Martin Stöffelmaier hat am Sonntag im Heilig-Kreuz-Münster in Rottweil sein 50-jähriges Priesterjubiläum gefeiert. Den Festgottesdienst zelebrierte er gemeinsam mit Münsterpfarrer Timo Weber. Zahlreiche Gläubige aus den Gemeinden der Seelsorgeeinheit nahmen an dem Gottesdienst teil, den der Münsterchor musikalisch gestaltete.
Zu Beginn blickte Stöffelmaier auf seinen Lebensweg zurück. Er studierte Theologie und Sport und erwarb einen Abschluss in Sportwissenschaft. Prägende Berufungserlebnisse habe es nicht gegeben, sagte er. Vielmehr seien es Menschen aus seinem Umfeld gewesen, die ihn bestärkt hätten, diesen Weg einzuschlagen. Am 3. April 1976 empfing er die Priesterweihe, kurz darauf feierte er seine Primiz in Schwenningen.
Mehr als die Hälfte seines priesterlichen Wirkens verbrachte Stöffelmaier in Rottweil – unter anderem als Direktor des Bischöflichen Gymnasial-Konvikts und Studienheims St. Michael, als Münsterpfarrer und als Dekan. Zudem war er Sprecher des Priesterrats der Diözese.
In seiner Rückschau sprach er auch Entwicklungen innerhalb der Kirche an. Er sagte, die Zeiten steiler Hierarchien seien vorbei, und sprach sich für eine Öffnung kirchlicher Ämter für Männer und Frauen aus. Gleichzeitig würdigte er Menschen, die trotz der Missbrauchsskandale in der Kirche bleiben.
In seine Amtszeit fiel auch die grundlegende Renovierung des Heilig-Kreuz-Münsters, die er maßgeblich begleitete. Ebenso erinnerte er an die ökumenische Zusammenarbeit und die Unterzeichnung der Charta Oecumenica im Jahr 2006. Die Kirchenmusik und die Arbeit der Chöre hätten für ihn stets eine zentrale Rolle gespielt.
Neben seiner kirchlichen Tätigkeit blickte Stöffelmaier auch auf seine sportlichen Erfolge zurück. Mit einer Zeit von 43,6 Sekunden wurde er württembergischer Meister in der 4×100-Meter-Staffel. In der 4×400-Meter-Staffel stand er zudem im Berliner Olympiastadion auf dem Siegerpodest.
Wie selten ist ein 50-jähriges Priesterjubiläum?
Ein goldenes Priesterjubiläum – also 50 Jahre nach der Priesterweihe – ist heute vergleichsweise selten geworden. Viele Geistliche erreichen dieses Jubiläum nicht mehr im aktiven Dienst, da sie zuvor in den Ruhestand treten oder gesundheitlich eingeschränkt sind.
Zudem ist die Zahl der Priesterweihen in Deutschland seit Jahrzehnten rückläufig. Entsprechend gibt es insgesamt weniger Geistliche, die ein solches Jubiläum überhaupt erreichen können.
Wenn ein Priester auf 50 Jahre im Dienst zurückblickt, gilt das daher als besonderes Ereignis – auch für die Gemeinden, die ihn über viele Jahre begleitet haben.
In seiner Predigt ging Stöffelmaier auf das Sonntagsevangelium ein und stellte die Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen am See von Tiberias in den Mittelpunkt. Daraus leitete er ab, dass Menschen Gott nicht nur in außergewöhnlichen Momenten begegnen, sondern auch im Alltag.
Am Beispiel der Jünger, die beim Fischen zunächst erfolglos bleiben, beschrieb er existenzielle Erfahrungen von Zweifel und Leere. Es sei schwer, sich einzugestehen, nichts geben zu können. Zugleich könne genau darin eine Chance liegen, zu neuer Selbsterkenntnis zu gelangen und neu anzufangen.
Die Begegnung mit Jesus beim gemeinsamen Mahl deutete er als Moment der Erkenntnis. Mit den Worten „Es ist der Herr“ beschrieb er diesen Wendepunkt.
Auch Bischof Klaus Krämer und Weihbischof Thomas Maria Renz übermittelten Glückwünsche und dankten Stöffelmaier für 50 Jahre priesterlichen Dienst und sein Engagement in der Diözese.
Beim anschließenden Stehempfang gratulierten viele Gäste persönlich zu dem Jubiläum.
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