Der Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar-Heuberg (Move) steht finanziell auf einer soliden Basis. Der Jahresabschluss 2025 weist liquide Mittel von mehr als 15 Millionen Euro aus. Gleichzeitig empfiehlt die Verbandsverwaltung eine Erhöhung des Move-Tarifs um 6,1 Prozent zum 1. Januar 2027, um gestiegene Kosten im öffentlichen Nahverkehr aufzufangen.
Der Zweckverband Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar-Heuberg blickt auf ein finanziell stabiles Jahr 2025 zurück. Das geht aus den Sitzungsunterlagen für die Verbandsversammlung am 24. Juli hervor. Besonders auffällig ist die Entwicklung der Liquidität: Zum Jahresende verfügte der Verband über Zahlungsmittel in Höhe von 15,2 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um rund 1,7 Millionen Euro.
Die Bilanzsumme des Verkehrsverbunds beläuft sich auf knapp 29,9 Millionen Euro. Das Eigenkapital liegt bei rund 560.000 Euro, hinzu kommen Sonderposten mit Rücklageanteil von mehr als 8,3 Millionen Euro. Rückstellungen wurden unter anderem für Personalverpflichtungen sowie Abschluss- und Beratungskosten gebildet. Größere finanzielle Risiken durch langfristige Verbindlichkeiten sind den Unterlagen zufolge nicht erkennbar.
Wie bei Zweckverbänden üblich schließt die Erfolgsrechnung mit einem Ergebnis von null Euro ab. Ein rechnerisches Defizit von rund 2,35 Millionen Euro wird entsprechend dem Bausteinprinzip auf die beteiligten Landkreise und das Land Baden-Württemberg verteilt und über Umlagen ausgeglichen.
Ein Schwerpunkt bleibt der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Investitionen fließen unter anderem in Infrastrukturmaßnahmen und die Elektrifizierung des Ringzugs. Gleichzeitig steigt der Personalaufwand infolge tariflicher Lohnerhöhungen und zusätzlicher Aufgaben, etwa im Zusammenhang mit dem Projekt Ringzug 2.0.
Höhere Ticketpreise ab 2027 vorgeschlagen
Neben dem Jahresabschluss befasst sich die Verbandsversammlung mit der Fortschreibung des Move-Tarifs. Die Geschäftsstelle schlägt vor, die Fahrpreise zum 1. Januar 2027 um 6,1 Prozent anzuheben. Grundlage ist ein neues Berechnungsmodell, das aktuelle Kostenentwicklungen stärker berücksichtigt als der bisher verwendete ÖPNV-Index allein.
Vor allem steigende Personal- sowie Energiekosten sprechen nach Auffassung der Verwaltung für eine stärkere Anpassung. Während der offizielle ÖPNV-Index zuletzt lediglich um 2,8 Prozent gestiegen ist, errechnet das neue Modell einen Kostenanstieg von 6,1 Prozent. Ziel sei es, Preisentwicklungen zeitnäher abzubilden und spätere Korrekturen über die Folgejahre auszugleichen.
Nicht betroffen wären das Deutschlandticket und das Deutschlandticket JugendBW. Deren Preise werden auf Bundes- beziehungsweise Landesebene festgelegt. Auch die Stadttarife innerhalb des Verbundgebiets sollen zunächst unverändert bleiben. Allerdings würde sich dadurch der finanzielle Ausgleich erhöhen, den die betroffenen Kommunen für ihre günstigeren Stadttarife leisten müssen.
Der Beirat des Zweckverbands hat die vorgeschlagene Tarifanpassung bereits einstimmig befürwortet. Über die endgültige Entscheidung soll die Verbandsversammlung am 24. Juli abstimmen.
