor dem Beschluss ausgetauscht. Der Rottweiler Fall zeigt damit, wie kommunaler Tierschutz in der Praxis funktioniert: Ehrenamtliche dokumentieren das Problem über Jahre, eine Stadtverwaltung prüft die rechtlichen Voraussetzungen und am Ende schafft der Gemeinderat die verbindlichen Regeln.
Schramberg gilt als Vorbild im Landkreis
Dass eine Katzenschutzverordnung nicht nur auf dem Papier Wirkung entfalten kann, zeigt ein Blick nach Schramberg. Schramberg gehörte zu den ersten Städten in Baden-Württemberg, die eine Katzenschutzverordnung erließen. Sie verpflichtet Halter von Freigängerkatzen ebenfalls zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung und gilt für das gesamte Stadtgebiet. Ziel ist es, die Zahl freilebender Katzen zu begrenzen und ihnen unnötiges Leid zu ersparen.
Nach Einschätzung des Schramberger Tierschutzvereins hat sich dieser Schritt ausgezahlt. Vorsitzender Claudio di Simio sagte im vergangenen Jahr: „Seit es in Schramberg eine Katzenschutzverordnung gibt, hat sich die Zahl der Tierheim-Katzen für diesen Bereich bei uns halbiert.“ Das Beispiel aus der direkten Nachbarschaft gilt deshalb als eines der stärksten Argumente für solche kommunalen Regelungen. Es zeigt, dass sich die Auswirkungen zwar nicht über Nacht, aber durchaus messbar bemerkbar machen können – vorausgesetzt, die Vorgaben werden konsequent umgesetzt und von den Katzenhaltern mitgetragen.
Tuttlingen geht einen anderen Weg
Während im Kreis Rottweil nach und nach Katzenschutzverordnungen beschlossen werden, hat sich die Stadt Tuttlingen bewusst dagegen entschieden. Im März 2026 lehnte der Gemeinderat einen Antrag der Fraktionen FDP und Tuttlinger Liste auf Einführung einer Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen ab. Die Begründung: Nach Einschätzung der Stadt gebe es derzeit kein akutes Problem mit verwilderten Katzen. Ordnungsamtsleiter Benjamin Hirsch verwies auf die Bilanz des Jahres 2025. Das Tierheim habe 81 Fundkatzen aufgenommen und versorgt – eine Zahl, die aus Sicht der Stadt noch beherrschbar sei.
Die Entscheidung sorgt allerdings für Diskussionen. Jordana Bauer, stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins Trossingen, hält die Ablehnung für einen Fehler, berichtet die Schwäbische Zeituing. Eine Katzenschutzverordnung sei aus ihrer Sicht ein wichtiges Instrument, um unkontrollierte Vermehrung dauerhaft einzudämmen und Katzenhalter stärker in die Verantwortung zu nehmen. Bemerkenswert ist dabei der Blick auf die Region: Während Tuttlingen vorerst auf eine Katzenschutzverordnung verzichtet, haben benachbarte Städte wie Trossingen und Spaichingen entsprechende Regelungen bereits eingeführt. Auch im Landkreis Rottweil wächst die Zahl der Kommunen mit einer solchen Verordnung kontinuierlich. Der Umgang mit dem Problem fällt damit selbst zwischen benachbarten Städten sehr unterschiedlich aus – und zeigt, dass der Katzenschutz in Deutschland weiterhin vor allem von kommunalen Entscheidungen abhängt.
So funktioniert die Verordnung
Ein Beispiel: Die Rottweiler Katzenschutzverordnung enthält durchaus konkrete Eingriffsmöglichkeiten. Wird eine unkastrierte Freigängerkatze aufgegriffen, kann zunächst versucht werden, ihren Halter zu ermitteln. Ist das Tier weder gekennzeichnet noch registriert und kann innerhalb von 48 Stunden kein Besitzer festgestellt werden, kann die Stadt die Katze durch einen Tierarzt kastrieren lassen. Wird der Halter anschließend festgestellt, können ihm die Kosten auferlegt werden. Bei tatsächlich freilebenden Katzen kann die Stadt beziehungsweise eine von ihr beauftragte Stelle die Tiere einfangen, kastrieren, kennzeichnen und registrieren lassen. Anschließend sollen sie in der Regel an dem Ort wieder freigelassen werden, an dem sie aufgegriffen wurden.
