Der Bund investiert rund 2,1 Millionen Euro in eine neue Streugutlagerhalle bei der Straßenmeisterei Rottweil. Die Lagerkapazität für Streusalz verdreifacht sich damit von bislang etwa 800 auf künftig 2.400 Tonnen. Bei 34 Grad im Schatten hat sich Verkehrsstaatssekretär Raimund Haser den Rohbau angesehen – und von den Beschäftigten deutliche Worte zum Verhalten vieler Autofahrer gehört.
Es war ein Termin voller Gegensätze: Während im Landkreis Rottweil die Hitze stand, ging es bei der Straßenmeisterei um Eisregen, Schneefall und Streusalz. Staatssekretär Raimund Haser besuchte die Meisterei im Rahmen seiner Sommertour. Empfangen wurde er vom Ersten Landesbeamten Hermann Kopp; dabei waren auch die Landtagsabgeordneten Stefan Teufel und Artur Eichin.
Kern des Termins war der Rohbau der künftigen Streugutlagerhalle. Der Bund trage damit sowohl zu besseren Arbeitsabläufen in der Straßenmeisterei als auch zu umweltfreundlicheren Streuverfahren bei, sagte Kopp.
Lagerkapazität steigt auf 2.400 Tonnen
Bislang kann die Straßenmeisterei rund 800 Tonnen Streusalz einlagern. Mit der neuen Halle sollen es 2.400 Tonnen werden. Nach Angaben von Steve Bippus, stellvertretender Leiter der Straßenmeisterei Rottweil, ändert sich damit auch die Arbeitsweise: Musste das Salz bisher mit dem Radlader ins Lager gebracht werden, lässt sich die neue Halle nach seiner Darstellung deutlich effizienter befüllen. Verladen wird das Salz künftig über ein Silo.
„Die neue Streugutlagerhalle wird uns die Arbeit deutlich erleichtern“, sagte Bippus. Der Anteil manueller Tätigkeiten sinke, die Abläufe würden einfacher.
Eigene Soleerzeugung wird ausgebaut
Mit dem Hallenbau wird auch die Soleerzeugung am Standort erweitert. Die Anlage soll bis zu 100.000 Liter der flüssigen Salzlösung vorhalten können. Sole haftet besser auf der Fahrbahn als trockenes Salz und erlaubt einen gezielteren Einsatz. Vor allem bei vorbeugenden Einsätzen – etwa wenn Eisregen angekündigt ist – spielt sie im Winterdienst eine Rolle.
„Manchmal wäre einfach ein Dankeschön ganz nett“
Im Gespräch mit den Beschäftigten ging es allerdings nicht nur um Technik. Die Mitarbeiter berichteten von wachsender Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr. Wer täglich im fließenden Verkehr arbeite, erlebe immer wieder, dass Autofahrer an Absperrungen vorbeifahren oder zu wenig Rücksicht nehmen.
„Wir würden uns vor allem wünschen, dass die Verkehrsteilnehmenden wieder mehr Respekt vor unserer Arbeit haben“, sagte ein Mitarbeiter. Und: „Manchmal wäre einfach ein Dankeschön ganz nett.“
Haser sagte, im Verkehrsministerium bestehe ein Bewusstsein dafür, wie gefährlich der Einsatz der Straßenwärterinnen und Straßenwärter sei. „Sie tragen wesentlich dazu bei, diese Infrastruktur zu erhalten“, sagte er an die Beschäftigten gerichtet.
Steigungsstrecken machen den Winterdienst aufwendig
Das Straßennetz im Landkreis Rottweil reicht von tieferen Lagen bis in die Höhen des Schwarzwalds. Entsprechend viele Steigungsstrecken müssen im Winter betreut werden – ein Grund, warum der Winterdienst hier als besonders anspruchsvoll gilt.
Haser verwies auf den wachsenden Unterhaltungsbedarf: „Die Belastungen für Straßen und Brücken nehmen nicht ab, sondern zu. Wir brauchen deshalb über Jahre hinweg verlässliche Budgets, um Infrastruktur zu ersetzen, zu erneuern und – wo notwendig – auch zu ergänzen.“ Besonders deutlich werde die Herausforderung bei den Brücken.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Teufel brachte die A 81 ins Gespräch und den Wert einer leistungsfähigen Infrastruktur für die Region. Auch der Abgeordnete Artur Eichin dankte den Beschäftigten.
Wann die Halle in Betrieb geht, teilte das Landratsamt nicht mit.
