Vollzeitbeschäftigte mit Wohnsitz im Landkreis Rottweil verdienten Ende 2024 im Mittel 4.150 Euro brutto im Monat. Das geht aus neuen Daten der Bundesagentur für Arbeit hervor, die das Einkommen bis auf einzelne Quadratkilometer herunterbrechen. Innerhalb des Rottweiler Stadtgebiets liegen zwischen dem stärksten und dem schwächsten Quadratkilometer 350 Euro im Monat.
Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit hat ihre regionale Entgeltauswertung aktualisiert. Sie zeigt für den Stichtag 31. Dezember 2024, was sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte an ihrem Wohnort verdienen – nicht nur für Kreise, sondern in einem Raster aus Fünf- und Ein-Kilometer-Zellen. Für Rottweil und das Umland ergibt sich daraus ein ungewöhnlich genaues Bild.
Der Landkreis Rottweil kommt auf ein Medianentgelt von 4.150 Euro. Der Median ist der mittlere Wert: Die eine Hälfte der Beschäftigten verdient weniger, die andere mehr. In die Berechnung flossen die Daten von 41.110 Vollzeitbeschäftigten ein. Bundesweit liegt der Wert bei 4.013 Euro, in Baden-Württemberg bei 4.356 Euro. Der Kreis liegt damit über dem deutschen Durchschnitt, aber deutlich unter dem des Landes. Unter den 400 Kreisen und kreisfreien Städten belegt Rottweil Rang 94, innerhalb Baden-Württembergs reicht es für Platz 28 von 44.
Im direkten Vergleich mit den Nachbarkreisen steht Rottweil gut da. Der Zollernalbkreis, der Schwarzwald-Baar-Kreis und der Ortenaukreis kommen jeweils auf 4.000 Euro, Tuttlingen auf 4.100 Euro. Nur der Landkreis Freudenstadt liegt mit 4.200 Euro darüber. Zum Vergleich: Spitzenreiter ist die Stadt München mit 5.100 Euro, Stuttgart und Heidelberg folgen mit je 4.950 Euro. Das Schlusslicht bildet der thüringische Saale-Orla-Kreis mit 3.100 Euro.
350 Euro Unterschied zwischen Nachbarschaften
Interessanter wird es beim Blick ins Stadtgebiet. Für Rottweil weist die Statistik sechs Quadratkilometer aus. Der höchste Wert liegt bei 4.150 Euro und findet sich rund 1,3 Kilometer südlich der Innenstadt. Der niedrigste liegt bei 3.800 Euro, gut anderthalb Kilometer nordwestlich davon. Zwischen beiden liegen 350 Euro im Monat – auf das Jahr gerechnet 4.200 Euro.
Die Innenstadt selbst, der Quadratkilometer rund um das Münster, kommt auf 4.050 Euro. Für den Quadratkilometer östlich davon weist die Statistik 3.850 Euro aus, für den nördlich anschließenden ebenfalls 3.850 Euro. Südöstlich sind es 4.000 Euro.
Wichtig dabei: Ein Quadratkilometer ist kein Stadtteil. Die Zellen des Rasters folgen keinen Ortsgrenzen, sondern einem europaweit einheitlichen Gitter. Für die weiter außen liegenden Rottweiler Ortschaften Neukirch, Zepfenhan, Feckenhausen, Göllsdorf, Hausen und Neufra liegen keine eigenen Werte vor. Die Bundesagentur veröffentlicht aus Datenschutzgründen nichts für Gebiete, in denen weniger als 500 Vollzeitbeschäftigte wohnen.
Der Spitzenwert liegt in Zimmern
Den höchsten Einzelwert im Rottweiler Umfeld erreicht nicht die Stadt selbst, sondern die Ortsmitte von Zimmern ob Rottweil mit 4.250 Euro. Auch der Streifen zwischen Zimmern und der Rottweiler Kernstadt kommt auf 4.200 Euro. Für Deißlingen weist die Statistik 4.000 Euro aus.
Im gröberen Fünf-Kilometer-Raster setzt sich das Muster fort. Rund um Rottweil, Zimmern und Deißlingen liegt der Median bei 4.150 Euro. Nordwestlich davon, im Bereich Bösingen und Dunningen, sind es 4.500 Euro, nordöstlich um Dietingen 4.400 Euro. Nach Süden hin, Richtung Aldingen und Frittlingen, sinkt der Wert dagegen auf 3.950 Euro.
Im Umland wird oft mehr verdient als in der Stadt
Über die ganze Region hinweg zeigt sich ein wiederkehrendes Bild: In den Zentren der größeren Städte fallen die Medianentgelte niedriger aus als in den umliegenden Wohngebieten. Am deutlichsten ist das in Villingen-Schwenningen. Für die Schwenninger Ortsmitte nennt die Statistik 3.450 Euro, für Villingen 3.600 Euro – in den westlichen Randlagen sind es dagegen bis zu 4.850 Euro. In Tuttlingen reicht die Spanne von 3.600 bis 4.600 Euro, in Freudenstadt von 3.800 bis 4.550 Euro.
Rottweil liegt im Städtevergleich der Region weit vorn. Die 4.050 Euro der Innenstadt werden nur von Balingen mit 4.100 Euro übertroffen. Tuttlingen kommt auf 3.900 Euro, Spaichingen auf 3.950 Euro, Freudenstadt auf 3.800 Euro. Albstadt-Ebingen und Trossingen liegen bei je 3.500 Euro, Sulz am Neckar mit 3.400 Euro am Ende der Reihe. Zum Vergleich: In Tübingen erreichen einzelne Quadratkilometer bis zu 5.800 Euro.
Gründe für diese Unterschiede nennt die Statistik nicht. Sie erfasst ausschließlich, wo die Beschäftigten wohnen, nicht, wo und in welchem Beruf sie arbeiten.
Was die Zahlen nicht zeigen
Die Auswertung hat enge Grenzen. Erfasst sind nur sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte der sogenannten Kerngruppe. Teilzeitkräfte, Auszubildende, Beamte und Selbstständige bleiben außen vor. Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind enthalten, alle Werte sind Bruttobeträge vor Steuern und Sozialabgaben und auf 50 Euro gerundet. Sehr hohe Einkommen melden die Arbeitgeber nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze – auf den Median wirkt sich das jedoch kaum aus, weil dieser weit darunter liegt.
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