Das Prinzip dahinter ist einfach: Die bestehende Population wird nicht einfach entfernt. Ihre weitere Vermehrung soll aber gestoppt werden.
Kastrieren statt nur füttern
Wie schnell sich Katzenpopulationen vergrößern können, lässt sich leicht nachvollziehen. Eine unkastrierte Katze kann mehrmals Nachwuchs bekommen. Ihre Jungtiere wiederum werden innerhalb weniger Monate selbst geschlechtsreif.
Amtstierärztin Anna Lamparter hatte in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass eine unkastrierte Katze mit zwei Würfen theoretisch acht bis zwölf Junge pro Jahr zur Welt bringen könne. Das erklärt auch, warum Tierschützer davor warnen, herrenlose Katzen lediglich zu füttern. Wer eine Kolonie regelmäßig mit Nahrung versorgt, verbessert zwar zunächst die Überlebenschancen der Tiere. Ohne gleichzeitige Kastration kann das aber dazu führen, dass noch mehr Jungtiere überleben und die Population weiter wächst. Reines Füttern ist deshalb aus Sicht der Fachleute keine nachhaltige Lösung.
Ehrenamtliche kümmern sich um die Tiere, die niemandem gehören
In Rottweil ist diese Arbeit seit Jahren eng mit der Gruppe Letzgus-Schwarz des Tierschutzvereins verbunden. Die Ehrenamtlichen betreuen Futterstellen für unterernährte Straßenkatzen, fangen Tiere ein, lassen sie kastrieren und kennzeichnen und setzen sie anschließend wieder in ihrem angestammten Revier aus. Kranke oder verletzte Katzen werden tierärztlich behandelt.
Die Gruppe trägt den Namen von Irmgard Letzgus und Lore Schwarz, die mit ihrem Engagement die Grundlage für das vereinseigene Katzenhaus gelegt haben. Diese Arbeit ist aufwendig. Eine Straßenkatze muss zunächst gefunden und eingefangen werden. Es folgt der Tierarztbesuch, danach häufig die weitere Betreuung an einer Futterstelle. Hinzu kommen die Kosten für Behandlung, Kastration und Versorgung. Finanziert wird die Arbeit unter anderem über Spenden und Unterstützung der Stadt.
Nicht gechippt – oder nicht registriert
Neben der Kastration spielt auch die Kennzeichnung eine wichtige Rolle. Der Tierschutzverein weist seit Jahren darauf hin, dass zahlreiche Freigängerkatzen weder gechippt noch korrekt registriert sind. Und selbst ein eingesetzter Mikrochip hilft wenig, wenn die dazugehörigen Kontaktdaten des Halters nirgendwo hinterlegt sind. Das hat unmittelbare Folgen für die Tierheime: Wird eine Katze gefunden, kann nicht festgestellt werden, wem sie gehört. Das Tier landet womöglich im Tierheim, obwohl sein Besitzer nur wenige Straßen entfernt wohnt.
Deshalb verpflichtet die Rottweiler Verordnung nicht nur zur Kastration, sondern auch zur Kennzeichnung und Registrierung.
In Baden-Württemberg wird aus der Ausnahme langsam ein Trend
Rottweil steht mit seiner Verordnung längst nicht mehr allein da. Nach Angaben des Landestierschutzverbands Baden-Württemberg hatten bis Juni 2026 insgesamt 228 der 1101 Städte und Gemeinden im Land eine Katzenschutz- oder Kastrationsverordnung. Das entspricht rund jeder fünften Kommune. Vor einigen Jahren waren es noch deutlich weniger.
Auch im Landkreis Rottweil ist eine Entwicklung erkennbar. Schramberg gehörte zu den frühen Kommunen mit einer entsprechenden Regelung. Später folgten unter anderem Rottweil, Zimmern ob Rottweil, Sulz am Neckar, Deißlingen, Vöhringen, Oberndorf, Dornhan und Epfendorf. Von einer flächendeckenden Regelung ist der Kreis allerdings noch entfernt.
