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Hitze in der Region: Worauf Eltern und Senioren jetzt besonders achten sollten

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Hohe Temperaturen und starke UV-Strahlung stellen für viele Menschen eine Belastung dar. Besonders gefährdet sind jedoch Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen. Das Gesundheitsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises gibt deshalb wichtige Hinweise, wie sich die besonders empfindlichen Gruppen an heißen Tagen schützen können.

Die Sommer werden heißer, Hitzewellen treten häufiger auf und dauern oft länger an. Was für gesunde Erwachsene bereits anstrengend sein kann, wird für Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen schnell zu einem gesundheitlichen Risiko. Das Gesundheitsamt des Landratsamts Schwarzwald-Baar-Kreis ruft deshalb zu besonderer Vorsicht auf.

Warum Hitze für Kinder besonders gefährlich ist

Säuglinge und Kleinkinder können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren wie Erwachsene. Gleichzeitig sind sie oft nicht in der Lage, selbst zu erkennen oder mitzuteilen, dass ihnen zu warm ist. Dadurch steigt die Gefahr einer Überhitzung deutlich.

Nach Angaben des Gesundheitsamts sollten Eltern besonders auf Warnzeichen wie heiße, gerötete Haut, Fieber, Hitzepickel, Kopfschmerzen, Unruhe oder ungewöhnliche Erschöpfung achten. Treten zusätzlich Erbrechen oder starke Beschwerden auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt oder im Notfall die 112 verständigt werden.

Besonders wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Kleinkinder sollten an heißen Tagen regelmäßig zum Trinken motiviert werden. Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsäfte eignen sich besonders gut. Auch wasserreiche Lebensmittel wie Melonen oder Trauben können helfen.

Für Babys unter einem Jahr gilt: Direkte Sonneneinstrahlung möglichst vollständig vermeiden. Leichte, lange Kleidung, Schattenplätze und eine Kopfbedeckung bieten den optimalen Schutz. Auch bei älteren Kindern empfehlen Fachleute helle Kleidung, Sonnenhüte und Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 30. Dabei gilt: Nachcremen ersetzt nicht den Aufenthalt im Schatten.

Ältere Menschen reagieren empfindlicher auf hohe Temperaturen

Auch Seniorinnen und Senioren zählen zu den Risikogruppen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, sich an Hitze anzupassen. Hinzu kommen häufig Vorerkrankungen oder Medikamente, die den Wasserhaushalt und den Kreislauf beeinflussen können.

Das Gesundheitsamt empfiehlt deshalb, körperliche Anstrengungen möglichst in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu verlegen. Aufenthalte in der prallen Sonne sollten vermieden werden. Wichtig sei zudem, ausreichend zu trinken – sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen.

Leichte, luftige Kleidung, eine Kopfbedeckung und Sonnenschutz helfen zusätzlich. Für Abkühlung sorgen lauwarme Duschen, feuchte Tücher oder das Besprühen der Haut mit Wasser.

So bleibt die Wohnung auch bei Hitze möglichst kühl

Eine entscheidende Rolle spielt außerdem die Temperatur in den Wohnräumen. Fenster sollten möglichst nur morgens und abends geöffnet werden, wenn die Außenluft kühler ist. Tagsüber helfen geschlossene Rollläden, Vorhänge oder Fensterläden dabei, die Wärme draußen zu halten.

Wer kann, sollte sich in den kühlsten Räumen der Wohnung aufhalten und dort auch schlafen. Elektrische Geräte und zusätzliche Lichtquellen sollten möglichst sparsam genutzt werden, da sie zusätzliche Wärme erzeugen.

Aufeinander achten kann Leben retten

Das Gesundheitsamt appelliert außerdem an die Bevölkerung, während Hitzeperioden besonders auf gefährdete Menschen zu achten. Dazu zählen neben Kindern und Senioren auch Pflegebedürftige, chronisch Kranke, Schwangere, Menschen ohne festen Wohnsitz sowie Personen, die im Freien arbeiten oder Sport treiben.

Ein kurzer Besuch, ein Anruf oder das Angebot eines kühlen Getränks können in heißen Tagen bereits viel bewirken. Bei Verdacht auf einen hitzebedingten Notfall sollte umgehend der Notruf 112 gewählt werden.

Infos zusammengefasst

Auf einen Blick: kleine Kinder schützen

Das Gesundheitsamt empfiehlt:

  • Kinder sollten an besonders heißen Tagen doppelt bis dreifach so viel Flüssigkeit (zirka 1,5 Liter) in Form von Getränken (Wasser, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees, Saftschorle) oder über eine wasserreiche Kost (zum Beispiel Melone, Trauben) aufnehmen. Kleinkinder sollten dabei vermehrt auch zum Trinken animiert, beziehungsweise es ihnen angeboten werden.
  • Säuglinge, die noch voll gestillt werden, sollten häufiger „angelegt“ werden. Dabei wird empfohlen, dass die stillende Mama ebenfalls genug trinkt oder bei Unternehmungen ausreichend Getränke mitnimmt.
  • Babys unter einem Jahr sollten keinesfalls der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Man sollte ihnen vorwiegend lange und leichte UV-Kleidung aus atmungsaktiver Viskose oder dünner Baumwolle anziehen und sich mit ihnen vorwiegend im Schatten (unter Bäumen, Schirm oder ähnlichem) aufhalten. Es gibt zwar auch Sonnencremes, die ab einem Alter von sechs Monaten zugelassen sind, jedoch empfiehlt es sich, im ersten Lebensjahr gänzlich auf Sonnencreme zu verzichten.
  • Die Haut von Kleinkindern ist im Gegensatz zur Erwachsenenhaut immer noch deutlich dünner und empfindlicher. Kleine Kinder sollten sich maximal zehn Minuten in der direkten Sonne aufhalten. Neben einer adäquaten Bekleidung, auch hier empfiehlt sich leichte und lange UV-Kleidung/Baumwollstoff, sollte vorab ein ausreichender Sonnenschutz in Form von Sonnencreme aufgetragen werden. Die Sonnencreme muss mindestens einen Lichtschutzfaktor von 30 (LSF 30) haben, für Kinderhaut je nach Alter zugelassen sein und 30 Minuten vor dem „Rausgehen“, am besten großflächig am ganzen Körper, aber mindestens an den durch die Kleidung nicht bedeckten Hautstellen (Gesicht, Ohren, Nacken, Hände, Füße) aufgetragen werden. Alle zwei Stunden sollte ein „Nachcremen“ stattfinden, denn durch Reibung, Schwitzen oder Wasser entfernt sich die Creme von der Haut. Aber Vorsicht: Ein „Nachcremen“ erhöht nicht die Dauer, in der sich das Kind in der direkten Sonne aufhalten sollte. 
  • Es empfiehlt sich, den Kindern helle Kleidung, die das Sonnenlicht reflektiert und eine Kopfbedeckung mit Krempe oder Kappe mit Schirm, die nicht nur das Gesicht des Kindes, sondern auch die empfindliche Kopfhaut schützt, anzuziehen. Häufig gibt es die Kopfbedeckungen für Kleinkinder auch mit „Nackenschutz“.
  • Bei Ausflügen: bei der Wahl des Ausflugsziels auf eine „Wasser- oder Planschquelle“ achten, die für eine kleine Abkühlung sorgen. Oder Nacken und das Gesicht des Kindes mit Wasser kühlen.
  • Notruf 112 anrufen oder kinderärztliche Praxis aufsuchen, wenn diese Überhitzungs-Symptome des Kindes bemerkt werden:
    • erhöhte Körpertemperatur mit heißer, roter Haut, die nicht schwitzt
    • starke stechende Kopfschmerzen
    • Erbrechen ohne erkennbare Ursache wie Magen-Darm-Infekt, Lebensmittelvergiftung oder ähnliches

Auf einen Blick: So schützen sich Senioren

Das Gesundheitsamt empfiehlt

  • Hitze meiden: Aufenthalte im Freien möglichst auf die Morgen- und Abendstunden verlegen. Direkte Sonne und körperliche Anstrengungen vermeiden, bevorzugt im Schatten bleiben.
  • Körper kühlen: Helle, luftige Kleidung tragen, Sonnenhut und Sonnenbrille nutzen. Lauwarme Duschen, feuchte Tücher im Nacken oder auf den Armen sowie Wasser aus einer Sprühflasche können für Abkühlung sorgen.
  • Wohnung kühl halten: Früh morgens und spät abends lüften, tagsüber Fenster, Rollläden und Vorhänge geschlossen halten. Möglichst wenig elektrische Geräte nutzen und in den kühlsten Räumen der Wohnung aufhalten.
  • Ausreichend trinken: Regelmäßig über den Tag verteilt Wasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen trinken. Bei bestimmten Vorerkrankungen sollte die Trinkmenge mit dem Arzt abgesprochen werden.
  • Leicht essen: Mehrere kleine Mahlzeiten mit viel Obst, Gemüse, Salaten oder kalten Suppen sind bei Hitze besser verträglich als schwere Kost.
  • Auf Medikamente achten: Hohe Temperaturen können die Wirkung von Arzneimitteln beeinflussen. Bei Unsicherheiten sollten Hausarzt oder Apotheke um Rat gefragt werden.
  • Auf Mitmenschen achten: Besonders alleinlebende Senioren, Pflegebedürftige und chronisch Kranke benötigen an heißen Tagen Unterstützung. Bei Anzeichen eines hitzebedingten Notfalls sofort die 112 wählen.
Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
Unter dem Label NRWZ-Redaktion beziehungsweise NRWZ-Redaktion Schramberg veröffentlichen wir Beiträge aus der Feder eines der Redakteure der NRWZ. Sie sind von allgemeiner, nachrichtlicher Natur und keine Autorenbeiträge im eigentlichen Sinne.Die Redaktion erreichen Sie unter redaktion@NRWZ.de beziehungsweise schramberg@NRWZ.de
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