Katzen kennen keine Gemeindegrenzen
Genau das ist aus Sicht des Tierschutzes ein Problem. Als die Stadt Rottweil 2024 ihre Katzenschutzverordnung vorbereitete, hatte sie sich auch mit den Partnerkommunen abgestimmt, die mit dem Tierheim Eckhof verbunden sind: Deißlingen, Dunningen, Wellendingen, Zimmern ob Rottweil, Dietingen, Villingendorf und Bösingen. Die Idee war schon damals, möglichst einheitlich vorzugehen. Denn eine Katze weiß nicht, an welcher Stelle eine Gemarkungsgrenze verläuft. Tiere aus einer Gemeinde ohne Kastrationspflicht können in das Gebiet einer Nachbargemeinde einwandern und sich dort mit anderen Katzen paaren. Deshalb argumentieren Tierschutzorganisationen für eine möglichst flächendeckende Regelung.
Nach der aktuellen Übersicht des Landestierschutzverbands haben von den damals genannten Partnerkommunen bislang offenbar lediglich Zimmern ob Rottweil und Deißlingen eine eigene Verordnung erlassen. Dunningen, Wellendingen, Dietingen, Villingendorf und Bösingen fehlen bislang in der Aufstellung. Für die Kommunen stellt sich damit die Frage, ob weitere Verordnungen folgen.
Tierheime kommen an ihre Grenzen
Warum diese Zahlen wichtig sind, zeigt die Situation der Tierheime. Der Rottweiler Tierschutzverein hat bereits mehrfach vor der starken Belastung durch Katzen gewarnt. Zeitweise musste das Tierheim gleichzeitig Dutzende Katzenkinder und ihre Mütter versorgen. Besonders aufwendig ist die Handaufzucht sehr junger Katzen, die rund um die Uhr in kurzen Abständen gefüttert werden müssen. Hinzu kommen steigende Tierarztkosten.
Schon 2023 warnte der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Günther Hermus, dass das Tierheim immer wieder „überzählige“ Katzen aufnehmen müsse und damit an die Grenzen seiner räumlichen und finanziellen Möglichkeiten gerate. Die Katzenschutzverordnung soll deshalb nicht nur individuelles Tierleid verhindern. Langfristig soll sie auch die Tierheime entlasten.
Hinter jeder Zahl steckt eine Geschichte
Wie unterschiedlich die Schicksale aussehen, zeigt ein Blick auf die Katzen, die derzeit über den Rottweiler Tierschutzverein ein neues Zuhause suchen.
Da ist etwa Bastet, eine etwa zweijährige Burma-Katze. Sie wurde trächtig und erschöpft am Straßenrand gefunden. Kurz darauf brachte sie drei Kitten zur Welt, eines davon überlebte nicht. Bastet leidet zudem unter chronischem Katzenschnupfen und braucht deshalb ein Zuhause, das mit ihrer Erkrankung umgehen kann.
Holla kam mit ihren beiden Jungtieren Marie und Milo zum Verein. Die Katzenmutter ist noch sehr scheu und braucht Menschen mit Geduld.
Simba und Balu, beide Jahrgang 2017, mussten ihr bisheriges Zuhause verlassen, weil ihr Halter sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr versorgen konnte. Sie sind ruhig und verschmust und sollen nur gemeinsam vermittelt werden.
Weitere Katzen, die derzeit ein Zuhause suchen, finden Sie in unserer Übersicht am Ende des Artikels.
Weltkatzentag als Vermittlungstag
Der Weltkatzentag bekommt damit in Rottweil eine sehr praktische Bedeutung. Wer Katzen helfen möchte, muss nicht selbst eine Straßenkatze einfangen. Auch die Adoption eines Tieres aus dem Tierheim schafft dort Platz für den nächsten Notfall. Interessenten können sich beim Tierschutzverein Rottweil melden und einen Vermittlungstermin vereinbaren. Der Verein stellt auf seiner Internetseite die aktuell verfügbaren Katzen vor und bittet Interessenten vorab um einige Angaben zu Wohnsituation und Haltungsbedingungen.
Denn die passende Vermittlung ist ebenfalls Teil des Tierschutzes: Eine Katze, die Freigang gewohnt ist, wird nicht unbedingt in einer kleinen Wohnung glücklich. Ein scheues Tier braucht andere Menschen als eine besonders zutrauliche Familienkatze.
Die einfachste Hilfe beginnt zu Hause
Der vielleicht wichtigste Beitrag zum Katzenschutz beginnt allerdings bei den eigenen Tieren: Freigängerkatzen kastrieren lassen. Einen Mikrochip einsetzen lassen. Und diesen Chip anschließend auch registrieren. In Rottweil ist das seit dem 1. April 2025 nicht mehr nur eine Empfehlung des Tierschutzvereins, sondern für Katzen mit unkontrolliertem Freigang geltendes Ortsrecht.
Der Weltkatzentag erinnert jedes Jahr an das Zusammenleben von Mensch und Katze. In Rottweil geht es dabei aber längst nicht nur um die geliebten Stubentiger auf dem Sofa. Es geht auch um jene Tiere, die niemandem gehören – und deren Schicksal davon abhängt, ob Menschen Verantwortung übernehmen. Genau dafür steht die Katzenschutzverordnung, die der Gemeinderat bereits 2024 beschlossen hat.
Tierheim Rottweil: Diese Katzen suchen pünktlich zum Weltkatzentag ein Zuhause
Katzen unter einem Jahr
- Fenix, Freddy, Flicka & Franky – Kittenwurf, als Findelkinder mit ihrer Mutter von einem Bauernhof; zwei der vier (Flicka, Franky) sind laut Seite bereits vermittelt. Vermittlung nur paarweise oder zu vorhandener Katze bis 4 Jahre, Freigang nach Eingewöhnung.
- Holla, Marie & Milo – Muttertier (Holla, noch sehr scheu) mit zwei Jungtieren; einzeln oder zu zweit vermittelbar, nicht für Haushalte mit Kleinkindern.
Katzen über einem Jahr
- Sunny (British Kurzhaar, 4 J., w) – beißt gelegentlich, braucht ruhige Umgebung mit Freigang, keine Kleinkinder/andere Katzen.
- Fridolin (Fundkater, ca. 2 J.) – „eigenwilliger Charakter”, kein Haushalt mit Kleinkindern, Freigang gewünscht.
- Simba & Balu (beide kastriert, Jg. 2017, ca. 9 J.) – Abgabe wegen gesundheitlicher Probleme des Halters; nur als Paar, ruhig, verschmust.
- Feli (4 J., w) – kehrte nach Umzug immer wieder zum alten Revier zurück (musste Hauptstraße überqueren), deshalb abgegeben; sucht ruhiges Zuhause als Einzelprinzessin mit Freigang.
- Emma – ältere Katzendame, bei Kastrationsaktion auf einem Hof gefunden, zuletzt bei einer älteren Dame, die sie nicht mehr versorgen konnte; freiheitsliebend, will selbst entscheiden.
- Bastet (Burma, ca. 2 J., w) – trächtig und erschöpft am Straßenrand gefunden, brachte kurz danach 3 Kitten zur Welt (eines überlebte nicht); hat chronischen Schnupfen, idealerweise zu anderen „Schnupfenkatzen” oder allein mit viel Zuwendung, verträgt sich mit Hunden.
- Fiadh (ca. 3–4 J., w) – kam als Streunerin mit Kitten, anfangs sehr ängstlich, braucht geduldige Halter und ruhiges Zuhause.
- Stella (ca. 2 J., w) – Fundkatze, sehr menschenbezogen, verträgt sich mit anderen Katzen.
- Max, Moritz & Xaver (alle Kater; Xaver 9 J., Max & Moritz 6 J.) – Trio, Abgabe wegen schwerer Erkrankung des Vorbesitzers; nur zusammen vermittelbar, reine Wohnungshaltung mit gesichertem Balkon, sehr menschenbezogen.
Kontakt für Interessenten: info@tierschutzverein-rottweil.de, Terminvereinbarung nötig; Fragebogen zur Vermittlung liegt auf der Vereinsseite bereit. Der Verein bietet zudem Patenschaften für schwer vermittelbare Tiere an.
Katzen im Tierheim Schramberg
Aktuell (Stand 7.8.2026) stehen 13 Katzen in 11 Vermittlungsfaellen zur Adoption:
- Snow (ca. 4 J., Kater) – freundlich, anhaenglich, ausgeglichen. Nur mit Freigang, braucht Eingewoehnungszeit.
- Lucy & Balou (Lucy ca. 2 J. w, Balou ca. 10 Mon. m) – unzertrennliches Freundespaar, sehr menschenbezogen. Freigang oder reine Wohnungshaltung moeglich, nur zusammen vermittelbar.
- Letizio (ca. 10 Mon., Kater) – jung, offen, verschmust, neugierig/abenteuerlustig. Nur mit Freigang.
- Kumo (ca. 3-4 J., Kater) – ruhig, sanft, aber anfangs zurueckhaltend; sucht geduldige, verstaendnisvolle Halter (“den leisen Schatz”). Nur mit Freigang, ruhige/sichere Umgebung.
- Junis (ca. 3-4 J., Kater) – freundlich, liebevoll, sehr menschenbezogen. Versteht sich sehr gut mit Charlie, gemeinsame Vermittlung gewuenscht, aber nicht zwingend. Nur mit Freigang, verkehrsarme Lage.
- Charlie (ca. 3-4 J., Kater) – liebevoll, offen, sehr menschenbezogen, kuschelbeduerftig. Enge Bindung zu Junis, gemeinsame Vermittlung gewuenscht, aber nicht zwingend. Nur mit Freigang.
- Bijou (ca. 2-3 J., w) – sanft, aber anfangs zurueckhaltend gegenueber Fremden; braucht Geduld und ruhige Umgebung, um Vertrauen aufzubauen. Nur mit Freigang, verkehrsarme Lage.
- Yvonne (ca. 1 J., w, “Glueckskatze”) – liebevoll, sehr menschenbezogen. Enge Freundschaft mit Jessie, gemeinsame Vermittlung erwuenscht, aber nicht zwingend (falls bereits passende Katze vorhanden). Wohnung mit gesichertem Balkon oder spaeter Freigang, ruhige Lage.
- Beau & Belle (Geschwister, ca. 10 Mon., je 1 Kater/1 Kaetzin) – noch sehr zurueckhaltend, warten schon lange im Tierheim, brauchen geduldige Halter; nur gemeinsam vermittelbar. Grosszuegige Wohnung mit Beschaeftigung oder spaeter Freigang in ruhiger, sicherer Lage.
- Jessie (ca. 1 J., w) – liebevoll, menschenbezogen, kuschelbeduerftig. Enge Bindung zu Yvonne, gemeinsame Vermittlung erwuenscht, aber nicht zwingend. Grosszuegige Wohnung mit Beschaeftigung/Gesellschaft oder spaeter Freigang.
- Nala & Pumba (ca. 2-3 J., je 1 Kater/1 Kaetzin) – sehr menschenbezogen, anhaenglich, geben sich gegenseitig Sicherheit als eingespieltes Team. Wohnung mit Beschaeftigung oder Freigang in sicherer Lage.
- White (ca. 2 J., w) – ausgesprochen “gespraechig”, neugierig, aktiv, menschenbezogen. Nur mit Freigang, verkehrsarme Umgebung.
- Apollon (ca. 3 J., Kater) – liebevoll, offen, fasst schnell Vertrauen, menschenbezogen. Nur mit Freigang, ruhige/sichere Lage.
Besonderheit: Bei mehreren Tieren (Junis/Charlie, Yvonne/Jessie) wird eine gemeinsame Vermittlung empfohlen, aber nicht vorausgesetzt – nur bei Lucy & Balou sowie bei Beau & Belle ist die gemeinsame Vermittlung laut Verein zwingend. Kontakt und weitere Vermittlungsdetails jeweils ueber die verlinkten Einzelprofile auf der Vereinsseite.
Weitere Informationen:
Deutscher Tierschutzbund – Neuer Katzenschutzreport / Weltkatzentag
Stadt Rottweil – Beschlussvorlage Nr. 169/2024 (Katzenschutzverordnung)
(dein bereitgestelltes PDF; Grundlage für den Gemeinderatsbeschluss und die Verordnung)
Tierschutzverein Rottweil und Umgebung – Gruppe Letzgus-Schwarz
Tierschutzverein Rottweil – Aktuelle Katzen zur Vermittlung
Tierschutzverein Schramberg – Unsere Tiere
Tierschutzverein Oberndorf a.N.
Tierschutzverein Sulz a.N. – Neues Zuhause gesucht
Stadt Schramberg – Katzenschutzverordnung (seit 2019)
Landestierschutzverband BW – Katzenschutzverordnungen
